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Bernhard Kohl fuhr 2005 und 2006 auch für das T-Mobile Team © getty

EPO, Wachstumshormone, Insulin, Testosteron und Blutbank-Kunde: Der ehemalige Gerolsteiner-Profi legt ein umfassendes Geständinis ab.

Wien - Der österreichische Radprofi Bernhard Kohl hat nach Anschuldigungen durch seinen Ex-Manager Stefan Matschiner ein umfassendes Dopinggeständnis abgelegt und Matschiner seinerseits schwer belastet.

"Ich habe von ihm EPO, Wachstumshormone, Insulin und Testosteron bekommen. Außerdem hat er mir bei Blut-Transfusionen geholfen", sagte Kohl.

Zusätzlich gab der ehemalige Gerolsteiner-Profi, der bei der Tour de France 2008 das Trikot des besten Bergfahrers gewann, an, Kunde der Wiener Blutbank Humanplasma gewesen zu sein. Er sei mit Matschiner dreimal dort gewesen und habe dort Blutdoping gemacht.

Zwei Jahre gesperrt

Erstmals habe er seit 2005, dem ersten Kontakt mit Matschiner, Doping betrieben und insgesamt an den Manager 50.000 Euro bezahlt.

Bisher hatte der Österreicher nur Doping mit dem Epo-Nachfolgepräparat CERA zugegeben und war dafür im Oktober für zwei Jahre gesperrt worden. Kohl erklärte weiterhin, die letzte Bluttransfusion habe im September 2008 stattgefunden (Holczer: "Ich will wissen, wer dahinter steckt).

Damit fallen die Vorwürfe gegen Matschiner, der am Montagabend von einer Polizei-Sonderkommission wegen Verdachts auf Handel mit Dopingsubstanzen vorläufig festgenommen worden war, in die Zeit, für die das im vergangenen Jahr verabschiedete österreichische Anti-Doping-Gesetz gilt.

Bis zu fünf Jahren Haft

Danach kann Handel und der Besitz von verbotenen Substanzen mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Über die Verhängung der Untersuchungshaft entscheidet das Landesgericht für Strafsachen in Wien voraussichtlich am Mittwoch.

Laut einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft umfasst das Strafverfahren sogar rund zwei Dutzend Verdächtige: "Es ist augenscheinlich, dass es ein Netzwerk gegeben hat", sagte Michaela Schell.

Vorwürfe zurückgewiesen

Der Leichtathletik- und Radsport-Manager Stefan Matschiner hatte am Dienstagnachmittag die Vorwürfe des Handels mit Dopingsubstanzen zurückgewiesen, Radprofi Bernhard Kohl aber schwer belastet.

So habe Matschiner geholfen, bei Kohl Eigenblut-Transfusionen durchzuführen. Dies hatte dieser bis Dienstagabend nicht zugegeben.

Vor Kohl hatte bereits die Triathletin Lisa Hütthaler ("Du sitzt da wie der ärgste Junkie") Matschinger schwer belastet und erklärt, der 34-Jährige habe sie mit EPO und anderen verbotenen Substanzen versorgt.

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