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London und München - Im WM-Halbfinale (ab 20 Uhr LIVE auf SPORT1) kommt es zum Duell zwischen den Oranje-Giganten Michael van Gerwen und Raymond van Barneveld. MvG hat eine Rechnung offen.

Dem Clasico folgt die Revanche in Orange.

Nicht nur für die Niederlande ist es das Traum-Halbfinale der Darts-WM: Legende Raymond van Barneveld fordert nach seinem Sieg über Phil Taylor einmal mehr den scheinbar durch Nichts zu erschütternden Dominator Michael van Gerwen.

Vor allem "Mighty Mike" ist heiß auf das Duell. Im vergangenen Jahr scheiterte er im Achtelfinale an seinem Landsmann. Das Aus stachelte van Gerwen zu einer selbst in Taylors Glanzzeiten nie gesehenen Saison an. Unglaubliche 25 Turniersiege, darunter acht Majors, häufte er an, aber sein großes Ziel ist der zweite WM-Titel.

"Ich habe noch nichts zu feiern. Ich kam hierher, um einen Job zu machen. Die WM ist ein besonderes Event. Ich bekomme beim Walk-On immer noch Gänsehaut und bin bereit für das Halbfinale", sagt MvG.

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Van Barnevelds besondere Aura

Tatsächlich ist van Barneveld derzeit wohl der einzige Spieler, der van Gerwen mental noch ein wenig Respekt einflößt. Bei allen anderen noch so namenhaften Kontrahenten gibt er gnadenlos Vollgas.

"Barney" hat jedoch in der Darts-Hochburg Holland immer noch eine ganz spezielle Aura. Mit seinen BDO-Titeln 1998 und 1999 machte er den Sport dort salonfähig - und ermöglichte damit auch van Gerwens steilen Aufstieg.

Van Barnevelds Siegen folgte der Hype, der die aktuelle Generation um van Gerwen, Jelle Klaasen und Benito van de Pas inspirierte.

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Immer enge Matches gegen van Gerwen

Auch deshalb tut sich van Gerwen gegen die Legende - speziell auf den großen Bühnen - immer wieder einmal schwer. Bei Majors ist die Bilanz mit 5:5 ausgeglichen - eine Seltenheit für van Gerwen.

Neben der WM im vergangenen Jahr gewann van Barneveld beispielsweise auch das Finale der Premier League 2014, zudem sind es fast immer ganz enge Spiele zwischen den Oranje-Superstars.

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"Ich spiele als nächstes gegen den besten Spieler der Welt. Ich freue mich richtig darauf und kann es kaum erwarten, gegen Michael anzutreten", sagte van Barneveld bei Sky Sports nach seinem Viertelfinal-Triumph über Taylor.

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Dritter Big Name in Folge für Barney

In der Rolle des Außenseiters fühlt sich van Barneveld bei dieser WM extrem wohl. Vor seinem alten Rivalen hatte der ehemalige Postbote aus Den Haag bereits Doppelweltmeister Adrian Lewis nach Hause geschickt.

Aufgrund fehlender Topresultate 2016 war van Barneveld nur an Position zwölf gesetzt, aber wenn die WM ansteht, ist er regelmäßig in Topform.

Zudem wirkt er heuer im Alexandra Palace extrem relaxt. Der häufig grüblerische und zaudernde fünfmalige Weltmeister strahlt pures Selbstvertrauen aus: "Ich hatte von Phil mehr erwartet, aber speziell im letzten Satz habe ich ihn konstant unter Druck gesetzt. Ich bin sehr stolz auf mein bisheriges Turnier."

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Besondere Motivation wie 2007?

Genau dann ist van Barneveld extrem gefährlich. So war es auch 2006, als er den Schritt zur PDC wagte und dann im wohl besten Darts-Spiel aller Zeiten das WM-Finale 2007 gegen Taylor im Sudden Death gewann.

"Als ich bei der BDO-WM gegen Jelle Klaasen das Finale verlor, sangen sie "who the fuck is Barney?" Das war für mich zu viel. Ich hatte Darts in Holland aufgebaut und das war der Dank", erzählte van Barneveld einmal.

Aus der aktuellen Konstellation dürfte er ähnliche Motivation ziehen, denn van Gerwen steht natürlich auch im Nachbarland komplett im Fokus.

Zahlen sprechen für MvG

Das atemberaubende Scoring und die spektakulären Finishes gepaart mit seiner temperamentvollen Persönlichkeit haben van Gerwen zum unbestrittenen Aushängeschild der PDC gemacht.

Bei der WM konnte ihn bisher niemand in Schwierigkeiten bringen, Cristo Reyes spielte einen Rekord-Average für einen Verlierer, verlor aber dennoch klar. In allen vier Spielen lag Mighty Mikes Durchschnitt bei über 100 Punkten, schon dreimal gelang ihm das Maximalfinish 170. Ganze vier Sätze gab er bisher ab.

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Modus könnte van Barneveld helfen

Die potenziellen Finalgegner Gary Anderson (Doppelschwächen) und Peter Wright (Scoring) scheinen van Gerwen in dieser Form auf die lange Distanz von sieben Sätzen nicht gewachsen zu sein.

Nach Legs hätte wohl auch Barney keine Chance gegen die unfassbaren zwei, drei, vier Leg-Läufe der Nummer eins, aber auf Sätze ist ihm der Coup vielleicht doch ein weiteres Mal zuzutrauen. Auch wenn die Distanz im Halbfinale (Best of 11 Sets) noch einmal deutlich länger ist als im letztjährigen Achtelfinale (Best of 7).

"Who the fuck is Barney?" würde dann erst Recht niemand singen.

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