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Pierrick Fedrigo (l.) war schon früh auf der 9. Etappe ausgerissen © AFP

Nach langer Flucht und der Fahrt über den Tourmalet machen ein Franzose und ein Italiener die 9. Tour-Etappe unter sich aus.

Tarbes - Der Franzose Pierrick Fedrigo hat die letzte Pyrenäen-Etappe der 96. Tour de France gewonnen.

Der Fahrer vom Team Bouygues Telecom holte sich nach 160,5 km von Saint-Gaudens nach Tarbes den Sieg vor Franco Pellizotti (Italien/Liquigas).

Das Gelbe Trikot des Gesamtersten verteidigte der Italiener Rinaldo Nocentini erfolgreich.

Der AG2R-Fahrer liegt weiterhin sechs Sekunden vor dem Spanier Alberto Contador und acht vor dem siebenmaligen Tour-Champion Lance Armstrong (USA). Tony Martin trägt weiterhin das Weiße Trikot des besten Nachwuchsprofis. (ÜBERSICHT: Wo liegen die Favoriten?)

Keine Attacken am Tourmalet

Contador und Armstrong verzichteten auf der 9. Etappe wie auch die restlichen Anwärter auf den Toursieg auf Attacken.

Weder der Luxemburger Andy Schleck (1:49 Minuten zurück), noch der Australier Cadel Evans (3:07) oder Titelverteidiger Carlos Sastre aus Spanien (2:52) nutzten die Fahrt über den 2115 m hohen Tourmalet, um einen Angriff zu starten.

Voigt versucht sein Glück

Stattdessen versuchte es Ausreißerkönig Jens Voigt, der kurz nach dem Start mit einer kleinen Fluchtgruppe das Weite suchte. Doch am Tourmalet musste Voigt abreißen lassen und 80 km vor dem Ziel wurde er dann vom Hauptfeld wieder eingeholt.

Dagegen kamen seine beiden Mitausreißer rechtzeitig vor der großen Verfolgergruppe ins Ziel. Dabei verwies Fedrigo den Pellizotti auf den zweiten Platz.

"Das war ein schwerer Kampf, vom Feld wegzukommen. Vielleicht hat das zuviel Kraft gekostet. Aber für die Moral war es wichtig, mich mal vorne zu zeigen. Wenn es eine Konstante in zwölf Jahren Tour de France gibt, dann die, dass ich einmal ausreiße", sagte Voigt.

Martin bei Columbia jetzt Co-Kapitän

Martin kam zeitgleich mit den Favoriten ins Ziel und erhielt damit schon sein siebtes Weißes Trikot in Folge. Damit katapultierte sich der 24-Jährige auch in der Teamhierarchie nach oben.

"Ich habe eine halbe Kapitänsrolle", sagte der Columbia-Profi stolz und berichtet von der noch ungewohnten Konstellation: "In den Bergen habe ich nun die volle Unterstützung vom Team."

Mit dem "Maillot blanc" hatte einst auch der kometenhafte Aufstieg von Jan Ullrich begonnen. Gewisse Parallelen sieht auch Sportdirektor Rolf Aldag. "Tony lebt auch von der Kraftkomponente und ist ebenso schwer zu knacken. Aber Jan hatte ein einmaliges Talent und war mit 24 Jahren schon Toursieger. Es wäre unfair, Tony diese Bürde aufzulegen", sagte Aldag.

Vertragsverlängerung bis 2011

Unterdessen hat sich Columbia mit Martin auf eine Vertragsverlängerung bis 2011 geeinigt. "Sein Vertrag gilt jetzt bis 2010, aber verbal sind wir uns auch schon für 2011 mit Tony einig", erklärte Aldag der "Süddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe).

Bester Milram-Profi ist Linus Gerdemann mit einem Rückstand von 4:20 Minuten zur Spitze.

Ruhetag am Montag

Nach dem Ruhetag wird die Tour am Dienstag mit der zehnten Etappe über 194,5 km von Limoges nach Issoudon fortgesetzt. 124970(Die Höhen-Profile der Tour-Etappen)

Bis auf drei Berge der vierten Kategorie zu Beginn der Etappe geht es überwiegend über flaches Terrain, sodass wieder die Sprinter zum Zug kommen könnten.

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