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Der geständige Dopingsünder Bernhard Kohl für 2007 und 2008 für Gerolsteiner © imago

Der unter Verdacht des Dopinghandels stehende österreichische Sportmanager Stefan Matschiner packt aus. Eine Spur führt nach Ungarn.

Wien - Der schwer belastete Manager Stefan Matschiner hat im österreichischen Doping-Skandal vier Tage nach seiner Festnahme offenbar ein Geständnis abgelegt.

Wie österreichische Medien berichten, habe Matschiner den Ermittlern der Wiener Staatsanwaltschaft die Weitergabe von Dopingmitteln an den gesperrten Radprofi Bernhard Kohl (Kohl gibt Doping zu) sowie Triathletin Lisa Hütthaler und weitere nicht genannte Sportler gestanden.

Epo und Wachstumshormone

Demnach soll Matschiner Kohl, Gewinner des Bergtrikots bei der Tour 2008, von Anfang 2006 bis Mitte 2008 mit Dopingmitteln wie Epo oder Wachstumshormonen versorgt haben.

Hütthaler, die Matschiner zuletzt ebenso wie Kohl schwer belastet und als Dopinglieferanten genannt hatte, belieferte er in den vergangenen beiden Jahren. Er habe sogar konkrete Mengenangaben gemacht.

Kein Dementi vom Anwalt

Matschiners Anwalt Franz Essl dementierte die Informationen auf Anfrage nicht und betonte, dass sein Mandant aber niemanden zum Doping gebracht habe.

Kohl und Hütthaler seien von sich aus auf den Manager zugekommen und hätten bereits zuvor einschlägige Erfahrungen mit Doping gehabt. "Matschiner hat die Beiden zur Verringerung der Dosen angehalten", sagte Essl der Nachrichtenagentur APA.

Matschiner habe in seiner Aussage auch einen Hinweis zum Standort der Blutzentrifuge gegeben, mit der er Bluttransfers an Kohl durchgeführt haben soll. Diese Spur führe nach Budapest.

Walter Mayer in U-Haft

Neben Matschiner sitzt weiterhin auch der einstige Ski-Trainer Walter Mayer wegen des Verdachts auf Handelns mit Dopingmitteln in Untersuchungshaft.

Dagegen war ein verdächtiger Apotheker, der Dopingmittel weitergegeben haben soll, am Donnerstagabend entlassen worden. Der ebenfalls vernommene Radfahrer Christof K. befindet sich seit einigen Tagen wieder auf freiem Fuß.

Auch Fitnessbereich betroffen

Am Freitag wurde zudem bekannt, dass fünf weitere Festnahmen bestätigt worden sind. Die Verdächtigen wurden zwischen Februar und Anfang April festgenommen, sie sollen gewerbsmäßig mit Dopingmitteln gehandelt und somit gegen das seit August 2008 geltende Anti-Doping-Gesetz verstoßen haben.

Allerdings handelt es sich bei den Beschuldigten nicht um Profi-Sportler, vielmehr sollen sie im Fitnessbereich tätig gewesen sein.

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