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Tyson Fury sah sich in der Manchester Arena einen Kampf an
Tyson Fury sah sich in der Manchester Arena einen Kampf an © dpa Picture Alliance

Tyson Fury lässt sich erstmals nach seiner Absage des Klitschko-Kampfes öffentlich blicken. Er selbst spricht nicht, doch Aussagen seines Onkels geben Anlass zur Sorge.

Zum zweiten Mal hat Tyson Fury den Rückkampf um die Schwergewichtsweltmeisterschaft gegen Wladimir Klitschko platzen lassen. Gründe für die Absage wurden immer noch nicht offiziell genannt.

Von "mentalen Problemen", war in den Medien die Rede. Aber auch von einer möglichen positiven Dopingprobe, der Fury entgehen wolle.

Fury als Zuschauer am Ring

Am Samstagabend trat Fury erstmals nach der Absage in der Öffentlichkeit auf. In der Manchester Arena - dort wo der Fight gegen Klitschko eigentlich stattfinden solllte - sah er sich den Kampf eines befreundeten Boxers an.

Zu jeder Zeit mit Sonnenbrille und umgedrehtem Baseballcap. Aus dem Hemd blitzte ein auffälliges Lederhalsband mit Jesus-Bild. Erhellen konnte Fury die Situation um den Klitschko-Kampf selbst nicht.

Von Journalisten auf einen Kommentar angesprochen, soll er nur gesagt haben: "Nicht in einer Million Jahren. Ich bin mental instabil."

Onkel nennt Gründe

Dafür sprach Furys Onkel und Trainer Peter. Und seine Aussagen geben Grund zur Sorge.

"Er ist an einem Tiefpunkt und er sucht Hilfe. So weit unten war er noch nie", wird Peter Fury in der englischen Daily Mail zitiert.

Trainer Peter Fury (r.) sieht seinen Neffen Tyson am Tiefpunkt angelangt
Trainer Peter Fury (r.) sieht seinen Neffen Tyson am Tiefpunkt angelangt © Getty Images

Gefragt nach den Gründen für die erneute Absage, erklärte er: "Ich denke, da kommen mehrere Dinge zusammen. Es geht darum, wie er nach dem Gewinn des Titels behandelt wurde. Er sagte zu mir: 'Ich stieg vom Schiff und erwartete, gefeiert zu werden. Aber es startete direkt eine Hass-Kampagne.'"

Fury fühlt sich nicht akzeptiert

Allerdings: Fury sorgte abseits seines sportlichen Erfolgs höchstpersönlich für eine Menge negative Presse.

Nach seinem Triumph über Klitschko verstörte er mehrmals mit bizarren Aussagen - etwa über Juden und Homosexuelle.

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"Gypsy Warrior" Fury, der seine familiären Wurzeln in der Volksgruppe der Irish Travellers hat, fühlt sich trotzdem nicht genügend gewürdigt.

"Er hat sich sehr oft darüber beschwert", berichtete Onkel Peter Fury weiter: "Er sagte: 'Weißt du, wir werden einfach nicht akzeptiert. Ich wurde Weltmeister und so werden wir jetzt behandelt. Es ist fast so, als gäbe es einen Rachefeldzug seit ich gewonnen habe.'"

Clan wittert "Hexenjagd"

Tyson Fury hätte des Öfteren gesagt: "Was bringt das? Wenn ich für meine Arbeit und was ich erreicht habe, nicht belohnt werde, warum kümmert es mich überhaupt?"

Der Fury-Clan wittert gar eine Hexenjagd gegen den 28-Jährigen: "An manchen Tagen kam er ins Gym und war mit dem Kopf woanders. Ich glaube, die Hexenjagd gegen ihn und die neuesten Anschuldigungen haben ihm den Rest gegeben. Er sagte: 'Wenn Boxen das mit einem macht, dann will ich das nicht mehr.'"

Karriere-Aus für Fury?

Steigt Fury also möglicherweise nie wieder in den Ring? Der führende britische Box-Promoter Eddie Hearn geht davon aus.

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Er glaubt, Furys Zukunft voraussagen zu können: "Fury werden alle seine Titel weggenommen werden. Nach einem Rechtsstreit wird er dann sagen: 'Das war's, ich höre auf'", prophezeite Hearn der BBC: "Es wird ein großes Durcheinander geben und es wird sicher ein Jahr lang dauern. Ich weiß, es gibt Empfindlichkeiten, wenn es um psychische Probleme geht. Aber hier geht es ums Geschäft."

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