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München - Nach durchwachsener Saison meldet sich Gary Anderson furios zurück und lässt alle Schicksalsschläge hinter sich. Dabei hilft sein Sohn - auch wenn der einen Rivalen mag.

3:0 gegen Andy Boulton. 4:1 gegen Daryl Gurney. 4:0 gegen Vincent van der Voort. 5:1 gegen James Wade.

Gary Anderson stürmt regelrecht durch die Darts-WM 2016 (LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) und ist auf dem besten Wege, seinen Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen.

Dabei hatte der "Flying Scotsman" vor dem Start des Turniers nicht unbedingt zu den Topfavoriten gezählt.

Frühes Aus bei mehreren Majors

Denn: Nach seinem grandiosen Frühjahr mit dem WM-Titel und dem Gewinn der Premier League hatte Anderson im weiteren Verlauf der Saison wahrlich nicht wie ein Weltmeister gespielt.

Zur Erinnerung: Beim World Matchplay, beim World Grand Prix und beim Players Championship Finale ereilte ihn das Aus bereits in der zweiten Runde.

Beim Grand Slam of Darts war im Achtelfinale Schluss, beim World Series Finale wiederum gar im Runde eins.

Doch spätestens mit dem klaren Sieg im Viertelfinale über James Wade hat der Schotte die Zweifler überzeugt. (Ergebnisse und Spielplan der Darts-WM)

Anderson freut sich über Besuch

Die Fakten sprechen für den 45-Jährigen: Anderson hat im laufenden Turnier erst zwei Sätze verloren und sich von Runde zu Runde gesteigert.

Wies er im Auftaktmatch gegen Boulton eine Checkout-Quote von 35 Prozent und ein Average von 99,44 auf, steigerte er diese Zahlen gegen Wade auf 53,33 und 105,25, dem drittbesten Schnitt des Turniers.

Dabei galt das Treffen der Doppelfelder jahrelang als seine Schwäche.

Bei der starken Leistung gegen Wade, bei der Anderson im zweiten Satz nur hauchdünn den ersten Neun-Darter der WM verpasste, beflügelte ihn die Anwesenheit seines Sohnes. "Ich habe mich gefreut, dass mein Tai da ist", sagte er bei Sky Sports: "Es ist das erste Mal seit Weihnachten, dass ich ihn wieder sehe."

Sohn Tai mag van Gerwen

Tais Mutter ist Andersons aktuelle Frau Rachel, die ihn nach dem Tod seines Vaters und seines Bruders innerhalb eines halben Jahres und der Trennung von seiner damaligen Frau Rosemary, mit der er zwei Kinder hat, zurück in die Spur brachte.

Wades einziger Satzgewinn brachte Andersons drittes Kind sogar zum Weinen.

Doch der Familienvater blieb cool, schnappte sich die nächsten zwei Sätze und machte das Weiterkommen perfekt. "Ich war nie in Schwierigkeiten", sagte Anderson, der nicht Tais einziges Idol ist.

"Tai ist Fan von Michael van Gerwen – das macht mich etwas fertig", sagte Anderson schmunzelnd. Immerhin: Das erhoffte Traumduell gegen den Niederländer kann es nach van Gerwens Aus im Achtelfinale nicht mehr geben.

Taylor-Schreck Klaasen wartet

Als letzte Hürde vor dem möglichen Finale steht dafür nun Jelle Klaasen im Weg. Der Taylor-Schreck schaltete in einem spannenden Match Alan "Chuck" Norris mit 5:4 aus.

Vor dem Halbfinale wird Anderson wohl nur noch wenige Stunden ans Oche treten.

"Je weniger ich trainiere, desto besser fühle ich mich", meinte Anderson, der laut eigenen Erzählungen mit 25 Jahren bei seiner zweiten Aufnahme seines Lebens direkt eine 180 warf.

Im laufenden Turnier hat er bereits 28 Mal das Maximum erreicht.  Das Maximum, also die Titelverteidigung, ist auch sein Ziel bei der WM. Dann könnte auch sein Sohn wieder weinen – allerdings vor Freude.

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