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Arthur Abraham kämpft in London gegen Chris Eubank Jr. © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images

Arthur Abraham will zur Muhammad-Ali-Trophy, doch dafür muss er in London gegen Chris Eubank Jr. seine Auswärtsschwäche besiegen. Der Gegner boxte 2016 einen Konkurrenten ins Koma.

Über London an die neuen Fleischtöpfe im Profiboxen: Ex-Weltmeister Arthur Abraham will sich am Samstag in der britischen Metropole mit einem Sieg über Chris Eubank Jr. (22.30 Uhr im LIVETICKER) das letzte Ticket für die millionenschwere Muhammad-Ali-Trophy sichern.

Dazu muss "King Arthur" aber endlich seine altbekannte Auswärtsschwäche ablegen.

"Ich werde beweisen, dass ich auch im Ausland Titel holen kann", kündigte der dreimalige Champion selbstbewusst an. In der SSE-Arena neben dem Wembleystadion geht es im Supermittelgewicht um den Titel der IBO, einem eher unbedeutenden Weltverband. Dennoch brennt Abraham auf den Sieg. "Ich bringe den Gürtel nach Deutschland."

Eubank schlägt Gegner ins Koma

Allerdings wartet mit Eubank Jr. ein harter Kontrahent mit einem dunklen Stück Vergangenheit.

2016 schlug er seinen Gegner Nick Blackwell ins künstliche Koma. Der Fight wurde damals in der 10. Runde vom Ringrichter abgebrochen, weil Blackwell aus der Nase blutete und sein linkes Auge bereits stark zugeschwollen war.

Boxing at O2 Arena
Nick Blackwell (l., hier im Kampf gegen John Ryder), musste seine Box-Karriere nach dem Duell mit Chris Eubank jr. beenden © Getty Images

Bei der Untersuchung im Krankenhaus stellten die Ärzte eine Hirnblutung fest und versetzten den unterlegenen Boxer ins künstliches Koma.

Eine Woche später wachte der Engländer wieder auf - erklärte wenig später aber seine Karriere für beendet.

Fatale Auswärts-Schwäche von Abraham

Abraham dürfte also gewarnt sein - zumal er große Probleme bei Kämpfen außerhalb Deutschlands hat. Bisher hat der Wahl-Berliner immer schmerzhafte Prügel bezogen.

Vier seiner fünf Niederlagen (51 Kämpfe/30 K.o.-Siege) kassierte der 37-Jährige im Ausland. 2010 verlor er gegen André Dirrell und Carl Froch in Detroit und Helsinki, ein Jahr später setzte es im Home Depot Center von Los Angeles eine klare Niederlage gegen André Ward (USA).

Blamage gegen Mexikaner

Im letzten Jahr blamierte sich Abraham in Las Vegas gegen den Mexikaner Gilberto Ramirez. In der legendären MGM Grand Arena am Strip wirkte der damalige Champion harmlos und passiv, konnte keine Runde gewinnen und verlor am Ende völlig verdient seinen WM-Titel.

Die Karriere stand auf der Kippe, doch Abraham raffte sich noch einmal auf und kämpfte sich in den letzten Monaten zurück an die Weltspitze. Jetzt winkt der große Zahltag, wenn Abraham sich mit einem Sieg über Eubank Jr. für die Ali-Trophy qualifiziert.

Der Sieger des neuen Turniermodus mit acht Top-Kämpfern pro Gewichtsklasse soll bis zu zehn Millionen Euro kassieren.

"Das ist eine tolle Sache und dieser Kampf meine letzte große Chance. Ich werde sie nutzen", sagte Abraham. Im neuen Box-Mekka London, auch Ende April Schauplatz der WM-Niederlage von Wladimir Klitschko gegen Anthony Joshua, dürfte es für Abraham jedoch schwer werden, gegen Eubank Jr. nach Punkten zu gewinnen.

In der Regel genießen Lokalmatadore einen kleinen Bonus. Am besten wäre ein Knockout.

Eubank Jr. verlor nur einmal

Gegner Eubank Jr., der 16 seiner 22 Fights durch K.o. gewann, gilt als harter Puncher. Der 27-Jährige ist der Sohn des ehemaligen WBO-Weltmeisters Chris Eubank Senior, der 1993 seinen Titel gegen Graciano Rocchigiani verteidigt hatte.

Nur einmal musste sich der Junior bislang geschlagen geben: Im November 2014 unterlag er im Kampf um den EM-Titel seinem ungeschlagenen Landsmann "SuperB" Billy Joe Saunders nach Punkten.

In der Vorbereitung schlug Abraham sein Quartier im Leistungszentrum Kienbaum vor den Toren von Berlin auf. Stets an seiner Seite war wie immer Trainer Ulli Wegner.

Der 75-Jährige ist überzeugt, dass sein Schützling auf den Punkt fit sein wird: "Arthur hat sehr gut trainiert. Wir hatten unsere Ruhe und konnten Eubank genau studieren. Am Samstag werden wir für ihn die passende Taktik parat haben."

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