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Jürgen Brähmer bekommt es am Samstag mit Nathan Cleverly zu tun
Jürgen Brähmer bekommt es am Samstag mit Nathan Cleverly zu tun © Getty Images

München - Jürgen Brähmer will dem deutschen Box-Publikum mit seinem WM-Kampf gegen Nathan Cleverly einen Kracher bieten. Es geht auch um die Zukunft im TV.

Endlich wieder Faustkampf auf höchstem Niveau? Der WM-Kampf im Halbschwergewicht zwischen Jürgen Brähmer und Nathan Cleverly am Samstag in Neubrandenburg könnte mal wieder boxerische Extraklasse bieten.

"Hier treffen zwei der besten Boxer aufeinander, die das Halbschwergewicht derzeit zu bieten hat. Mehr geht nicht", sagt Promoter Kalle Sauerland.

Nach Einschätzung des Box-Managers habe sich Brähmer trotz seines reifen Alters von 38 Jahren zuletzt weiterentwickelt und werde bei seiner sechsten Titelverteidigung "zeigen, wer der Bessere ist".

Brähmer fiebert Kampf entgegen 

Auch Brähmer selbst fiebert dem Kampf entgegen. "Ich bin froh, dass es jetzt endlich zu diesem Duell kommt und ich das Kapitel schließen kann", sagte der Routinier.

2011 musste der Schweriner zwei Duelle gegen Cleverly wegen Verletzung und Krankheit absagen. Der Waliser wurde daraufhin am grünen Tisch zum Champion der WBO ernannt.

In der Folge konnte der Brite fünfmal in Folge seinen Titel verteidigen, ehe im August 2013 gegen den russischen Super-Champ Sergej Kowaljow ein schwerer K.o. folgte.

Seitdem verlor Cleverly zweimal und hofft nun auf die Trendwende. "Ich habe so lange auf diesen Kampf gewartet. Ich werde gewinnen, ich bin zu jung, zu frisch für Brähmer", sagte der 29-Jährige.

Cleverly ist scher auszurechnen

Die Erwartungen sind auch deshalb hoch, weil beide Boxer technisch über enorme Fähigkeiten verfügen. Cleverly hat ein sehr gutes Reaktionsvermögen und ist durch seine Täuschungen und variablen Konter schwer auszurechnen.

"Er ist sehr aktiv, ich komme eher über die Schlaghärte", sagte Brähmer, der sich auf einen Kampf über zwölf Runden eingestellt hat.

Knapp 5000 Fans werden Brähmer in seiner mecklenburgischen Heimat unterstützen. "Man nennt Neubrandenburg auch die kleine Hölle. Da hat sich schon so manch einer verbrannt", sagte Brähmers neuer Coach Conny Mittermeier, der seit Anfang Juni das Training des Weltmeisters leitet.

Poker um neuen TV-Vertrag 

Wichtig ist der Kampf auch für die Verhandlungen zwischen Brähmers Boxstall Sauerland und Sat.1. Neben Jack Culcay ist der Rechtsausleger der einzig verbliebene Weltmeister, nachdem Arthur Abraham seinen Titel in Las Vegas verlor und Vincent Feigenbutz auf seinem Weg zum Shooting-Star strauchelte.

"Wir sind in Gesprächen mit dem Sauerland-Boxstall", sagte Sat.1-Sportchef Alexander Rösner am Freitag.

Bei Brähmers jüngstem Kampf gegen Eduard Gutknecht sahen 2,28 Millionen Zuschauer zu, er schwächelte jedoch bei der jungen Zielgruppe.

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