vergrößernverkleinern
Wurde gedopt Dritter bei der diesjährigen Tour: Bernhard Kohl © imago

Bernhard Kohl erfährt von der österreichischen Antidoping-Agentur keine Gnade und kassiert trotz Kooperation die Höchststrafe.

Wien - Höchststrafe statt Kronzeugen-Bonus:

Der österreichische Radprofi Bernhard Kohl ist wegen Doping-Missbrauchs für zwei Jahre gesperrt worden.

Trotz des Geständnisses und der angebotenen Kooperation des 26-Jährigen mit den Ermittlern schöpfte die Disziplinar-Kommission der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) damit das volle Strafmaß aus.

Der gebürtige Wiener, Gesamtdritter und "Bergkönig" der diesjährigen Tour de France, hatte am 15. Oktober die Einnahme des verbotenen Epo-Mittels Cera während der Frankreich-Rundfahrt gestanden und umfangreiche Aussagen vor der Kommission angekündigt.

Keine Strafminderung

Dennoch erfüllte sich seine Hoffnung auf eine Strafminderung im Zuge der Kronzeugenregelung nicht. Nach der Urteilsverkündung in Wien zeigte sich Kohl enttäuscht.

"Ich habe meine Aussage getätigt und bin ehrlich gewesen. Wenn das nicht gewürdigt wird, werden wir in das leidige Thema des Schweigens zurückkommen", hatte der Kletterspezialist bereits unmittelbar nach seiner Anhörung vor der NADA-Kommission am Montagvormittag erklärt.

Über die Möglichkeit einer Berufung in seiner Heimat oder vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS werde er erst nach Erhalt des schriftlichen Urteils entscheiden, sagte Kohl.

Kohl kritisiert Schumacher

Wie sein Tour-Zimmerkollege Stefan Schumacher war er durch die während der Frankreich-Rundfahrt genommenen Blutproben zweimal positiv auf das Epo-Präparat gestestet worden.

Während Kohl (Ergebnisse 2008) den Missbrauch gestand, beteuerte Schumacher (Ergebnisse 2008) seine Unschuld, was ihm auch vom Zimmergenossen Kritik einbrachte:

"Er sagt, er ist unschuldig. Ich kann nur sagen: Ich gehe meinen Weg. Und die Menschen erkennen das an, da bin ich froh drüber."

Die Kronzeugenregelung hatte in der Vergangenheit bei den geständigen deutschen Radprofis Jörg Jaksche und Patrik Sinkewitz Anwendung gefunden, deren Sperre auf jeweils ein Jahr reduziert worden war.

Während Jaksche allerdings keinen neuen Arbeitgeber fand, kam Sinkewitz für die kommende Saison beim zweitklassigen tschechischen Team PSK-Whirlpool unter.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel