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2016 William Hill PDC World Darts Championships - Day Five
Michael Smith spielte seine erste Premier-League-Saison © Getty Images

Cardiff und München - Die Premier-League-Saison endet für den "Bully Boy" und "Chizzy" in der Judgement Night. Zuvor gelingt Anderson ein kurioses Comeback. "Barney" überrascht van Gerwen.

Michael Smith und Dave Chisnall hat's erwischt: Die beiden Engländer sind aus der Premier League Darts ausgeschieden.

Der "Bully Boy" verlor seine Partie gegen Phil "The Power" Taylor mit 5:7. "Chizzy" zog ebenfalls mit 5:7 gegen Peter Wright den Kürzeren. Beide hätten zumindest unentschieden spielen müssen, um noch eine Chance auf Platz 8 zu haben. (Spielplan und Tabelle der Premier League Darts)

Damit ist Robert "The Thorn" Thornton ohne eigenes Zutun für die letzten sechs Spieltage qualifiziert. Der Schotte wird jedoch aller Voraussicht nach keine Rolle mehr spielen. 

Bei seinem ersten Auftritt als frisch Qualifizierter war er gegen Adrian Lewis chancenlos. "The Jackpot", der sich auf seine Checkout-Qualitäten verlassen konnte (58 Prozent), gewann mit 7:4 und bleibt dem Spitzentrio van Gerwen, Taylor und Anderson auf den Fersen.

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Die weiteren Partien im Überblick:

Dave Chisnall - Peter Wright 5:7

Chisnall lief gegen "Snakebite" von Anfang an einem Rückstand hinterher und schien beim Stand von 3:6 schon geschlagen. Doch weil Wright vier Darts zur Entscheidung ausließ - und einmal sogar die Doppel-14 anstatt der Doppel-9 traf - kam 35-Jährige wieder auf 5:6 ran.

Bei Anwurf Wright konnte Chisnall davon ziehen, kurz vor dem Finish-Bereich von 170 Punkten verließen ihn jedoch die Nerven. Sein schottischer Kontrahent zog vorbei und versenkte den entscheidenden Pfeil in der Doppel-18.

Wright hält mit zehn Punkten Kontakt zu den Top Four, die zur Teilnahme am Halbfinale am 19. Mai in London berechtigen.

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Michael Smith - Phil Taylor 5:7

Smith, der seine erste Premier-League-Saison spielte, startete stark und warf gleich im ersten Leg fünf perfekte Darts. Trotzdem musste er Breakdarts überstehen, die ihn aber nicht daran hinderten, in Führung zu gehen. Smith präsentierte sich stark auf die Doppel (55 Prozent) und konnte somit seinen schwachen Average (94,82 Punkte) kaschieren.

Doch Taylor, der keineswegs überragend spielte (99,92 Punkte, 43,75 Prozent Doppelquote), blieb konzentriert und ließ gegen einen immer ungehaltener werdenden "Bully Boy" nicht locker. Im elften Leg gelang Taylor das entscheidende Break, die Partie beendete er auf das Bulls Eye.

"Immer wenn ich draufgepackt habe, ist er zurückgekommen. Michael Smith hat heute wohl seine bestes Premier-League-Spiel abgeliefert", sagte der Rekordweltmeister im Anschluss: "Darts ist verrückt. Aber ich liebe es."

Smith bleibt damit Tabellenletzter und ist raus.

"Sorry, Leute, ich habe mein Bestes gegeben, aber es sollte nicht sein. Aber ich verspreche euch, dass ich die Darts auf das Board hammern werde, damit ich nächste Jahr wieder dabei bin", teilte der 25-Jährige via Twitter mit.

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James Wade - Gary Anderson 6:6

Keinen Sieger gab es im Duell des Titelverteidigers Gary Anderson gegen James "The Machine" Wade.

Am Ende einer kuriosen Partie stand ein 6:6.

"The Flying Scotsman" kam schlecht in die Partie und verlor die ersten drei Legs. Zusammengerechnet mit seinem Aus beim German Darts Masters (0:6 gegen Joe Cullen) verlor Anderson damit satte neun Legs in Folge. In jedem Durchgang hatte er mindestens einen Wurf auf ein Doppelpfeld.

Selbst das vierte Leg schien er zu verlieren. Bei 16 Punkten Rest traf er mit dem letzten Wurf die einfache 8. Doch anstatt bei seiner nächsten Aufnahme auf die Doppel-4 zu werfen, visierte der Schotte wieder die Doppel-8 an.

Der Pfeil landete in der einfachen 8, was bedeutete, dass sich Anderson verrechnet und überworfen hatte - jedes Leg muss mit einem Doppelfeld abgeschlossen werden. Wade nutzte das Geschenk nicht, Anderson spielte sich runter bis aufs "Mad House" und traf am Ende die Doppel-1.

1:3 anstatt 0:4 - das löste einen Knoten beim Doppel-Weltmeister. Zwar verlor er den nächsten Durchgang, doch danach holte er sich drei Legs in Folge und glich aus. Ein 11-Darter brachte ihm in der Folge das 5-5.

Jetzt war es die Partie des Anderson: Ein Maximum jagte das andere, ihm gelang folgerichtig das Break zum 6:5. Bei eigenem Anwurf konnte er die Partie entscheiden - und vergab den Matchdart auf Doppel-20.

Diesmal war Wade zur Stelle und rettete nach einer 3:1- und 4:0-Führung immerhin noch einen Punkt.

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Raymond van Barneveld - Michael van Gerwen 6:6

Die Highlight-Partie des Abends lieferten sich aber die beiden einzigen Niederländer im Teilnehmerfeld.

Raymond van Barneveld verlangte in einer stets hochklassigen Partie dem Weltranglistenersten Michael van Gerwen alles ab. "Mighty Mike" kam nach einem 2:5- und 3:6-Rückstand zurück und sicherte sich zumindest noch einen Zähler.

"Barney" war fantastisch aufgelegt und bewegte sich beim Average stets im 100er-Bereich (am Ende 101,69 Punkte). Dank starker Finishes konnte er den noch besser scorenden, 22 Jahre jüngeren van Gerwen düpieren und klar in Führung gehen.

Beim Stand von 6:4 hatte van Barneveld einen Matchdart, den er aber knapp neben den Draht setzte. Sein Landsmann bestrafte das sofort und holte sich die letzten beiden Legs der Partie.

Damit musste der van Gerwenn, der bei all seinen Teilnahmen die Gruppenphase der Premier League gewann, die Tabellenführung an Taylor abgehen, der nun mit 14 Punkten einen Zähler vor dem Niederländer rangiert. Dahinter gibt es keine Positionswechsel.

Van Barneveld verliert den Anschluss an Platz 4. Mit sieben Punkten liegt er auf Rang 7 im Niemandsland des Tableaus.

Am nächsten Donnerstag macht die Premier League am 10. Spieltag in Sheffield Halt.

Danach finden noch fünf Sessions statt, bis am 19. Mai in der O2-Arena von London das Halbfinale und das Finale steigt.

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Die Partien im Überblick

James Wade - Gary Anderson 6:6
Michael Smith - Phil Taylor 5:7
Dave Chisnall - Peter Wright 5:7
Robert Thornton - Adrian Lewis 4:7
Raymond van Barneveld - Michael van Gerwen 6:6

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