vergrößernverkleinern
Max Mosley ist seit 1993 Präsident des Welt-Automobilverbands FIA © imago

Der FIA-Präsident hat im Machtkampf mit den Teams offenbar nachgegeben. Nun scheint der Zerfall der Rennserie abgewendet.

München - Im Machtpoker der Formel 1 hat FIA-Präsident Max Mosley nachgegeben und den befürchteten "schwarzen Freitag" offenbar abgewendet.

Der Chef des Automobil-Weltverbandes traf sich bereits in London mit den Teams.

Zuvor erklärte Mosley in einem Brief an Luca di Montezemolo, Präsident von Ferrari und der Teamvereinigung FOTA, die Bereitschaft der FIA, das Concorde Agreement bis 2012 unterschreiben und dabei "in großen Teilen" die Bedingungen der Teams annehmen zu wollen.

Bislang hatte Mosley fast zwei Wochen lang nicht auf die Kompromiss-Vorschläge der FOTA reagiert und somit die Angst vor dem großen Knall und dem Zerfall der Formel-1-WM geschürt.

Teams drohen mit Ausstieg

Am Freitag wird der Brite in Paris die maximal 13 Teams benennen, die an der WM 2010 teilnehmen werden.

Acht von zehn derzeitigen Teams haben sich bisher nur unter Bedingungen für 2010 eingeschrieben.

Für den Fall, dass diese nicht akzeptiert werden, hatten sie mit dem Ausstieg aus der WM und der Gründung einer "Piratenserie" gedroht. ("Piratenserie": Ecclestone droht, Hill warnt)

Budgetgrenze in zwei Schritten?

In einem dem britischen Fachmagazin "Autosport" vorliegenden Brief Montezemolo deutete Mosley nun seine Kompromissbereitschaft an.

Zwar sei die Einführung einer Budgetgrenze - die nur Ferrari und Toyota grundsätzlich abgelehnt hatten - unausweichlich. Allerdings könne man sich darauf verständigen, diese in zwei Schritten einzuführen.

"Die Grenze 2010 könnte bei 100 Millionen Euro liegen, aber wir brauchen unbedingt eine", schrieb Mosley: "Und für 2011 müssen wir die Sicherheit der Obergrenze von 45 Millionen Euro haben."

Damit hat sich der FIA-Präsident fast schon auf das Niveau der FOTA-Vorschläge begeben. Diese sahen offenbar vor, die Einführung in drei Abstufungen durchzuführen, und zwar ebenfalls mit 100 Millionen Euro als erstem Schritt und den 45 Millionen als Ziel.

Auch "Lex Newey" ist möglich

Somit würde nur noch der gewünschte Zwischenschritt wegfallen, einer Einigung dürfte deshalb kaum noch etwas im Wege stehen.

Auch in einem weiteren Detail scheint Mosley einlenken zu wollen. Jedes Team soll das Gehalt eines teuren Mitarbeiters aus der Budgetlimit-Rechnung herausnehmen können.

Diese "Lex Newey" ermöglicht es, beispielsweise das Gehalt von Stardesigner Adrian Newey bei Red Bull gesondert abzurechnen.

Technische Vorteile kein Thema mehr

Zudem betonte Mosley noch einmal, dass technische Vorteile für Teams, die ein freiwilliges Limit einrichten, und damit die Einführung einer Zwei-Klassen-Gesellschaft kein Thema mehr seien.

Stattdessen sollte dann ein Know-how-Transfer zwischen den bestehenden Teams und den neuen Rennställen etabliert werden, "der mindestens 2010, vielleicht aber auch noch 2011 stattfindet".

Dies war ein Angebot der Teams bei der Einschreibung unter Bedingungen.

Ferrari stellt sich stur

Ferrari hatte noch einmal klargestellt, dass die FIA die Italiener nicht nominieren dürfe, wenn sie nicht auf die Forderungen der Scuderia und der anderen sieben Rennställe der Teamvereinigung FOTA eingehe. Ob di Montezemolo das Schreiben da schon vorlag, ist nicht bekannt.

"Die Position von Ferrari hat sich nicht geändert", sagte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali auf der teameigenen Webseite:

"Wir werden alles tun, um eine Lösung zu finden, die für alle Seiten akzeptabel ist. Wenn das nicht möglich ist, darf die FIA Ferrari nicht in die Liste der Teams für die WM 2010 aufnehmen." (Ferrari bleibt stur)

Bisher haben nur Williams und Force India ohne Bedingungen für das kommende Jahr gemeldet.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel