vergrößernverkleinern
Für Klaus Kröll war es der erste Weltcup-Sieg seiner Karriere © getty

Einen Tag nach dem schweren Sturz von Daniel Albrecht gewinnt Klaus Kröll den Super-G auf der "Streif" trotz eines Handicaps.

Kitzbühel - Klaus Kröll hat überraschend den Super-G auf der berüchtigten "Streif" in Kitzbühel gewonnen und Österreich beim ersten von drei Heim-Rennen im Mekka des alpinen Skisports vor einem Debakel bewahrt.

Der 28-Jährige fuhr mit der überlegenen Bestzeit von 1:12,78 Minuten zu seinem ersten Weltcup-Sieg, obwohl er mit großem Handicap gestartet war: vor einer Woche hatte sich Kröll bei einem Sturz in Wengen drei Handwurzelknochen gebrochen.

Kröll verwies Doppel-Weltmeister Aksel Lund Svindal auf den zweiten Platz. Der Norweger lag 0,22 Sekunden zurück. Dritter wurde der Schweizer Ambrosi Hoffmann (0,39 Sekunden zurück). (Ergebnisse und Liveticker)

"Gleichzustellen mit dem WM-Titel"

Der Sieger konnte sein Glück kaum fassen. "Als ich die Eins aufleuchten sah, da hat es mich gerissen. Ich konnte fast nicht mehr gehen."

"Nach Wengen habe ich nie gedacht, dass ich hier um den Sieg mitfahren kann", sagte der "Bulle von Öblarn".

Einen besseren Zeitpunkt und Ort für seinen ersten Sieg hätte sich Kröll kaum aussuchen können. "In Kitzbühel zu gewinnen, das ist für mich gleichzustellen mit dem WM-Titel", betonte er.

Ausgerechnet im Super-G

Jahrelang war Kröll, zuletzt 2006 in Garmisch Zweiter in der Abfahrt, dem ersten Sieg hinterhergefahren. "Aber ich wusste, dass es irgendwann passieren wird", sagte er.

Dass es mal in Kitzbühel so weit sein würde, hatte er sich erträumt, dass es aber ausgerechnet im Super-G gelingen würde, war nicht geplant: Es war erst sein 14. Rennen in dieser Disziplin - normalerweise findet Kröll in der österreichischen Super-G-Mannschaft keinen Platz.

Maier enttäuscht

Zweitbester von insgesamt neun gestarteten Österreichern war Hermann Maier. Für "Mister Super-G", der in seiner Lieblingsdisziplin in Kitzbühel bei sieben Starts fünfmal Sieger und niemals schlechter als Zweiter war, bedeutete Rang elf im Zwischenklassement eine herbe Enttäuschung.

Maier behielt indes seine Führung im Disziplinweltcup. In der Gesamtwertung blieb sein Landsmann Benjamin Raich vorne, obwohl er beim Super-G ausschied. Zweiter ist Svindal, 40 Punkte hinter Raich.

Albrechts Zustand stabil

Ski-Weltmeister Daniel Albrecht hat nach Angaben seiner Familie nach seinem furchterregenden Sturz auf der "Streif" in Kitzbühel eine ruhige Nacht verbracht. Das berichtete der Schweizer Mannschaftsarzt Jacques Menetrey am Freitagvormittag.

Der Zustand des Kombinations-Weltmeisters von 2007 sei stabil. Albrecht habe Kopfverletzungen erlitten, bestätigte der Mediziner, genauere Angaben könne er nicht machen. Auch sei es derzeit zu früh, um die weitere Entwicklung abzuschätzen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel