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Blutabnahmen oder Blutdoping? Die Blutbank Humanplasma Wien leugnet Dopingvorwürfe © getty

In einer Erklärung weist die Wiener Blutbank Humanplasma Vorwürfe zurück, in dem Institut habe es Dopingpraktiken gegeben.

München - Die Humanplasma GmbH in Wien wehrt sich gegen den Vorwurf, in den vergangenen Jahren Blutdoping organisiert zu haben.

"Tatsache ist, dass bei Humanplasma niemals Sportler gedopt wurden", erklärte die Unternehmensleitung in einer Medienmitteilung.

Kohl belastete Humanplasma

"Zu keinem Zeitpunkt wurde bei Humanplasma Blut transfundiert und niemals wurden Medikamente, Hormone oder sonstige Mittel zur Leistungssteigerung verabreicht."

Dem steht zum Beispiel die Aussage des Tour-Dritten des Jahres 2008, dems früheren Gerolsteiner-Profi Bernhard Kohl entgegen, der behauptete dreimal bei Humanplasma gewesen zu sein. An ihm sei Blutdoping praktiziert worden.

"Völlig absurd"

Humanplasma wurde Mitte 2003 ersucht, so heißt es in der Erklärung, österreichischen Sportlern international zu "Chancengleichheit" zu verhelfen.

In der Folge fanden von Ende 2003 bis Anfang 2006 Blutabnahmen bei Sportlern statt, die Humanplasma Jahre vor Inkrafttreten des Antidopinggesetzes wieder eingestellt habe. Insgesamt sei weniger als 30 Sportlern Blut abgenommen worden.

Presseberichte, wonach es 184 Kunden aus dem internationalen Spitzensport gegeben haben soll, bezeichnete Humanplasma als "völlig absurd". Zwischenzeitlich war auch eine Kundenliste unbekannter Herkunft in Umlauf gebracht worden, auf der auch deutsche Wintersportler standen. Die Vorwürfe wurden letztlich aber nie erhärtet.

Der Deutsche Skiverband forderte von seinen Athleten zudem Eidestattliche Erklärungen ein, in denen diese jegliche Dopingpraktiken ausschlossen.

"Blutdoping in Österreich völlig legal"

"Mit der Olympiade 2006 in Turin wurde klar, dass Blutdoping und Beiträge dazu zwar in Österreich völlig legal, international aber eine geächtete Praxis der Leistungssteigerung waren. Daher hat man die Blutabnahmen auch zu diesem Zeitpunkt gänzlich eingestellt", heißt es in der Humanplasma-Information.

Die "SOKO Doping", die derzeit in Österreich verschiedene Vorfälle aufarbeitet, sei von der Firma mit umfangreichen Informationen unterstützt worden.

In den vergangenen Tagen hatte es gegen das Labor auch Untersuchungen wegen angeblicher Steuerhinterziehung gegeben.

Das Institut hatte nach eigenen Angaben die Behörden von sich aus informiert und war zugleich "allen abgabenrechtlichen Verpflichtungen" nachgekommen.

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