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BIO MUHAMMAD ALI-FOREMAN
Beim legendären Kampf in Kinshasa verlor George Foreman (l.) seinen WM-Titel an Muhammad Ali © Getty Images

Der ehemalige Box-Weltmeister George Foreman will den Tod von Muhammad Ali nicht wahrhaben und rühmt den Rivalen, auch wenn der ihn in tiefe Depressionen gestürzt habe.

George Foreman hat die Lebensleistung von Muhammad Ali gewürdigt und betont, dass sein langjähriger Weggefährte auch nach seinem Tod weiter präsent sein werde.

"Er lebt noch. Wenn jemand am Boden liegt und seinem Glauben folgend versucht wieder aufzustehen, werden immer alle sagen, der ist ja wie Muhammad Ali", sagte Foreman im Gespräch mit der Tageszeitung Die Welt: "Deshalb lebt er auch für immer."

"Ich war nicht vorbereitet"

Er fühle sich "schlecht, sehr schlecht" nach dem Tod des Größten, gab Foreman zu. "Ich war innerlich noch nicht darauf vorbereitet, dass mich mein Freund für immer verlassen würde", sagte er. Immer wieder habe sich Ali in der Vergangenheit zurückgekämpft, und davon sei er auch dieses Mal ausgegangen: "Ich hatte immer gedacht, er würde uns alle überleben. Schließlich ist er 'The Greatest'."

Er wolle es nicht wahrhaben, "in einer Welt zu leben, in der Muhammad Ali nicht mehr lebt", sagte Foreman: "Es kommt mir vor, als wäre ein Teil von mir mitgestorben. Erst geht vor fünf Jahren Joe (Frazier, d. Red.), jetzt Muhammad. Wir waren alle drei so eng verbunden, als wären wir einer gewesen. Der Gedanke ist so schrecklich, dass nur noch ich da bin."

Im Rumble in the Jungle unterlegen

Von Ali in jenem legendären WM-Fight im Oktober 1974 in Kinshasa (Rumble in the Jungle) als Weltmeister entthront worden zu sein, habe ihn in schwere Depressionen getrieben, ihm sein Selbstwertgefühl und seinen Stolz geraubt.

"Von Ali besiegt zu werden, war die größte Demütigung meines Lebens", räumte Foreman ein. Dennoch habe er alles in seinem Leben durch diese eine Niederlage erreicht: "Sie machte einen anderen Menschen aus mir. Ali gewann den Fight und ich einen Freund fürs Leben."

Muhammad Ali sei, so Foreman, der erste Athlet gewesen, der Sport und Politik verband. "Er war zu jedem Opfer bereit, um unbeirrt den Weg seiner Überzeugung zu gehen", sagte der 67-Jährige: "Niemand glaubte, liebte das Leben mehr als er. Ali war der spannendste, interessanteste Mensch, den ich kennengelernt habe."

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