SPORT1-Kolumnist Tomas Seyler ist überzeugt davon, dass Max Hopp eine große Zukunft hat und schwärmt von WM-Neuling Sascha Stein.

Hallo Darts-Freunde,

leider ist nun auch für den letzten Deutschen die WM 2015 (täglich LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) beendet. Dass Max Hopp gegen Vincent van der Voort so deutlich auf die Mütze bekommt, habe ich wirklich nicht erwartet.

Max war bei den Würfen auf die Doppel einfach nicht so stark wie in der ersten Runde. Hinzu kam: Van der Voort war sehr gut drauf, hat kaum Fehler gemacht und ihm richtig weh getan.

Er hat mit einigen High-Finishes die ersten beiden Sätze geholt und gleich ein Zeichen gesetzt. Das raubt dem Gegner natürlich das Selbstvertrauen.

Danach hatte Max Probleme mit den Triples. Die ganzen Aufnahmen um die 60 Punkte waren einfach zu dünn. Dafür war Vinnie viel zu gut drauf.

Und wenn du siehst, dass deine Tagesform nicht stimmt, dein Gegner aber auf Topniveau ist, dann fängst du an zu zweifeln. Deswegen ist er am Ende untergegangen.

Eine positive Überraschung war auf jeden Fall Sascha Stein. Er war im E-Darts ja schon eine große Nummer, hat Turniere in Las Vegas und Hong Kong gespielt. Doch das ist eine ganz andere Geschichte.

Da sitzen keine 3500 Zuschauer im Publikum, die durchgehend Alarm machen. Es ist ihm aber sehr gut gelungen, das auszublenden. Er ist ein großes Plus für Darts-Deutschland.

Aus dem verlorenen Match gegen Michael van Gerwen wird er gestärkt hervor gehen. Zumal er den Ritterschlag vom Weltmeister bekommen hat: Vor dem Spiel kannte der gerade mal den Namen Sascha Stein. Später hieß es: Du hast mich richtig herausgefordert und aufgeweckt.

Ich würde mich freuen, wenn er den Profiweg einschlagen würde. Das wäre eine Bereicherung für den Sport. Sascha ist eiskalt und hat das Leistungsvermögen für eine Karriere im Profibereich.

Ich glaube, dass wir Max und auch Sascha in Zukunft auf den großen Bühnen sehen werden. Durch die Niederlagen sind sie sicherlich gereift.

Gerade Max wird jetzt in Ruhe die entscheidenden Fehler analysieren: Er ist nach wie vor erst 18 - das darf man nicht vergessen - will bis zur Rente durchspielen und irgendwann Weltmeister werden.

Und dafür hat er in der Vergangenheit viel getan. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass er 25 Kilogramm abgenommen hat und sich nun sauwohl in seiner Haut fühlt. Auch das trägt viel zu seiner mentalen Stärke bei.

Er musste sich in diesem Jahr auf der Challenge Tour durchbeißen und kommt dann zur WM und spielt eine Top-Auftaktrunde. Das zeigt sein Potential, aber auch seinen Willen sich durchzubeißen. Auf ihn können wir uns in Zukunft ganz sicher freuen.

Der dritte Deutsche im Bunde hat eine Lehrstunde erhalten. Aber wenn du gegen Phil Taylor spielst, musst du hinterher niemanden erklären, warum du verloren hast. Er ist schließlich ein absoluter Ausnahmespieler.

Wenn "The Power" sein Spiel aufzieht, kann ihn kein Gegner auf diesem Planeten aufhalten. Das Problem bei Jyhan war: Er hatte ein gutes Jahr hinter sich und wird dann drei Tage vor der WM krank. Das wirft dich natürlich zurück.

Ihm war es deshalb nicht möglich, gegen den weltbesten Spieler sein Spiel aufzuziehen. Deshalb war es für Taylor ein Spaziergang.

Aber auch von Jyhan werden wir in Zukunft noch was hören.

Das wichtige bei den Deutschen ist: Sie müssen auf der großen Bühne das bestätigen, was sie unten auf dem Floor zeigen. Dann werden wir noch viel Spaß an unseren Jungs haben!

Game on,

Euer Shorty

Tomas Seyler ist mehrfacher Deutscher Meister im Darts und war mehrere Jahre Deutschlands Nummer 1. Aktuell belegt "Shorty" Platz 131 in der Weltrangliste. An der Seite von Kommentator Elmar Paulke kommentiert er für SPORT1 die Live-Übertragungen im TV. Während der Darts-WM 2015 wechselt er sich bei der Kolumne für SPORT1.de mit Elmar Paulke ab.

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