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Der 32-jährige Finne Janne Ahonen gab 1992 sein Debüt im Weltcup. © getty

Der finnische Routinier feiert ein umjubeltes Comeback und gilt plötzlich wieder als Favorit auf den Vierschanzentournee-Sieg.

Oberstdorf - Gewonnen hat der Rekordsieger diesmal (noch) nicht - dennoch war Rückkehrer Janne Ahonen in Oberstdorf der Mann des Tages.

Der 32 Jahre alte Finne brach bei seinem umjubelten Comeback nach einem Winter Pause als Einziger in die Phalanx der Österreicher ein und schickte mit seinem überraschenden zweiten Platz eine Kampfansage an die derzeit überragende Skisprungnation.

Ahonen gegen Austria heißt es nun vor den weiteren Wettbewerben der 58. Vierschanzentournee in Garmisch (1. Januar), Innsbruck (3. Januar) und Bischofshofen (6. Januar). (DATENCENTER: Die Vierschanzentournee)

"Vielleicht kann ich die Tournee ja zum sechsten Mal gewinnen", sagte Ahonen mit einem verschmitzten Lächeln.

"Ich bin selbst überrascht"

Und weiter: "Der zweite Platz ist ein unglaubliches Gefühl, ich bin selbst überrascht. Aber das zeigt, dass alles möglich ist. Das macht es bei den drei Springen nun viel leichter für mich." 188811(DIASHOW: Auftakt in Oberstdorf)

Mit 137 Metern stand der Finne (253,2 Punkte) den weitesten Sprung des Tages und nimmt nur zwölf Punkte Rückstand auf Auftaktsieger Andreas Kofler (265,2) mit in das Neujahrsspringen.

Hinter Ahonen haben in Thomas Morgenstern (250,3) und Titelverteidiger Wolfgang Loitzl (245,4) zwei weitere österreichische Überflieger das 35.000 Teure Auto für den Tourneesieger im Blick.

Ahonen macht Tournee spannend

"Die Österreicher sind momentan allen anderen haushoch überlegen", sagte Bundestrainer Werner Schuster: "Aber Ahonen ist ein Ausnahmekönner. So ein Sprung kann eine Initialzündung sein, dass er wieder gewinnt."

Ahonen ist der Mann, der die "Austria-Tournee" spannend macht. Er hatte schon seine Memoiren unter dem Titel "Königsadler" verfasst, doch dann packte den Vater von zwei Kindern wieder die Lust am Skispringen.

Er wurde finnischer Meister und ist jetzt wieder in die Weltspitze zurückgekehrt.

Österreicher wollen den Titel

"Die letzten Wochen waren etwas schwierig für mich, ich hatte aber weiter Vertrauen in mich", meinte der "Icemann".

Er fügte nach seinem ersten Podestplatz seit Rang zwei am 14. März 2008 in Planica gewohnt cool an: "Ich versuche, noch sechs gute Sprünge zu machen. Dann wird man sehen, was passiert."

Dass der fünfmalige Weltmeister seinen sechsten Triumph bei der Vierschanzentournee feiert, wollen insbesondere die Österreicher verhindern, die insgesamt sechs Springer in die Top Ten brachten.

"Die Weichen sind gestellt"

"Das ist ein Wahnsinns-Ergebnis. Das macht uns sehr zuversichtlich für die weitere Tournee. Die Weichen sind gestellt", meinte ein glücklicher Morgenstern.

Titelverteidiger Loitzl sprach von einer "sensationellen Teamleistung". Auch Kofler blickte immer wieder mit einem Strahlen auf das Ergebnis-Tableau.

"Das gefällt mir. Wir Österreicher wollen lange da oben gemeinsam stehen", sagte der Team-Olympiasieger und Einzel-Olympiazweite von 2006.

Einziger Sieg in Willingen

Am 4. Februar 2006 hatte er in Willingen sein bis dato einziges Weltcup-Springen gewonnen.

Doch jetzt ist der in den vergangenen Wintern abgetauchte Kofler bereit für den ganz großen Triumph.

Nach seinem schweren Sturz 2007 in Oberstdorf gab es nun ausgerechnet an gleicher Stelle den großen Durchbruch.

Morgenstern fühlt sich gereift

"Ich hatte eine harte Zeit und habe einiges dazu gelernt. Das hat mich stärker gemacht", meinte der 25-jährige Tagessieger.

Dem weiteren Tour-Verlauf blickt er nun gelassen entgegen: "Ich freue mich auf die Sprünge. Ich versuche, meinen Spaß so gut wie möglich einzubauen."

Dass die Austria-Adler aber auch Ahonen auf der Rechnung haben, machte Morgenstern deutlich: "Es ist so wie immer. Die Tournee hat angefangen, und Janne Ahonen ist wieder auf dem Podest."

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