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Das Finale des Darts World Grand Prix bestreiten Michael van Gerwen und Gary Anderson
Das Finale des Darts World Grand Prix bestreiten Michael van Gerwen und Gary Anderson © SPORT1-Grafik / Getty Images

Michael van Gerwen und Gary Anderson kämpfen um den Titel beim World Grand Prix. Was spricht für die Nummer 1 der Welt, was für den Weltmeister? Das Wichtigste zum Kracher.

Ein besseres Finale hätte sich der Darts World Grand Prix nicht wünschen können.

Heute Abend (ab 21.30 LIVE im TV auf SPORT1 und im kostenlosen LIVESTREAM) messen sich der Weltranglisten-Erste Michael van Gerwen und Weltmeister Gary Anderson im Showdown um die Siegprämie von 100.000 Pfund.

SPORT1 erklärt, was Sie zum Darts-Knaller wissen müssen.

1. Erstes Major-Finale der Giganten

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Man mag es kaum glauben, dass die beiden Darts-Ikonen auf der PDC-Tour zuvor noch nicht in einem Finale auf großer Bühne aufeinander getroffen sind. 

2015 duellierten sich Anderson und van Gerwen allerdings zweimal auf absolutem Top-Niveau - im WM-Halbfinale und im Finale der Premier League. Beide Male setzte sich der Schotte durch.

Erst vor zwei Wochen drehte van Gerwen den Spieß gegen seinen Angstgegner um, bezwang ihn in der Champions League mit 11:5. Nun steigt dann die Revanche beim World Grand Prix.

2. Was für van Gerwen spricht

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Unter Druck spielt er am besten: Obwohl er gegen Chisnall zwischenzeitlich in Rückstand geriet, bewies van Gerwen einmal mehr seine Comeback-Qualitäten. Er wehrte Breaks ab, spielte Zehn-Darter - genau in dem Moment, in dem es eng wurde. 

"Ich habe heute den Druck gespürt. Dave hat gut gespielt und es mir sehr schwer gemacht", sagte der 27-Jährige nach seinem Sieg. "Jeder spielt so verdammt gut gegen mich, dass ich mein bestes Darts auspacken muss."

Van Gerwens mentale Stärke ist das große Dilemma seiner Konkurrenten. Wann immer sie zur großen Form auflaufen, stacheln sie den Niederländer zu einer noch famoseren Leistung an.

Der direkte Vergleich: Aus 35 direkten Duellen mit Anderson ging van Gerwen bislang 21 Mal als Sieger hervor. Nur 13 Mal hatte der Schotte die Oberhand. Zudem gab es zwischen beiden mal ein Unentschieden in der Premier League.

Ein echter Final-Experte: In vier der letzten fünf Auflagen des World Grand Prix preschte van Gerwen ins Finale vor, holte zweimal den Sieg. Sein Gegner dagegen bestreitet sein erstes Endspiel bei diesem Turnier.

3. Was für Anderson spricht

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Der Mann, der Fehler gekonnt ausnutzt: Vielleicht ist Gary Anderson der größte Parasit der Darts-Szene. Das soll nicht despektierlich klingen, im Gegenteil. Der Schotte versteht es wie kein anderer Spieler, Schwächen seiner Gegner auszunutzen. 

Im Halbfinale lag Gegner Raymond van Barneveld im dritten Satz Break voraus und hatte im dritten Leg die Chance, auf 3:0 zu stellen. Bei acht verbleibenden Punkten reichten dem Niederländer drei Darts allerdings nicht aus, um auf Null zu stellen.

Anderson nahm die Einladung an, gewann noch das Leg und später den Satz. "Raymond hat gut gespielt heute, aber er hat am Ende ein paar Doubles verpasst", sagte Anderson nach seinem Sieg mit einem schelmischen Grinsen.

Der Dieb hatte wieder zugeschlagen.

Ausgeruht für die großen Turniere: In der Champions League scheiterte van Gerwen unlängst an Taylor, der anschließend stichelte: "Mighty Mike" habe müde gewirkt, spiele zu viele Turniere. 

Touche: Kurz zuvor hatte der Weltranglistenerste drei kleinere Turniere an drei Tagen gespielt (und gewonnen) - am Wochenende allerdings zweimal gepatzt.

Anderson wählt seinen Turnierplan mit Bedacht, konzentriert sich aufs Wesentliche.

4. Anderson droht Familien-Zwist

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Wie soll Gary Anderson bloß aus dieser Zwickmühle heraus kommen? Egal, welchen Ausgang das Finale für den 45-Jährige nimmt, er wird sich auf ein paar Sprüche seines Sohnes einstellen müssen. 

Unterliegt er van Gerwen, wird ihn Junior Tai womöglich necken. Bezwingt er den Niederländer, wird sein Sprössling vermutlich betrübt sein. 

Tai Anderson ist nämlich glühender Anhänger van Gerwens. Nach dessen Finaleinzug feierte auf den Schultern von "Mighty Mike". 

Andersons eigener Sohn drückt also seinem Rivalen die Daumen - so kann es manchmal gehen im Familienleben. 

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