vergrößernverkleinern
Cicero traf bei Herthas Testspiel-Sieg - und erlebte dann Krawalle © getty

Rechtsradikale Ferencvaros-Anhänger trüben Berlins Testsieg. Gladbach verliert, Kakas Bruder legt bei Freiburg los.

München - Der 2:0 (2:0)-Sieg bei Ferencvaros Budapest nach den Toren von Cicero (16.) und Gojko Kacar (24.) geriet komplett zur Nebensache:

Ein Angriff ungarischer Hooligans auf Fans von Hertha BSC Berlin hat das Testspiel der Elf von Trainer Lucien Favre überschattet.

Schon vor dem Anpfiff hatten etwa 20 Anhänger des Gastgebers die gut 50 Hertha-Fans attackiert.

Berliner Journalisten, die die Hertha aus dem Trainingslager im österreichischen Stegersbach nach Budapest begleitet hatten, mussten sogar in eine Stadion-Toilette flüchten im Florian-Albert-Stadion, das mit rund 6000 Zuschauern zu einem Drittel gefüllt war.

Blutige Flaschenwürfe

Drei Berliner Zuschauer wurden durch Flaschenwürfe verletzt.

Einer musste von Herthas Mannschaftsarzt Matthias Schuffert-Raguse am Auge genäht werden, die anderen erlitten Blessuren im Gesicht und am Hinterkopf.

Laut "BZ" haben die Übergriffe einen rechtsradikalen Hintergrund: Ferencvaros-Anhänger brüllten den Berlinern Nazi-Parolen wie "Heil Hitler!" und "Sieg Heil!" entgegen.

Das Ordnungspersonal war überfordert, auch während der Partie kam es zu schweren Übergriffen.

Ordner überfordert

Die ungarischen Hools stürmten den Hertha-Block, die Berliner Fans suchten Deckung hinter losen Sitzschalen und Holzlatten des maroden Stadions.

"Ich habe die Veranstalter in der Pause darauf hingewiesen, dass Polizei einschreiten muss", sagte Hertha-Manager Michael Preetz.

Und weiter: "Sonst spielen wir nicht weiter. Vollidioten gibt es immer wieder."

Doch nach Wiederanpfiff das gleiche Bild: Die Ordner ignorierten ebenso, als der Stadionsprecher sie über Lautsprecher anwies, die Tore zum Innenraum zu öffnen. Die ganz große Eskalation blieb am Ende dennoch aus.

HSV ganz locker

Sport1.de hat die weiteren Testspiele zusammengefasst:

Der HSV verbuchte beim 3:1 (1:0) gegen den Drittligisten SpVgg Unterhaching einen Sieg. (Sieg trotz müder Beine)

Michael Frontzeck kassierte beim 0:2 gegen den niederländischen Vizemeister Twente Enschede seine erste Niederlage als Trainer von Borussia Mönchengladbach.

Aufsteiger SC Freiburg holte gegen den tschechischen Meister Slavia Prag immerhin ein 2:2 (1:1).

Gladbacher Brouwers erzielt ein Eigentor

Im niederländischen Aalten erzielten vor 3200 Zuschauern der Gladbacher Roel Brouwers in der 62. Minute mit einem Eigentor und Nikita Rukavytsya (72.) die Tore für Twente.

Am Donnerstag reisen die Gladbacher ins Trainingslager nach Saalfelden/Österreich.

Kakas Bruder läuft für Freiburg auf

Beide Freiburger Tore in Schruns erzielte Ivica Banovic (2. und 47.).

Zu einem Kurzeinsatz kam Kakas Bruder Digao, der derzeit auf Probe bei den Freiburgern spielt. Der 23-jährige Brasilianer wurde in der 60. Minute für Pavel Krmas eingewechselt und zeigte ein solides Spiel.

Am kommenden Samstag spielen die Breisgauer im zweiten und letzten Test in Österreich gegen den türkischen Erstligisten Ankaragücü.

Die Testspiele der Bundesligisten vom Dienstag im Überblick:

Slavia Prag - SC Freiburg 2:2 (1:1)

Ferencvaros Budapest - Hertha BSC Berlin 0:2 (0:2)

Twente Enschede - Borussia Mönchengladbach 2:0 (0:0)

Hamburger SV - SpVgg Unterhaching 3:1 (1:0)

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel