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Ohne Tyson Fury geht die eigentlich mit Wladimir Klitschko geplante Pressekonferenz über die Bühne. Der Herausforderer nimmt es mit Humor.

Neuer Eklat um Tyson Fury: Der Box-Champion schwänzte in London eine Pressekonferenz mit Wladimir Klitschko vor dem WM-Kampf der beiden Schwergewichtler am 29. Oktober in Manchester.

Nach den Dopingvorwürfen gegen Fury und der Absage des ersten Kampftermins am 9. Juli durch den Briten scheint Klitschko auf weitere Kapriolen gefasst zu sein - selbst auf eine neuerliche Absage.

"Ich habe Zeit"

"Ich bin Überraschungen von ihm gewohnt. Aber ich bin auch geduldig, ich habe Zeit", sagte der Ukrainer, der den Pressetermin pflichtbewusst wahrgenommen hatte.

Peter Fury, Trainer und Onkel des amtierenden Weltmeisters, erklärte, sein Schützling stecke im Straßenverkehr fest und werde am Dienstag eine eigene PK geben. Die Version wollte aber kaum jemand im Saal glauben.

Nach wie vor ist Fury belastet. Die britische Anti-Doping-Agentur UKAD hatte Anfang August mitgeteilt, dass der 2,06 m große Box-Riese am 24. Juni wegen Dopings gesperrt worden sei. Einen Tag später sagte Fury den ersten Kampf-Termin gegen Klitschko ab - angeblich wegen einer Knöchelverletzung.

Das Klitschko-Management hatte auf Klärung des Falles gedrängt. Die Weltverbände gehen offenbar vor der Unschuld des Briten aus und ordneten den neuen Fight an.

Unabhängige Doping-Tests gefordert

"Die Verträge sind unterzeichnet, der Kampf findet definitiv statt", sagte Frank Warren, Vorsitzender des übertragenden TV-Senders Box-Nation.

Das Klitschko-Lager hatte auf unabhängige Doping-Tests bestanden. Weitere TV-Partner sind HBO für die USA und Klitschkos Haussender RTL für das deutsche Publikum.

Klitschko nahm das Fernbleiben Furys auch mit Humor.

"Vielleicht ist er unsichtbar, vielleicht kommt er noch mit einer neuen Show als Sänger oder wieder als Batman um die Ecke", sagte der ehemalige Weltmeister.

Bei einer Pressekonferenz vor dem ersten Kampf im vergangenen Jahr in Düsseldorf war Fury plötzlich in einem Batman-Kostüm erschienen und hatte eine als "Joker" verkleidete Person niedergerungen.

Klitschko, der 64 seiner 68 Profikämpfe gewann, erklärte auch, dass er mit seiner neuen Rolle als Herausforderer gut klar käme.

"Ich akzeptiere es"

"Es ist sicherlich etwas anderes, wenn ich hier nicht mehr in der Mitte des Tisches, sondern am Rande sitze. Doch ich akzeptiere es", sagte der 40-Jährige, der durch die Punktniederlage im ersten Duell mit Fury seine WM-Gürtel der IBF, WBA und WBO an den Briten verloren hatte.

Der Ukrainer sollte eigentlich schon am 9. Juli erneut gegen den ungeschlagenen Fury (25 Siege, 18 K.o.) antreten, doch der Brite sagte wegen einer Knöchelverletzung ab.

"Ich habe in meiner Karriere noch nie so eine lange Pause gehabt. Aber es ist okay, ich habe Geduld", sagte "Dr. Steelhammer", der seit dem ersten Duell Ende November 2015 nicht mehr geboxt hat.

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