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Michael Schumacher bestritt 2006 in Brasilien seinen letzten Formel-1-Garnd-Prix © getty

Der Körper macht nicht mit: Der 40-jährige Rekordweltmeister Michael Schumacher sagt sein geplantes Comeback in der Formel 1 ab.

Von Rainer Nachtwey

München - Michael Schumacher wird kein Comeback in der Formel 1 geben.

Der siebenmalige Weltmeister gab auf seiner Homepage bekannt, nicht für den verletzten Felipe Massa bei Ferrari einspringen zu können.

"Ich habe Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo und Teamchef Stefano Domenicali darüber informieren müssen, dass ich nicht für Felipe einspringen kann. Ich habe absolut alles versucht, dieses Comeback auf Zeit möglich zu machen, aber zu meinem größten Bedauern klappt es nicht", begründete der 40-Jährige seine Absage.

Brüche im Bereich von Kopf und Hals

Die Nackenbeschwerden, die Schumacher seit dem Motorrad-Unfall im Februar plagen, seien bei den Tests mit dem zwei Jahre alten F2007 in Mugello wieder aufgetreten und nicht in den Griff zu bekommen. "Wir haben alles versucht, was medizinisch und therapeutisch machbar ist."

Schumacher weiter: "Mein Nacken kann den extremen Belastungen der Formel 1 nicht standhalten. Das hat sich im Verlauf der Untersuchungen, die wir während der vergangenen beiden Wochen immer wieder angestellt haben, und der Abschluss-Untersuchung deutlich gezeigt."

Erstmals gab er auch Details zu seinem Unfall zu Jahresbeginn bekannt. "Die Verletzungsfolgen vom Motorrad-Unfall im Februar, als ich mir Brüche im Bereich Kopf und Hals zugezogen habe, sind leider noch immer zu schwer", sagte Schumi.

Schumacher-Sprecherin Sabine Kehm erklärte bei N24, dass es auch "Verletzungen an einer Arterie" gegeben habe.

Laut Kehm seien die Verletzungen "so schlimm, dass er die Extrembelastung, die die Formel 1 darstellt, einfach nicht kompensieren kann".

Zutiefst enttäuscht

Schumacher selbst sagte weiter, er fühle sich zutiefst enttäuscht, Ferrari nicht helfen zu können, und die Fans enttäuschen zu müssen.

"Mir tut es wahnsinnig leid. Ich kann nur nochmals sagen, dass ich alles versucht habe, was in meiner Macht stand. Ich wäre gerne für Felipe eingesprungen", meinte Schumacher. "Jetzt bleibt mir nur, dem gesamten Team die Daumen für die nächsten Rennen zu drücken"

Di Montezemolo dankt Schumacher

"Ich bin sehr traurig", meinte di Montezemolo. "In den letzten Tagen haben wir uns an seinen großartigen Anstrengungen, seiner Einstellung und Motivation erfreuen dürfen. Seine Rückkehr wäre für die gesamte Formel 1 sehr gut gewesen."

Ungeachtet der Absage bedankte er sich bei Schumacher: "Im Namen von Ferrari und all den Fans möchte ich ihm Dank aussprechen. Er hat trotz dieser Umstände alles für das Team gegeben."

Badoer als Massa-Ersatz

Nach der Absage steigt jetzt Ferrari-Testfahrer Luca Badoer in Valencia beim Europa-GP in den roten Renner. Der Italiener bestritt in seiner Formel-1-Karriere bisher 48 Rennen für Lola, Minardi und Forti.

Der 38-Jährige ist seit 1998 Testfahrer bei Ferrari.

"Nach Absprache mit Stefano Domenicali haben wir uns dazu entschieden, Luca Badoer die Chance zu geben, für die Scuderia Rennen zu bestreiten, nachdem er sich lange Jahre als Testfahrer bewährt hat", sagte di Montezemolo.

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