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Tyson Fury (r.) nahm Wladimir Klitschko seine Weltmeister-Gürtel ab
Tyson Fury (.r) besiegte Wladimir Klitschko im November © Getty Images

Die letzte Hürde ist genommen: Profiboxer dürfen bei den Olympischen Spielen in Rio starten. Ein Comeback von Wladimir Klitschko scheint aber unmöglich - wegen Tyson Fury.

Der Weg für Profis zum olympischen Box-Turnier in Rio de Janeiro ist frei - ein Olympia-Comeback von Atlanta-Sieger Wladimir Klitschko wird es aber wohl nicht geben.

Der Box-Weltverband AIBA entschied bei seinem außerordentlichen Kongress am Mittwoch in Lausanne, dass neben Amateuren künftig auch professionelle Kämpfer bei Olympischen Sommerspielen starten dürfen.

Die seit Monaten heftig diskutierte Frage beantworteten die 92 AIBA-Kongressmitglieder bei der Abstimmung eindeutig: Es gab keine Gegenstimmen und nur vier Enthaltungen.

Trotz der Entscheidung pro Profis ist eine Teilnahme von Boxstar Klitschko so gut wie ausgeschlossen, da die AIBA den Start beim letzten Olympia-Qualifikationsturnier vom 3. bis 8. Juli in Venezuela als verpflichtend vorgibt.

Der Ukrainer tritt allerdings am 9. Juli in Manchester zu seinem WM-Rückkampf gegen Weltmeister Tyson Fury an.

Wladimir Klitschko (l.) während der Olympischen Spiele 1996 © Getty Images

Zuletzt war der 40-Jährige Klitschko einem Olympiastart offen gegenübergestanden. "Ich habe die Gedanken immer unterstützt und den Willen gezeigt und finde es toll und klasse, dass bei diesen Olympischen Spielen zum ersten Mal Profis und Amateure mitmachen", sagte Klitschko RTL.

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Auch kritische Stimmen

Viele andere in der Boxbranche sehen die Entwicklung jedoch kritisch. "Es ist den Amateuren gegenüber, die sich jahrelang darauf vorbereitet haben, nicht in Ordnung, wenn sie auf einmal Profis vor die Nase gesetzt bekommen und sie sich noch einmal für die Olympischen Spiele qualifizieren müssen", sagte WBA-Weltmeister Jürgen Brähmer. Der Halbschwergewichtler hat genau wie IBO-Champion Marco Huck (Cruisergewicht) bereits seinen Olympia-Verzicht verkündet.

Box-Ikone Lennox Lewis hatte die sich seit Monaten anbahnende Aufnahme der Profis ins olympische Boxturnier als "grotesk" bezeichnet und seine Sorge um die Gesundheit der Amateure zum Ausdruck gebracht.

"Plötzlich trifft ein Weltmeister oder jemand aus den Top 10 der Profis auf einen Amateur, auf jemanden mit viel weniger Erfahrung. Ich sehe nicht, dass das fair ist", sagte der Olympiasieger von 1988 bei BBC Radio.

Ob allerdings tatsächlich die prominenten Profikämpfer in Rio an den Start gehen, erscheint fraglich, da die Zeit für eine sportliche Qualifikation knapp ist. Von den deutschen Profiboxern habe bislang "hat noch keiner die Hand gehoben", sagte Sportdirektor Michael Müller vom Deutschen Boxsportverband (DBV). Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte von der AIBA für die Aufnahme der Profis eine Satzungsänderung verlangt.

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