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Hendrik Zetterberg erzielte seine Tore drei und vier gegen die Blackhwaks © getty

Die Blackhawks werden im eigenen Stadion von den Red Wings vorgeführt. Detroit steht mit einem Bein im Finale um den Stanley Cup.

Von Sebastian Hrabak

München/Chicago - Die Vorentscheidung ist gefallen: Die Detroit Red Wings überrollen die Chicago Blackhawks in Spiel 4 und statuieren in der Best-of-Seven-Serie im United Center von Chicago mit einem 6:1-Kantersieg ein Exempel.

Der Champion von 2008 führt nun die Serie komfortabel mit 3:1 Siegen an und steht mit mehr als einem Bein erneut im Finale um den Stanley Cup. (DATENCENTER: Ergebnisse)

Denn: Den Blackhawks gelang es in ihrer Playoff-Geschichte bis jetzt noch nie, einen solchen Rückstand aufzuholen.

Das Gegenteil können die Blackhawks jedoch in der Nacht auf Donnerstag (ab 1.30 Uhr LIVESCORES) beweisen, wenn die Serie zurück in Motor-City ist.

Beste Spieler der Red Wings waren Marian Hossa und Henrik Zetterberg.

Lidström gut ersetzt

Vor dem Spiel musste Detroit allerdings noch einen großen Schock verkraften, denn zwei ihrer Topspieler nahmen verletzt auf der Tribüne Platz.

Sowohl Superstar Nicklas Lidström, der sechsmal in den letzten acht Jahren die Norris-Trophy gewann, als auch Pavel Datsyuk standen im United Center nicht zur Verfügung.

"Wir erfuhren es heute Morgen während des Essens, dass Nicklas nicht spielen kann. Wir mussten einfach damit klar kommen", sagte Henrik Zetterberg, "jeder musste sich noch mehr reinhängen und sein bestes Eishockey zeigen."

Dies gelang Zetterberg schließlich auch, der mit zwei Powerplay-Toren seine Punkte drei und vier in der Serie gegen die Blackhawks erzielte.

Hossa mit Unterzahltor

Den Torreigen eröffnete jedoch der Flügelstürmer Marian Hossa. Mit einem Unterzahltor brachte er seine Red Wings bereits nach neun Minuten in Führung, ehe Johan Franzen noch vor dem Drittel-Ende zur 2:0-Führung erhöhte. Hossa war auch mit insgesamt zwei Toren und einem Assist der erfolgreichste Spieler des Abends.

Nach dem zweiten Abschnitt führten die Red Wings bereits mit 5:1, ehe Henrik Zetterberg mit seinem zweiten Powerplay-Tor an diesem Abend im Schlussabschnitt den 6:1-Endstand herstellte. (STATISTIK: Der NHL-Playoffbaum)

Der Faktor Torhüter

Der Ersatztorhüter Cristobal Huet ersetzte den verletzen Stamm-Keeper Nikolai Khabibulin.

Huet, der bereits 21 Minuten nach dem Ausfall von Khabibulin beim 4:3-Overtime-Sieg in Detroit zum Einsatz kam, erwischte allerdings einen schwarzen Tag und musste viermal den Puck aus dem Netz fischen, ehe er von Rookie Corey Crawford nach etwa fünf Minuten im zweiten Drittel abgelöst wurde.

Im dritten Viertel kam Huet wieder zum Zug und musste sein fünftes Tor an diesem Abend hinnehmen.

Schiedsrichter erhitzen die Gemüter

Joel Quenneville, Trainer der Blackhawks, machte die Schiedsrichter für die Niederlage verantwortlich: "Ich glaube, wir sind Zeuge der schlechtesten Entscheidung eines Schiedsrichters in der Geschichte des Sports."

Vorangegangen war eine zweifelhafte Entscheidung gegen seinen Verteidiger Matt Walker wegen übertriebener Härte. Valtteri Filppula gelang im anschließenden Powerplay die 3:0-Vorentscheidung.

"Sie trafen zum 3:0! Die Schiedsrichter ruinierten ein gutes Spiel und zerstörten alles, was auf dem Eis wirklich vor sich ging", ließ sich der Coach nicht mehr bremsen, "es war eine Entscheidung, die könnte? Ich habe so was noch nicht erlebt."

Red Wings mit Spaß

Von all den Vorwürfen lässt sich der Meister von 2008 allerdings nicht beeindrucken.

Veteran Mikael Samuelsson sagt: "Wir fühlten uns gut, das ist das Entscheidende. Es macht einfach Spaß, in diesem Team zu spielen. Jeder von uns denkt so. Jedes Mal, wenn wir aufs Eis gehen, wollen wir gewinnen. Wir gehen auch mit der Einstellung ins Spiel, dass wir gewinnen werden. Das ist der Schlüssel." (Samuelsson führt Detroit zum zweiten Sieg)

Penguins gewarnt

Mehr als dieses Statement und die beeindruckende Präsentation in Spiel 4 ist nicht nötig.

Es war eine Demonstration der Stärke der Detroit Red Wings, die auch ohne zwei Superstars über genügend Klasse verfügen, ein Team, wie die Chicago Blackhawks, aus der eigenen Halle zu schießen.

In einer solchen Verfassung könnte es auch für den Final-Gegener schwer werden.

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