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Anatolij Tymoschtschuk (r.) brachte seine persönliche Entourage mit nach München © getty

Der FC Bayern hat noch große Defizite im Zusammenspiel, auch die Spritzigkeit fehlt noch. Red Bull kann den Vorteil nicht zwingend nutzen.

Aus Salzburg berichtet Daniel Rathjen

Salzburg - Einige Erkenntnisse, aber keine Tore. Der erste Test des neu formierten FC Bayern endete torlos. (Der Sommerfahrplan des FC Bayern)

Beim österreichischen Meister Red Bull Salzburg kam die Crew von Louis van Gaal nicht über ein 0:0 hinaus.

"Ich bin nicht unzufrieden, wir haben gut gestanden. Für eine Woche Training waren die Ansätze bereits erkennbar. Es war der erste Schritt. Ich hoffe, dass wir nächste Woche mit mehr Intensität ins Spiel gehen", meinte Louis van Gaal nach dem Spiel.

Mario Gomez analysiert das Spiel ähnlich wie sein neuer Chef: "Das war ein Vorbereitungsspiel. Da ging es nicht darum, den Gegner vom Platz zu fegen. Wir wollen uns jetzt kennenlernen und finden. Es ist ganz normal, dass nicht alles so läuft, wie man es sich vorstellt."

Im "Bullen-Gehege" wollte sich der niederländische Coach einen Eindruck von möglichst vielen Spielern machen und setzte insgesamt 22 Akteure ein.

Fall Ribery für Bayern beendet

Bis auf den am Knie verletzten Franck Ribery (Schleimbeutelentzündung) hatte van Gaal die große Auswahl bei der Aufstellung. Nebenbei: Um den Franzosen blieb es am Freitag ausnahmsweise ruhig (zum Artikel: Ribery: Real zieht sich zurück).

"Wir gehen davon aus, dass er auch in dieser Saison das Trikot des FC Bayern trägt - ganz klar", sagte Münchens designierter neuer Manager Christian Nerlinger am Morgen - im Hangar 7 bei der Saisoneröffnungsfeier von Red Bull Salzburg nur kurz (Karl-Heinz Rummenigge im Sport1.de-Interview).

Bastian Schweinsteiger und Christian Lell sind noch verletzt, Luca Toni und Lucio sind im Urlaub. Ivica Olic ist noch gesperrt.

Testspiel nicht überbewerten

Allzu groß waren die Erwartungen des Trainers im Vorfeld der Partie nicht gewesen.

"Es ist das erste Testspiel. Ich erhoffe mir nur, dass man Ansätze sieht, von den Sachen, die wir unter der Woche einstudiert haben. Ob wir gewinnen oder verlieren, spielt keine Rolle", hatte er gesagt.

Umlagert von Fotografen betrat er den Kunstrasen der Red-Bull-Arena und wurde herzlich begrüßt von Landsmann Huub Stevens, seines Zeichens neuer Trainer der Salzburger.

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Fast alle Stars dabei

Zum Anpfiff bot sich ihm und den Teams eine besondere Kulisse. Zum ersten Mal überhaupt war das Stadion in der Mozartstadt mit 32.000 Zuschauern ausverkauft.

Alle waren gespannt auf den ersten Auftritt des neu zusammengewürfelten Star-Ensembles des deutschen Rekordmeisters.

Sie wurden nicht enttäuscht. In die erste Elf, die im Mittelfeld in Rautenformation auflief, beorderte van Gaal unter anderem die Neuzugänge Edson Braafheid, Daniel Pranjic, Anatoliy Timoschtschuk und 30-Millionen-Mann Mario Gomez.

Lahm bekommt seine rechte Seite

Da Braafheid auf die Position des linken Verteidigers rückte, durfte Philipp Lahm (Lahm ermahnt Ribery) auf die von ihm präferierte rechte Seite.

Neu-Profi Holger Badstuber, der bislang die Vorbereitung nutzte, um sich in den Vordergrund zu spielen, begann in der Innenverteidigung neben Daniel van Buyten. Jörg Butt stand im Tor.

Abschied von Niko Kovac

Bei den Gastgebern trat interessanterweise der Ex-Münchner Niko Kovac zu seinem Abschiedsspiel an. In der 15. Minute wurde der Kroate unter tosendem Applaus ausgewechselt und drehte eine Ehrenrunde.

Der andere ehemalige Münchner und jetzige Salzburger, Alexander Zickler, ist noch angeschlagen und war deshalb gar nicht erst im Kader.

Kunstrasen ist ungewohnt

Die Anfangsphase der Begegnung war verhalten. Den Bayern war auf dem ungewohnten, schnellen Geläuf noch anzumerken, dass die Abstimmung, die Pass- und Laufwege noch nicht stimmten. Logischerweise - nach neun Trainingseinheiten.

Das sah auch abschließend Mark van Bommel so: "Es war nicht super, was wir abgeliefert haben. Wir wollten die Vorgaben aus dem Training erfüllen, aber auf dem Kunstrasen - noch dazu gegen eine Mannschaft, die kurz vor dem ersten Pflichtspiel steht - war es verdammt schwer. Doch irgendwo müssen wir beginnen."

Ilic mit der besten Chance

Der österreichische Meister, der noch die Chance hat sich durch die Qualifikation gegen den FC Dublin in die Champions League zu schießen, präsentierte sich energisch - und hatte nach einer halben Stunde die erste richtige Chance.

Sasa Ilic traf nach einer scharfen Freistoßhereingabe den Pfosten.

Gomez taucht zweimal auf

Es setzte starker Regen ein, doch auch das schien die Münchner etwas zu erfrischen. "Bullen"-Keeper Eddie Gustaffson parierte einen Schuss aus der Drehung von Gomez (35.).

Die Partie nahm Fahrt auf, auf der Gegenseite entschärfte Butt einen flach und platziert ins Eck getretenen Ball von Ngwat Mahop (37.).

Bayerns größte Möglichkeit im ersten Abschnitt folgte in der 40. Minute: Erneut Gomez spitzelte das Spielgerät aus sechs Metern knapp aus spitzem Winkel vorbei.

Fazit der ersten Halbzeit unter van Gaal: Es bleibt noch viel Luft nach oben. Einen Vorgeschmack, wie der FCB künftig agieren wird, lieferte der Auftritt dennoch.

Der Ball wurde im Mittelfeld lange gehalten, geduldig auf Lücken gelauert. War der Gegner im Ballbesitz, wurde Pressing gespielt.

Komplett-Rotation für Hälfte zwei

Im zweiten Abschnitt tauschte der Bayern-Coach komplett durch - Alexander Baumjohann feierte dabei sein Debüt im Münchner Dress.

Er blieb zunächst unauffällig, ganz im Gegensatz zu Salzburgs Marc Janko, der nur knapp die Führung verpasste (61.). Bei den Gästen sprang weiter nicht viel heraus, gute Chancen gab es keine mehr.

FC Bayern (1. Halbzeit): Butt - Lahm, van Buyten, Badstuber, Braafheid - van Bommel, Sosa, Timoschtschuk, Pranjic - Gomez, KloseFC Bayern (2. Halbzeit): Rensing - Görlitz, Breno, Demichelis, Lontento - Altintop, Ottl, Baumjohann, Borowski - Müller, Sene

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