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Phil Taylor-Darts-WM-2011-Fassungslosigkeit
Phil Taylor ist Rekord-Weltmeister im Darts © getty

München - Der Rekordweltmeister reist als Titelverteidiger nach Wolverhampton. Als Favoriten um den Major-Titel gehen aber andere ins Rennen.

Von Dominik Laska

Es war einer dieser besonderen Abende.

Einer dieser Momente, über die man noch Jahre später sprechen wird. Es war das Halbfinale des Grand Slam of Darts 2013. Altmeister Phil Taylor und sein ehemaliger Schützling Adrian Lewis stehen sich in Wolverhampton gegenüber.

Und was die ehemaligen Weltmeister auf der Bühne darboten, grenzte fast an Perfektion. 32 Mal fiel das Maximum von 180 Punkten.

Ein Rekord, der noch eine Weile Bestand haben wird. Womöglich gar ein Rekord für die Ewigkeit.

Zwar erreichte keiner der beiden Kontrahenten einen Neun-Darter, doch das hohe Niveau beider Spieler in einem Match - beide spielten einen Drei-Darts-Average von knapp 110 Punkten - bleibt bis heute unerreicht.

Das beste Match der Geschichte

Desöfteren kam es vor, dass ein Spieler seinen Gegner dominierte und in Grund und Boden spielte. Taylor selbst bewies dies in der Vergangenheit viele Male. Doch dass beide Spieler auf einem derartigen Niveau und auf Augenhöhe agieren, das ist selbst für Taylor einmalig:

"Ich würde definitiv sagen, dass es das beste Match war, dass jemals im Fernsehen übertragen wurde", gab der Rekordweltmeister bei "Sky Sports" zu und ergänzte: "Ich hoffe wir sehen ähnliches in diesem Jahr, hoffentlich mit dem gleichen Resultat".

Im späteren Finale gewann Taylor gegen Robert Thornton und holte sich zum fünften Mal den Titel.

Die Dominanz bröckelt

Er reist also als Titelverteidiger zum diesjährigen Grand Slam of Darts nach Wolverhampton (ab Sa., 20.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und ab 13.45 Uhr im LIVESTREAM auf tv.sport1.de).

Doch nicht als absoluter Top-Favorit. Zwar ist Taylor immer ein Sieg zuzutrauen, aber die Selbstverständlichkeit, mit der er immer im Kreis der Favoriten stand und diesen meist zu überstrahlen schien, beginnt zu bröckeln.

Zwar hat sich der Mann aus Stoke-on-Trent in den vergangenen Monaten wieder annähernd zu alter Form zurückgespielt, nachdem er zu Beginn des Jahres in ein Formtief gefallen war, doch die einst so erdrückende Dominanz von "The Power" scheint endgültig der Vergangenheit anzugehören.

Die Konstanz fehlt

Taylor gewinnt noch Turniere, das steht außer Frage. So geschehen beim World Matchplay im Juli oder beim Gastspiel in Australien einen Monat später. Aber vor allem das, was man von Taylor über Jahrzehnte gewohnt war, was schon Normalität war, ließ er in diesem Jahr vermissen. Die Konstanz.

Dem Hoch im Sommer folgte ein erneutes Tief in der zweiten Jahreshälfte. Beim World Grand Prix das Aus im Viertelfinale, bei den European Darts Championship in Mülheim an der Ruhr gar schon im Achtelfinale. Zuletzt verlor der 53-Jährige beim Masters im Halbfinale gegen den späteren Sieger James Wade.

Was einst als Mythos galt, verbreitet sich immer mehr unter den Spielern. Der ehemalige Dominator ist nicht mehr unbezwingbar.

Van Gerwen dominiert

Der Kronprinz hingegen scheint endgültig bereit zu sein, den Thron Taylors zu besteigen. Weltmeister ist Michael van Gerwen schon. Und er hat in diesem Jahr bewiesen, dass er diesen Titel auch mit Würde tragen kann.

Zwölf Turniere gewann "Mighty Mike" bereits im Jahr 2014. Ist der Niederländer annähernd in Top-Form, führt kein Weg an dem Mann aus Boxtel vorbei.

Auch Wade in Top-Form

Und auch James Wade spielt sich, nachdem er noch zu Beginn des Jahres von der PDC nicht für die Premier League berücksichtigt worden war, immer mehr in den Fokus.

Beim World Grand Prix scheiterte er zwar noch im Finale am späteren Titelträger van Gerwen, zeigte aber mit einem Neun-Darter seine starke Verfassung.

Den bisherigen Saisonhöhepunkt setzte er schließlich beim Masters, als er Mervyn King im Finale besiegte.

Pünktlich zum Saisonhighlight, der Weltmeisterschaft im Dezember (ab 18. Dezember LIVE im TV auf SPORT1), scheint auch der siebenfache Major-Sieger wieder zu alter Stärke aufzulaufen.

Van Gerwen und Wade fehlt noch der Titel beim Grand Slam of Darts. Taylor hingegen ist mit fünf Siegen Rekordgewinner. Dennoch, als Top-Favorit reist der Rekordweltmeister nicht nach Wolverhampton.

Eine neue Rolle für "The Power".

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