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Andreas Ivanschitz wechselte vor der Saison von Panathinaikos Athen zu Mainz © getty

Im Sport1.at-Interview spricht der Österreicher über das Mainzer Erfolgsgeheimnis und seine Nichtberufung ins Nationalteam.

Von Matthias Becker

Mainz - Ein guter Poker-Profi wäre Andreas Ivanschitz wohl nicht.

Jedenfalls war es nicht schwierig, dem Österreicher in Diensten von Mainz 05 nach dem 2:1-Sieg gegen Hoffenheim seinen Gemütszustand vom Gesicht abzulesen.

Freudestrahlend stellte er sich den Fragen der Journalisten, nachdem er mit seinem vierten Saisontreffer früh die Weichen auf den vierten Mainzer Saisonsieg gestellt hatte.

Mit 14 Punkten aus acht Spielen steht der Aufsteiger aus Rheinhessen hervorragend da und kann die Länderspielpause in aller Ruhe zur weiteren Feinabstimmung nutzen.

Wieder keine ÖFB-Berufung

Im Training anwesend ist dann erstaunlicherweise auch Ivanschitz.

Österreichs Nationaltrainer Dietmar Constantini berief den 25-Jährigen einmal mehr nicht in die ÖFB-Auswahl - obwohl der an acht der zwölf Mainzer Saisontreffer beteiligt war und auch kämpferisch überzeugte.

"Mit dem Thema hatte ich schon vergangenen Donnerstag abgeschlossen?, versicherte Ivanschitz, der von einer angeblich geforderten Einsatzgarantie nichts wissen will.

Solch eine Garantie hat er sich in Mainz de facto erspielt. Bei Sport1.at spricht er über Mainz? Höhenflug und seinen Anteil daran.

Sport1.at: Nach acht Spielen mit Mainz 05 haben Sie schon 14 Punkte gesammelt. Hätten Sie sich das vor der Saison vorstellen können?

Andreas Ivanschitz: Am Beginn einer Saison weiß man nie, wo man steht - gerade als Aufsteiger. Es war für uns enorm wichtig, dass wir mit einem 2:2 zuhause gegen Leverkusen gestartet sind und eine gute Stimmung hatten.

Sport1.at: Welche Gründe sind für den momentanen Höhenflug denn noch entscheidend?

Ivanschitz: Wir arbeiten im Moment sehr gut und konzentriert und können alles umsetzen, was uns der Trainer vorgibt. Dazu kommt, dass wir das nötige Spielglück haben.

Aber das erzwingen wir eben auch dadurch, wie wir in die Zweikämpfe gehen und durch unser großes Engagement. Dadurch haben wir uns die Erfolge auch verdient.

Sport1.at: Erstaunlich ist ja auch, dass Sie mit Spielen gegen Leverkusen, die Bayern oder Hoffenheim kein einfaches Auftaktprogramm hatten. Können Sie ihr Spiel denn in Zukunft gegen Teams durchbringen, die etwas weniger auf Offensive ausgerichtet sind?

Ivanschitz: Wir werden gegen jeden Gegner so spielen ? vor allem zuhause. In unserem Stadion haben wir den zwölften Mann im Rücken, die Stimmung ist sensationell und es macht einfach Spaß.

Wir sind auch gegen Hoffenheim wieder in Führung gegangen und da merkt man dann sofort, dass der Rasen brennt. Wir werfen uns in die Zweikämpfe und spielen den Sieg nach Hause. Das ist schon beeindruckend.

Sport1.at: Sie selbst blühen in Mainz regelrecht auf, bestes Indiz ist wohl das Traumtor gegen Hoffenheim, oder?

Ivanschitz: Da habe ich alles riskiert und voll draufgehalten und der Ball ist rein gegangen. Bei solchen Bällen muss man das Risiko nehmen, dann geht er vielleicht ins Tor. Der kann genauso gut übers Stadiondach fliegen.

Sport1.at: Sie sind an einem Großteil der Mainzer Tore beteiligt. Fühlen Sie sich in Mainz besonders wohl?

Ivanschitz: Es geht ja nur so. Momentan fühlt sich jeder Spieler bei Mainz 05 wohl. Wir haben das Selbstvertrauen und die Sicherheit, Woche für Woche ruhig arbeiten zu können. Wenn man immer nur Druck hat, kann man nicht in Ruhe arbeiten. Und wir können den Schwung im Moment optimal von Spiel zu Spiel mitnehmen.

Sport1.at: Ein 0:3 wie in Bremen kann dieses Selbstvertrauen nicht trüben?

Ivanschitz: Im Gegenteil. Wir waren nach der Niederlage im Training aggressiver und man hat gemerkt, dass die Mannschaft das wieder ausbügeln will. Dass uns das ausgerechnet gegen die sehr starken Hoffenheimer gelungen ist, freut mich umso mehr.

Sport1.at: Der Trainer kam erst eine Woche vor Saisonbeginn zur Mannschaft. Wie groß ist sein Anteil.

Ivanschitz: Natürlich hat er einen großen Anteil, darüber brauchen wir gar nicht zu reden. Jeder in der Mannschaft und im Verein macht momentan gute Arbeit - und dafür gebührt jedem Respekt. Ich hoffe das wir das so beibehalten können.

Sport1.at: Mit einem anderen Trainer läuft es für Sie momentan nicht so gut. Schicken Sie Österreichs Temachef Constantini nach jedem erfolgreichen Mainzer Spiel eine Postkarte?

Ivanschitz (lacht): Nein, das ist nicht notwendig.

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