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SPORT1-Reporter Thorsten Mesch erlebte in Dublin die Faszination Darts © SPORT1

Darts und Fußball passen nicht zusammen? Von wegen! SPORT1-Nationalmannschaftsreporter Thorsten Mesch erlebte bei Fans, Walk-On-Girls und Profis in Dublin das Gegenteil.

"Ohne Holland fahren wir zur EM!" So hallt es durch die Halle, als sich der Niederländer Vincent Van der Voort gerade auf sein Spiel konzentriert.

Die Darts-Fans begeistern auch in Dublin mit kuriosen Kostümen © SPORT1

Doch Van der Voort, der in der ersten Runde des World Grand Prix in Dublin (täglich LIVE im TV auf SPORT1, SPORT1+ und im LIVESTREAM) Darts-Superstar Phil Taylor in der ersten Runde rausgeworfen hatte, bleibt cool und wirft den Pfeil sicher in die Doppel-20.

Fußball-Sprechchöre bei einem Darts-Turner? Was ist denn hier los? Ganz einfach: Am Vorabend des EM-Qualifikationsspiels in Irland nutzen viele deutsche Fans die Gelegenheit und sehen sich die besten Darts-Profis der Welt live an.

Auch ich will Stars wie Weltmeister Gary Anderson und Simon Whitlock, die ich bisher nur aus den SPORT1-Übertragungen im Fernsehen kannte, endlich einmal in natura sehen.

Obwohl das Citywest Convention Center fast 20 Kilometer außerhalb Dublins liegt, ist die Halle gut gefüllt. "180!", ruft Sprecher-Legende Russ Bray. Die Leute springen auf und jubeln. Die Stimmung ist feucht-fröhlich.

Australier von der Wiesn nach Dublin

Auf den Biertischen stehen Drei-Liter-Pitcher mit Bier. Als ich mir an der Theke nur ein Pint bestelle, ernte ich einen fragenden Blick. Ich komme mir auch etwas komisch vor, weil ich nicht verkleidet bin. Mir kommen Holländer in Scheich-Köstumen, Irinnen im Pantomimen-Look und ein Bibo aus der Sesamstraße entgegen.

An einem Tisch sitzen mehrere Jungs in echten Lederhosen und karierten Hemden. Doch als ich sie auf Deutsch anspreche, verstehen sie mich nicht.

Hazel O'Sullivan ist das bekannteste Walk-on-Girl im Darts-Zirkus © SPORT1

#"Wir sind aus Sydney und waren in München auf dem Oktoberfest", erklärt mir einer der Australier. "Wir haben Australien gegen England im Rugby-Worldcup gesehen und morgen sind wir beim Fußballspiel."

Er zeigt mir auf seinem Handy ein Foto der Titelseite der Münchner tz mit der Überschrift. "Traumstart in die Wiesn". "Das auf dem Bild sind wir", sagt er stolz.

Ein Treffen mit Hazel

Auch ich bekomme mein Foto. Der Pressechef des Turniers organisiert mir ein Treffen mit Hazel O'Sullivan, dem bekanntesten Walk-on-Girl.

Hazel führt die Stars vor den Spielen durch eine Gasse begeisterter Fans, auch in Deutschland kennt jeder Fan ihr Gesicht.

Im Presseraum erzählt sie mir, wie sie als Model zum Darts gekommen ist. Sie erinnert sich an die WM im Januar, als in London plötzlich das SPORT1-Phrasenschwein verschwunden war. 

Sie bekommt viel Fanpost aus Deutschland, sagt Hazel: "Da ist alles dabei, von netten Mails bis zu Heiratsanträgen."

Doch Hazel ist vergeben. Ihr Herz gehört dem englischen Nationalspieler Andros Townsend von Tottenham Hotspur. Darts und Fußball passen eben gut zusammen.

White träumt vom Titel mit Klopp

Das gilt auch für Ian White. Der Engländer wirft überraschend Gary Anderson aus dem Turnier. Nach seinem Sieg treffe ich mich mit ihm auf einen kurzen Plausch und er erzählt mir, dass er Liverpool-Fan ist.

Ian White (r.) hofft, dass Jürgen Klopp den FC Liverpool zum Titel führt © SPORT1

"Was halten Sie von Jürgen Klopp?", frage ich ihn.  "Ich hoffe, er bringt uns auch wieder nach oben und holt mit uns die englische Meisterschaft, die wir uns schon so lange wünschen", sagt White, der bei Liverpools letzter Meisterschaft im Jahr 1990 erst 19 Jahre alt war.

White fährt mit seiner Familie ins Hotel, und auch ich mache mich auf den Weg in die Stadt. Das Taxi teile ich mir mit deutschen Fans aus Ostwestfalen, die natürlich auch am Abend im Fußballstadion sind. Im Gegensatz zu mir war einer von ihnen schon einmal beim Darts.

"Ich war 2013 bei der WM in London", sagt Lars aus Minden und berichtet mir von seinem Vater, der zuhause keine Minute der SPORT1-Übertragungen verpasst. "Darts und Fußball, beides geil", sagt ein Tischnachbar im Pub.

Recht hat er.

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