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Luis Leon Sanchez (l.) ließ Sandy Casar im Zielsprint der 8. Etappe keine Chance © AFP

Eine Vierergruppe rettet ihren Vorsprung auf der 8. Etappe ins Ziel. Luis Leon Sanchez triumphiert. Rinaldo Nocentini behält Gelb.

St. Girons - Ein erneuter Schlagabtausch zwischen Lance Armstrong und Alberto Contador blieb aus, stattdessen triumphierte Ausreißer Luis Leon Sanchez auf der zweiten Pyrenäen-Etappe der 96. Tour de France.

Der Spanier siegte nach 176,5 km von Andorra nach St. Girons vor dem Franzosen Sandy Casar und seinem Landsmann Mikel Astarloza.

Der Italiener Rinaldo Nocentini verteidigte erfolgreich das Gelbe Trikot des Spitzenreiters. (ÜBERSICHT: Wo liegen die Favoriten?)

Tony Martin ist als Siebter der Gesamtwertung weiter bester Nachwuchsprofi. "Das Weiße Trikot ist die Motivation, die mich die Berge hochträgt. Wenn ich irgendwann explodiere, ist das eben so. Aber bisher läuft alles gut", sagte Columbia-Profi Martin. Der 24-Jährige ging auch im zweiten Hochgebirgsabschnitt alle Tempoverschärfungen der Favoriten mit.

Casar im Sprint chancenlos

Sanchez (Caisse d'Epargne) setzte sich im Sprint einer vierköpfigen Spitzengruppe durch, die sich etwa 60 Kilometer vor dem Ziel von sechs weiteren Ausreißern abgesetzt hatte.

Hinter Casar (FdJeux) und Astarloza (Spanien/Euskaltel) fuhr Wladimir Jefimkin (Russland/AG2R) auf Platz vier. Das Hauptfeld um Contador, Armstrong und Milram-Kapitän Linus Gerdemann erreichte das Ziel 1:54 Minuten nach dem Tagessieger.

Evans attackiert früh

Die Etappe verlief vom Start weg sehr nervös. Unzählige Fahrer ergriffen auf dem Weg zum 2408 m hohen Port d'Envalira die Flucht, Nocentinis Team AG2R schien mit der Situation zunächst völlig überfordert. Die Astana-Mannschaft beteiligte sich nicht an der Führungsarbeit und beschränkte sich darauf, bei jeder Attacke einen Fahrer loszuschicken.

Erst als der Vorjahreszweite Cadel Evans sich absetzte, ergriff das Team von Armstrong und Contador die Initiative. Erst eine zehnköpfige Gruppe um den Norweger Thor Hushovd und den späteren Etappensieger Sanchez ließ man schließlich fahren.

Der Cervelo-Star Hushovd gewann die beiden Sprint-Wertungen in Luzenac und Tarascon-sur-Ariege und nahm dem Briten Mark Cavendish (Columbia) das Grüne Trikot ab.

Auch Schleck greift an

Am Col d'Agnes, einem Berg der ersten Kategorie, griff der Luxemburger Andy Schleck 54 Kilometer vor dem Ziel aus dem Feld heraus an.

Alle Favoriten folgten dem Saxo-Bank-Fahrer, jedoch wurde Nocentini kurzfristig um bis zu 30 Sekunden distanziert. Der Italiener kämpfte sich bis zum Gipfel wieder an das Feld heran.

Der Tourmalet wartet

Vor dem ersten Ruhetag am Montag in Limoges steht am Sonntag die letzte Kletterpartie in den Pyrenäen auf dem Programm. 124970(Die Höhen-Profile der Tour-Etappen)

Auf dem 160,5 km langen Teilstück von Saint-Gaudens nach Tarbes ist dabei zum 74. Mal der Col du Tourmalet zu bewältigen. Der mt 2114 Metern höchste Straßenpass in den französischen Pyrenäen weist auf dem 17, 1 km langen Anstieg eine durchschnittliche Steigung von 7,4 Prozent auf.

Vor dem Tourmalet steht der Col d'Aspin. Wenn die beiden Berge gemeistert sind, bleiben dem Feld immerhin noch 70 km, um den Anschluss zu den Kletterspezialisten wieder herzustellen. In einer rasenden Abfahrt geht es an Argeles-Gazost und dem berühmten Wallfahrtsort Lourdes vorbei in Richtung Tarbes.

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