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London und München - Rekordweltmeister Phil Taylor hat sich selbst die größtmögliche Bühne für seinen Abschied bereitet. Das WM-Finale gegen Rob Cross wird das Ende eines modernen Märchens.

Ende 2017 ist Schluss. Das stellte Phil Taylor vor knapp einem Jahr, kurz nach seinem WM-Aus im Viertelfinale gegen Erzfeind Raymond van Barneveld klar. Er sollte nicht ganz recht behalten. Ein Profi-Match wird "The Power" im Jahr 2018 doch noch bestreiten müssen. Das hat sich die Legende schön selbst "eingebrockt".

Ein märchenhafter Lauf hat Taylor, den 16-maligen Weltmeister, bei seiner 28. WM-Teilnahme tatsächlich noch einmal ins Finale (Countdown ab 18.45 Uhr, Finale ab 21 Uhr LIVE im TV, STREAM und LIVETICKER) getragen. Zum 21. Mal wird er dann das Endspiel einer Darts-Weltmeisterschaft zum "Taylor Wonderland" machen. Es wird die letzte Reise des einstigen Fabrikarbeiters aus Stoke-on-Trent dorthin sein.

Duell der Generationen

Für seinen endgültigen Abschied hat sich Taylor selbst die größtmögliche Bühne bereitet. Im Endspiel trifft "The Power" auf Shooting-Star Rob Cross, der gleich bei seinem ersten WM-Auftritt im Halbfinale spektakulär Taylors designierten Nachfolger Michael van Gerwen aus dem Weg räumte.

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Mit keinem von beiden musste man im Vorfeld unbedingt im Finale rechnen. Cross spielte zwar eine sagenhafte Saison, das Spektakel im Ally Pally hatte der gelernte Elektriker bisher aber nur im TV erlebt. Bei Taylors erstem WM-Titel 1990 war "The Voltage" gerade einmal sieben Monate alt.

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Taylor überrascht - auch sich selbst

Taylor selbst ist nicht mehr der Dominator von einst, als er zwischen 1995 und 2006 bei der WM ungeschlagen blieb. Diese Rolle hat eigentlich schon längst der unersättliche Michael van Gerwen übernommen.

"Ich dachte nicht, dass ich diesen ganzen Weg schaffen würde. Gerade gegen Gary Anderson", gab "The Power" nach dem Halbfinalsieg gegen Newcomer Jamie Lewis zu. Doch er bestand im Viertelfinale gegen Doppel-Weltmeister und Vorjahresfinalist Anderson. Es war der Knackpunkt im Turnier.

Am freien Tag stand für den Rekordweltmeister erst einmal Entspannung auf dem Programm. "Ich werde nicht trainieren. Entscheidend ist nun die Energie. Mein Level ist in Ordnung, aber ich spiele noch nicht gut genug. Ich kann noch besser spielen", hatte Taylor nach seinem Finaleinzug angekündigt. Er sei "dankbar für diesen freien Tag". 

Abschied einer Legende

Kein Spieler stand so häufig wie Taylor in einem WM-Endspiel, und dennoch wird das 21., das ultimativ letzte, natürlich eine Ausnahmesituation für die Darts-Legende. Schon bei seinen ersten Auftritten in diesem Jahr merkte man Taylor an, dass ihn der nahende Abschied nicht kalt lässt.

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In den ersten Runden wirkte der Rekordweltmeister ungewohnt verunsichert. Interviews lehnte er schon Tage vor Turnierbeginn ab. Doch mit jedem weiteren Sieg schwamm sich der 57-Jährige frei, wirkte unbeschwerter. Vor allem im Viertelfinale gegen Anderson ließ der 57-Jährige seine alte Klasse wieder aufblitzen und nährte die Hoffnung auf einen märchenhaften Abschied.

Am Neujahrstag bestreitet "The Power" definitiv seinen letzten Walk-on und steht ein letztes Mal auf der ganz großen Bühne. Unabhängig vom Ausgang des WM-Finales, werden die Fans im Ally Pally und Millionen Zuschauer vor dem Fernseher Historisches erleben, wenn sich eine Darts-Legende verabschiedet.

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