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Tom Boonen gewann 2009 zum dritten Mal Paris-Roubaix und die Katar-Rundfahrt © getty

Lance Armstrong kriegt das Okay für die Tour. Tom Boonen kämpft vor Gericht. Das Valverde-Team verzichtet auf einen Machtkampf.

München - Grünes Licht für Lance Armstrong, Rote Karte für Alejandro Valverde - und Verlängerung für Tom Boonen.

Das Peloton der 96. Tour de France (4. bis 26. Juli) nimmt allmählich konkrete Formen an.

Insbesondere beim Astana-Team um Armstrong und den unter Dopingverdacht stehenden Andreas Klöden war die Erleichterung darüber groß, dass der drohende Lizenzentzug vorerst vom Tisch ist.

Die Lizenzkommission des Radsport-Weltverbandes hat das Verfahren gegen das Armstrong-Team auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Eine nicht wiedergutzumachender Schaden

Zuvor hatten Astana-Teamchef Johan Bruyneel und Vertreter des kasachischen Radsport-Verbandes die Finanzprobleme bei einem Krisengipfel gelöst. Astana hatte jüngst die ausstehenden Monatsgehälter überwiesen.

Die UCI hielt sich die Option allerdings offen, das Verfahren wieder aufzunehmen.

Keines Verfahrens bezüglich der Tour-Teilnahme bedarf es mehr im Fall Valverde. Das spanische Caisse d'Epargne-Team verzichtet auf einen Machtkampf und wird seinen Kapitän Alejandro Valverde nicht für die Frankreich-Rundfahrt nominieren.

"Unter den Umständen verzichten wir darauf, ihn für die Tour zu nominieren", teilte der Rennstall mit: "Die ungerechte Situation verursacht bei Alejandro Valverde, unseren Sponsoren und den Radsportfans einen schwer wiedergutzumachenden Schaden."

CAS-Urteil ist nicht zeitig zu erwarten

Hintergrund für den Beschluss ist die Tatsache, dass die Tour auf der 16. Etappe 60 Kilometer durch Italien führt.

Valverde ist nach einem Urteil des Nationalen Olympischen Komitees von Italien CONI für Rennen im französischen Nachbarland gesperrt.

Der Sieger der Dauphine-Rundfahrt hat dagegen bereits beim Internationalen Sportgerichtshof CAS geklagt, ein Urteil ist aber vor dem Grand Depart am 4. Juli in Monaco nicht mehr zu erwarten.

Die italienische Anti-Doping-Kommission wirft Valverde vor, Kunde des spanischen Arztes Eufemiano Fuentes gewesen zu sein.

Valverde war am 21. Juli 2008 beim Italien-Gastspiel der Tour de France kontrolliert worden.

Der DNA-Test soll eine Übereinstimmung mit Blutproben ergeben haben, die von den spanischen Ermittlern im Rahmen der Operacion Puerto bei Fuentes sichergestellt worden waren.

Boonen geht von einem Start aus

Sprinter Boonen will dagegen nicht kampflos auf seinen Tour-Start verzichten.

Der Paris-Roubaix-Sieger hat vor einem ordentlichen Gericht in Nanterre Klage gegen die Ausladung durch die Tour-Organisation ASO eingelegt. Am Donnerstag soll es zu einer Anhörung kommen.

Mit einer Entscheidung wird am Freitag gerechnet.

Boonen war zum dritten Mal Kokain-Missbrauch nachgewiesen worden. Allerdings handelte es sich - wie in den zwei Fällen zuvor - nicht um eine Wettkampfkontrolle, womit eine Sperre unmöglich ist.

Die ASO will Boonen vielmehr aus ethischen Gründen nicht dabei haben.

"Ich gehe davon aus, dass ich starten kann, auch wenn die ganze Angelegenheit gegen meine Prinzipien verstößt. Ich hätte es vorgezogen, in einem Gespräch eine Lösung zu finden", sagte der Quick-Step-Fahrer.

Sprinter-Mangel bei der Tour möglich

Sollte Boonen keine Starterlaubnis bekommen, würde ein weiterer Topsprinter in Frankreich fehlen.

Der Australier Robbie McEwen, dreimal Gewinner des Grünen Trikots, muss verletzungsbedingt passen.

Sein Katjuscha-Teamkollege Geert Steegmans wurde nicht nominiert, nachdem er die neue Anti-Doping-Klausel nicht unterschreiben wollte.

Der russische Radrennstall, zuletzt durch zwei Dopingfälle (Christian Pfannberger und Antonio Colom) negativ aufgefallen, verlangt von seinen Fahrern bei einem positivem Test künftig das Fünffache des Jahresgehalts als Strafe.

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