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Guilherme Afonso vom FC Sion hat allen Grund zur Freude © imago

Der FC Sion hält den Cup-Mythos am Leben. Die Walliser gewannen den 84. Cupfinal gegen die Young Boys - trotz eines Rückstands.

München -Zum elften Mal stand Sion im Cupfinal und zum elften Mal setzten sich die Walliser durch. Eine schier unheimliche Serie.

Und das, obwohl der FCS gegen YB antreten musste, das im eigenen Stadion auf dem gewohnten Kunstrasen spielen konnte. Für die Entscheidung sorgte Afonso mit einem sehenswerten Alleingang in der 88. Minute.

Die Young Boys gingen wieder einmal leer aus. Seit 22 Jahren warten sie auf ihren nächsten Titel. Damals, 1987, hatten sie gegen Servette den Cup gewonnen. Einen 2:0-Vorsprung hatte YB schon 1991 im Cupfinal gegen Sion aus der Hand gegeben.

Unterhaltung von Anfang an

Die knapp 32'000 Zuschauer waren voll auf ihre Kosten gekommen. Die Partie bot von Anfang an beste Unterhaltung. Sion stellte sich in der ersten Halbzeit lange etwas ungeschickt an. Erst geriet eine Rückgabe von Alioui auf Goalie El Hadary viel zu kurz, was Schlitzohr Varela beinahe ausgenützt hätte. Der Ball streifte den Pfosten.

Bei ihrer nächsten Nachlässigkeit hatten die Walliser weniger Glück. Nach einem Foul von Fermino an Varela gabs Penalty. Yapi verwertete sicher.

Und Sion verteilte noch ein weiteres Geschenk. Alioui verlängerte in der 37. Minute einen Freistoss von Raimondi ins eigene Netz. Viele YB-Fans glaubten bereits an die Vorentscheidung.

Sion wie verwandelt

Doch sie machten die Rechnung ohne die Cup-Spezialisten aus dem Wallis. Die Angelegenheit wurde immer emotionaler, der FC Sion wurde immer gefährlicher.

Noch vor der Pause gelang der Anschluss. Obradovic profitierte von einem Abpraller bei Wölfli, nachdem Afonso per Kopf am Berner Goalie gescheitert war. Nun erwachten die Anhänger in Rot-Weiss. Sie peitschten ihre Lieblinge lautstark nach vorne. Und schon sieben Minuten nach dem Seitenwechsel wurden die Hoffnungen erfüllt.

Ausgerechnet der für den angeschlagenen Nwaneri eingetretene Sarni sorgte nach einem Freistoss von Obradovic mit einem Ablenker für den verdienten Ausgleich. Afonso machte die Überraschung kurz vor Schluss perfekt.

Für Sion geht es nun darum, den Abstieg aus der Axpo Super League zu verhindern. Cupsieg und Abstieg - dieses Schicksal hatte 1992 den FC Luzern ereilt.

Somit ist auch klar, dass Sion in der nächsten Saison einen Europacup-Startplatz auf sicher hat. YB wird ebenfalls im internationalen Geschäft sein. Sehr wahrscheinlich als Meisterschaftsdritter. Ein schwacher Trost.

Young Boys - Sion 2:3 (2:1)

Stade de Suisse, Bern. -- 31 789 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Circhetta. -- Tore: 22. Yapi (Foulpenalty) 1:0. 37. Alioui (Eigentor) 2:0. 41. Obradovic 2:1. 52. Sarni 2:2. 88. Afonso 2:3.

Young Boys: Wölfli; Portillo, Ghezal, Schneider; Schwegler, Hochstrasser, Yapi, Raimondi (60. Bastians); Varela (46. Doumbia), Schneuwly (77. Häberli), Regazzoni.

Sion: El Hadary; Vanczak, Alioui, Nwaneri (33. Sarni), Paito; Reset (91. Ahoueya), Fermino (66. Crettenand), Serey Die, Monterrubio; Obradovic; Afonso.

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