vergrößernverkleinern
Trauerspiel: Die Salzburger scheiterten mit ihrer Bewerbung für 2014 in der ersten Runde © imago

Die Österreicher bieten sich als Ersatz für das russische Sotchi an. Die Landeshauptfrau stellt allerdings Bedingungen.

Salzburg - Salzburg bietet sich für die Olympischen Winterspiele 2014 für den Fall anhaltender Probleme beim gewählten Ausrichter Sotschi als Ersatz-Gastgeber an.

"Wir hätten den großen Vorteil, dass wir die Sportstätten fast alle haben. Wenn uns das Internationale Olympische Komitee braucht und uns auch einen fairen Anteil von den doch sehr guten Einnahmen bei Olympischen Spielen zahlt, bin ich dabei", erklärte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller in einem Interview mit der Zeitung "WirtschaftsBlatt".

Warnung von IOC-Mitgliedern

Hintergrund für den Vorstoß von Salzburg, das bei der Wahl des Olympia-Ortes für 2014 in der Endausscheidung sowohl dem russischen Kandidaten Sotschi als auch Südkoreas Bewerber Pyeongchang unterlegen war, sind wachsende Sorgen um planmäßige Fortschritte der Vorbereitung am Schwarzen Meer. In Sotschi sollen erst 20 von 250 notwendigen Bauprojekten in Angriff genommen worden sein.

Erst kürzlich warnten IOC-Mitglieder nach einer Inspektion in Sotschi, dass bei den Vorbereitungen keine Zeit mehr verloren werden dürfe.

Außerdem suchen die Olympia-Organisatoren immer noch nach Baufirmen für die Errichtung der Eishallen und von mehreren Hotels.

Auch Sicherheitslage bedenklich

Von russischen Medien verbreitete Terrordrohungen tschetschenischer Rebellen haben zuletzt über die logistischen Schwierigkeiten hinaus auch die Sicherheitsfrage in den Blickpunkt gerückt.

So war am 11. November bei einem neuen Sprengstoffanschlag ein Mann schwer verletzt worden. Es war bereits der sechste Vorfall in diesem Jahr, nach dem die Polizei ermittelt, ob ein Zusammenhang mit den Winterspielen 2014 besteht.

Seit April starben in der russischen Schwarzmeerstadt insgesamt vier Menschen bei Anschlägen, zwei Dutzend wurden verletzt.

Finanzielle Bedingungen

Salzburg würde im Falle eines nachträglichen Zuschlags für 2014 der zweite österreichische Ersatzausrichter in der Geschichte der Winterspiele sein.

1976 war Innsbruck für den ursprünglichen US-Gastgeber Denver, der die finanziellen Belastungen nicht mehr hatte tragen können, eingesprungen.

Burgstaller knüpfte Salzburgs Hilfsbereitschaft jedoch auch unverhohlen an finanzielle Bedingungen: "Zuerst den Zuschlag nicht kriegen und dann einen Haufen Geld dafür ausgeben, auf dass das IOC der große Nutznießer ist, das würde ich nicht mittragen."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!

Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel