vergrößernverkleinern
Michael Schumacher stellte sich in Genf den Fragen der Journalisten © getty

Michael Schumacher erlitt im Februar einen Schädelbasisbruch. Fragen zu einem späteren Formel-1-Comeback weicht er aus.

München - Michael Schumacher hat bei seinem Motorradunfall im Februar in Cartagena einen Schädelbasisbruch erlitten und musste offenbar zeitweise sogar eine Lähmung befürchten.

Wegen der schweren Verletzungen hatte der Rekord-Weltmeister am Dienstag sein Comeback in der Formel 1 abgesagt.

"Es war die schlimmste Verletzung, die er in seiner Karriere erlitten hat - mit weitem Abstand", sagte Schumacher-Arzt Johannes Peil, Leiter der Sportklinik Bad Nauheim, am Mittwoch auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz in Genf.

Schumacher habe eine Fraktur des siebten Halswirbels und der oberen linken Rippe erlitten. Zusätzlich habe er sich durch den enormen Aufprall und die enorme Stauchung eine Fraktur der Schädelbasis zugezogen.

Wichtige Ader beschädigt

Laut des Schumacher-Leibarztes hatte der Splitterbruch auch eine wichtige Ader beschädigt.

"Man ist froh, wenn man das zunächst mal ohne Folgeschäden übersteht. Komplikationen würden auch das Kleinhirn betreffen. Das Kleinhirn ist verantwortlich für alle Leistungen des Bewegungsapparats. Da kann man sich leicht vorstellen, welche Fähigkeiten darunter leiden", sagte Peil dem "ZDF".

"Comeback nie geplant"

Schumacher äußerte sich auf der Pressekonferenz zu seinem geplatzten Comeback.

"Das Comeback war nie geplant", stellte er dabei klar: "Ich hatte nie seriöse Absichten, in die Formel zurückzukehren. Es war ein reiner Hilfedienst. Es war eine Selbstverständlichkeit, zur Verfügung zu stehen."

"Rücktritt nie bedauert"

Schumacher über seinen Rücktritt 2006: "Damals war die Batterie leer. Ich habe die Entscheidung nie bedauert. Ich hatte ein sehr gutes Vertragsangebot und wollte damals nicht mehr weitermachen."

Schumacher betonte zudem, es hätte keine bessere Vorbereitung auf die geplante Rückkehr geben können, als die, die er hatte. Der Gesundheitszustand Schumachers war nach den Testfahrten in Mugello als bedenklich eingestuft worden.

Spekulationen gehen weiter

Es wird jedoch bereits wieder spekuliert, dass Schumacher 2010 in einem dritten Auto für die Scuderia in der Formel1 starten könnte.

"Spekulationen gibt es ständig", kommentierte Schumacher auch die Gerüchte, er könne in Monza wieder ins Auto steigen - einen Riegel schob er diesen aber nicht vor.

Momentan gehe es ihm eher darum, die Enttäuschung darüber zu verarbeiten, dass er seinen alten Kollegen nicht helfen könne.

Auf Nachfragen der Journalisten zu einem Comeback in späterer Zukunft sagte Schumacher nur: "Das ist sicherlich kein Thema, mit dem ich mich momentan befasse. Ich werde weiterhin Kart fahren, weil es mir Spaß macht. Alle andere steht momentan nicht zur Diskussion."

"Der Schmerz wurde zu stark"

Schumacher beschrieb seine Testfahrten in Mugello: "Ich hatte keine Probleme, mich an die Geschwindigkeit zu gewöhnen. Abgesehen von dem Schmerz, den ich die ganze Zeit hatte."

Es sei jedoch nicht ein Moment gewesen, in dem er gemerkt habe, dass sein Körper den Belastungen nicht standhält. "Es war ein Prozess", so Schumacher: "Der Schmerz war schon bei der ersten Fahrt da. Dieser Prozess führte zu einem Punkt, wo der Schmerz zu stark wurde."

Schumachers Fazit mit Rückblick auf den folgenschweren Motorrad-Unfall: "Ich ärgere mich, dass das passiert ist, weil es mich davon abhält, das zu tun, was ich möchte."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel