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Hermann Maier ist Zweiter der ewigen alpinen Bestenliste © getty

Der Wintersport verliert eine seiner schillerndsten Figuren. Mit Tränen in den Augen trennt sich Hermann Maier von seinem "Traumberuf".

Wien - Der österreichische Ski-Rennläufer Hermann Maier, genannt der "Herminator", hat am Dienstag in Wien seinen Rücktritt verkündet.

Der alpine Ski-Rennsport verliert dadurch vier Monate vor den Olympischen Spielen in Vancouver (12. bis 28. Februar 2010), an denen Maier ursprünglich noch hatte teilnehmen wollen, einen seiner größten Stars und eine seiner wenigen schillernden Figuren.

"Ich nehme hier und jetzt Abschied", sagte der sichtlich bewegte Hermann Maier im Rahmen der Pressekonferenz in der Wiener Hofburg mit Tränen in den Augen: "Die Entscheidung fällt mir schwer - ich trenne mich von meinem Traumberuf. Das Anfangen war wesentlich leichter als das Aufhören."

Legendenbildung in Nagano

Mit dem Rücktritt geht eine der erfolgreichsten Karrieren in der Geschichte des Wintersports zu Ende.

Maier, der im Dezember 37 Jahre alt wird, erlangte weltweite Berühmheit, als er bei den Winterspielen 1998 in Nagano nach einem furchterregendes Sturz noch zweimal olympisches Gold gewann.

Es folgten drei Weltmeistertitel und zwei weitere Olympia- sowie WM-Medaillen.

Folgenschwerer Motorradunfall

Maier gewann darüber hinaus viermal den Gesamtweltcup, zuletzt in der Saison 2003/2004, nur zweieinhalb Jahre nachdem er bei einem schweren Motorradunfall am 24. August 2001 beinahe sein rechtes Bein verloren hatte.

In den vergangenen Jahren hatte er wiederholt mit Verletzungen zu kämpfen, im vergangenen Winter plagten ihn schwere Rückenschmerzen.

Spätstarter aus Flachau

Maiers Karriere hatte spät begonnen. Am 6. Januar 1996 war er als Vorläufer eines Riesenslaloms in seiner Heimat Flachau aufgefallen, nur einen Monat später bestritt er sein erstes Weltcup-Rennen (10. Februar, Hinterstoder/26.).

Ein Jahr später, am 23. Februar 1997, gewann er den Super-G in Garmisch-Partenkirchen.

Zweiter der ewigen Bestenliste

Im Laufe seiner bewegenden Karriere nahm Maier an 268 Weltcup-Rennen teil. Dabei fuhr er 96-mal auf das Siegertreppchen - 54-mal gewann er, zuletzt im vergangenen Dezember im kanadischen Lake Louise.

In der ewigen Bestenliste liegt er hinter dem Schweden Ingemar Stenmark (86 Siege) auf Rang zwei.

Am 6. Oktober hatte Maier in Sölden, wo in der kommenden Woche die alpine Weltcup-Saison beginnt, erstmals nach seiner Operation am rechten Knie im vergangenen März wieder auf Schnee trainiert und sich danach "positiv überrascht" gezeigt.

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