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Karel Brückner war vom 1. August 2008 bis 2. März 2009 Teamchef © getty

Nach nur sieben Monaten ist die Zeit des Tschechen beim ÖFB vorbei. Als heißer Kandidat für die Nachfolge gilt ein Deutscher.

Wien - Es war längst keine Überraschung mehr, was der neue ÖFB-Präsident Leo Windtner beim "Heurigen" in Grinzing zu verkünden hatte:

Die Zeit von Karel Brückner als Nationaltrainer Österreichs war nach nur sieben Monaten zu Ende.

Auch wenn es zwei unterschiedliche Versionen über Art und Zeitpunkt der Trennung gab und deshalb schon von einem "Abschied made in Hollywood" ("Der Kurier") die Rede war - die Erleichterung in der Alpenrepublik war groß.

"Karel Brückner hat ja mitbekommen, wie bei uns die Stimmung ist. Ich glaube, es waren beide Seiten erleichtert", meinte auch Windtner nach seiner ersten Amtshandlung als ÖFB-Präsident.

Windtner sprach von einer "gewissen Amtsmüdigkeit" beim 69 Jahre alten Tschechen, der wohl aus gesundheitlichen Gründen seine Trainer-Karriere beenden wird.

"Keine Vertrauensbasis"

"Es hat sich überhaupt keine Vertrauensbasis zwischen der Nationalmannschaft und dem Trainer entwickelt", sagte der ÖFB-Boss.

"Ich habe Elan und Power vermisst. Ich hätte niemals gedacht, wie verunsichert alle sind. Und jetzt greifen wir eben zum letzten Strohhalm, den wir haben."

In den kommenden zehn Tagen will der ÖFB den Nachfolger für Brückner, dessen Vertrag bis zum Ende der WM-Qualifikation gelaufen wäre, benennen.

Gehandelt wird in Österreich insbesondere Didi Constantini. "Ich brauche einen Feuerwehrmann - und er ist einer", betonte Windtner.

Franco Foda als Nachfolger?

Aber auch der Deutsche Franco Foda - der frühere Lauterer ist derzeit bei Sturm Graz Trainer - gilt als Kandidat.

Und selbst über eine Rückkehr von Josef Hickersberger, der die Österreicher noch bei der EURO im vergangenen Jahr betreut hatte, wird spekuliert.

Aus dem Rennen ist hingegen der ehemalige Bremer Andreas Herzog sein, zuletzt Assistent von Brückner.

"Ich bin gefragt worden, ob ich es mir vorstellen könnte, weiter Assistent zu bleiben, aber ich habe abgelehnt", sagte Herzog der österreichischen Nachrichtenagentur "APA".

"Ich will endlich Entscheidungen treffen und den Kopf dafür hinhalten, nicht für Entscheidungen, die ich nicht getroffen habe. Drei Jahre als Assistent sind genug."

Aussichtsloser Rückstand

Die Erwartungen an den neuen ÖFB-Chefcoach sind auf jeden Fall klar.

"Er muss bei den Spielern Selbstvertrauen und Stolz wecken. Nur dann können wir noch ein Wunder schaffen", sagte Windtner.

In der Qualifikation zur WM 2010 in Südafrika liegt Österreich, das zuletzt nicht über ein 1:1 auf den Färöern hinausgekommen war und 0:2 in Litauen verloren hatte, in der Gruppe 7 mit vier Punkten aus vier Spielen fast schon aussichtslos zurück.

Traumhafter Start

Dabei hatte die Amtszeit von Brückner sensationell begonnen.

Mit einem 3:1 über Frankreich und einem 2:2 gegen Italien hatte der langjährige tschechische Nationalcoach für große Euphorie gesorgt - die jedoch genauso schnell wieder verflogen war.

Schon seit einigen Wochen wurde der Rauswurf Brückners erwartet, nach dem 0:2 gegen Schweden vor knapp drei Wochen standen die Zeichen endgültig auf Abschied.

Zwei Trennnungs-Versionen

Wie es letztendlich zur Trennung kam, darüber gibt es jedoch zwei Versionen. Windtner erklärte, dass er erst am Montag Brückner informiert habe.

Der Tscheche wiederum behauptet, "dass ich selbst bereits am 23. Februar in Verhandlungen mit dem ÖFB um eine vorzeitige Beendigung meines Vertrags ersucht habe. Der ÖFB hat am 23. Februar die Beendigung des Vertrages zum 28. Februar bestätigt, aber nicht veröffentlicht".

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