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Alejandro Valverde gewann 2008 die 1. Tour-Etappe und übernahm das Gelbe Trikot © getty

Ob wegen eines positiven Dopingtests, einer anderen Sperre, Formschwäche oder anderer Planung - etliche Stars fehlen bei der Tour.

Monte Carlo - Kokainsünder Tom Boonen ist in letzter Minute auf den Tour-Zug gesprungen, andere Radstars haben durch die Arbeit der Dopingjäger jedoch den Anschluss verpasst.

Mehr als ein halbes Dutzend Profis müssen wegen des unerlaubten Griffs in den Medizinschrank zu Hause bleiben, andere wurden nicht eingeladen oder meiden die Tour de France wegen geringer Siegchancen.

Schumacher streitet alles ab

Stefan Schumacher trug im Vorjahr noch das Gelbe Trikot, heute ist er wegen Dopings gesperrt. Der Schwabe bestreitet alles, zur Tour brachte ihn das trotzdem nicht.

Sein früherer Gerolsteiner-Kollege Bernhard Kohl war da schon redseliger und gestand seine Sünden. Mittlerweile ist der Österreicher zurückgetreten, doch sein Bergtrikot vom vergangenen Jahr rückt er nicht raus.

Valverde darf nicht nach Italien

Der umstrittenste Fall ist sicherlich Alejandro Valverde.

Der Spanier wurde vom Olympischen Komitee Italiens (CONI) mit einer Zweijahressperre belegt, weil ihm die Ermittler mittels DNA-Abgleich einen Blutbeutel zuordneten, der in der Operacion Puerto sichergestellt worden war.

Die Sperre gilt zwar nur in Italien, doch zu Valverdes Pech führt die 16. Etappe knapp 90 Kilometer durch den Stiefel Europas.

Winokurow bis Ende Juli gesperrt

Der Kasache Alexander Winokurow muss bereits seit 2007 zuschauen, weil ihm während der Tour Fremdblutdoping nachgewiesen worden war.

Ursprünglich war der frühere Team-Kollege von Jan Ullrich von seinem nationalen Verband nur für ein Jahr gesperrt worden.

Weil er daraufhin aber seinen Rücktritt verkündete, hatte der Weltverband UCI auf einen Einspruch verzichtet.

Als Winokourow jedoch im vergangenen Oktober mit einem Comeback liebäugelte, verweigerte der Verband dem Kasachen die Lizenz und zog vor den CAS.

Der entschied: Gesperrt bis 24. Juli 2009.

Kasache kündigt Comeback an

Winokurow kam dennoch nach Monaco, hielt eine vollmundige Pressekonferenz ab und kündigte sein Comeback im Astana-Trikot an.

Nebenbei teilte er mit, dass die Zeit von Lance Armstrong in dem Rennstall vorbei ist.

Zwei Katjuscha-Profis mit EPO erwischt

Einige andere potenzielle Tour-Starter gingen den Doping-Fahndern bereits früh in diesem Jahr ins Netz.

Die beiden Katjuscha-Fahrer Christian Pfannberger (Österreich) und Antonio Colom (Spanien) benutzten beide das ziemlich gut nachweisbare Blutdopingmittel Epo und wurden aus dem Verkehr gezogen.

Steegmans verweigert Unterschrift

Das russische Team zwang seine Fahrer daraufhin, eine neue Klausel zu unterschreiben, wonach sie das Fünffache eines Jahresgehalts zahlen müssen, wenn sie beim Dopen erwischt werden.

Der Sprinter Gert Steegmans, 2008 Sieger der letzten Etappe, verweigerte seine Unterschrift und wurde aus dem Tour-Aufgebot gestrichen.

Gedopter Dekker fühlt sich betrogen

Drei Tage vor dem Start der Grande Boucle platzten die Tour-Träume von Thomas Dekker.

Das Kölner IOC-Labor untersuchte eine Urinprobe aus dem Dezember 2007 auf Anregung der UCI noch einmal und fand Spuren von Epo.

Dekker wähnt sich betrogen, muss aber trotzdem zu Hause bleiben.

Liquigas nominiert Basso nicht

Andere große Namen des Radsports verzichten mehr oder weniger freiwillig auf die Tour.

Ivan Basso, ebenfalls in die spanische Dopingaffäre verwickelt, wurde von seinem Team in diesem Jahr noch nicht nominiert.

Die Rückkehr des Italieners zum größten Radrennen der Welt ist wohl aber nur noch eine Frage der Zeit.

Olympiasieger Sanchez noch nicht in Form

Olympiasieger Samuel Sanchez wurde von seinem Rennstall nach einer sehr bescheidenen ersten Saisonhälfte zu Hause gelassen. Sein Saison-Höhepunkt wird die Vuelta a Espana sein.

Der frühere Giro-Sieger Damiano Cunego will sich lieber auf die WM und die letzten Klassiker des Jahres konzentrieren.

Nicht ganz freiwillig ist Danilo Di Luca, immerhin Zweiter des Giro d'Italia, abwesend. Sein Team wurde von den Tour-Organisatoren schlicht und ergreifend nicht eingeladen.

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