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Roger Federer steht in seinem 20. Grand-Slam-Finale © getty

Roger Federer lässt Tommy Haas im Halbfinale keine Chance. Der Dreisatz-Sieg ist nie ernsthaft in Gefahr. Nun winkt Historisches.

London - Roger Federer scheint auf dem Weg zum historischen Triumph in Wimbledon nicht zu stoppen.

(124117DIASHOW: Die Bilder aus Wimbledon).

Der fünfmaligen Champion siegte mit 7:6 (7:3), 7:5, 6:3 und steht damit zum siebten Mal in Folfe im Endspiel der All England Championships.

Federer greift dagegen nach dem 10. Sieg gegen Haas im 12. Vergleich im Endspiel am Sonntag (ab 15 Uhr LIVESCORES) nach seinem 15. Grand-Slam-Sieg, er würde damit alleiniger Rekordhalter.

Roddick lässt Murray keine Chance

"Tommy war stark. Für mich ist das Finale eine große Chance, erneut Geschichte zu schreiben", sagte Federer. Er hat zum 20. Mal in seiner Karriere ein Endspiel bei einem Major-Turnier erreicht und damit einen Rekord aufgestellt.

Im Finale trifft der Weltranglisten-Zweite auf Andy Roddick. Der US-Amerikaner besiegte die britische Hoffnung Andy Murray mit 6:4, 4:6, 7:6 (9:7), 7:6 (7:5).

Das Vereinigte Königreich muss damit weiterhin auf den ersten einheimischen Sieger des bedeutendsten Tennisturniers der Welt seit 1936 warten.

Haas enttäuschte nicht

Als Haas und Federer um Punkt 13.00 Uhr Ortszeit den Centre Court betraten, waren die Ränge der jetzt 15.000 Zuschauer fassenden Arena bereits fast vollständig besetzt.

Zwar warteten die britischen Zuschauer vor allem auf das zweite Halbfinale zwischen "ihrem" Andy Murray und Roddick, die Spannung und hohen Erwartungen waren aber auch vor dem Vergleich des großen Schweizers mit dem Veteranen aus Deutschland zu greifen.

Haas enttäuschte die Zuschauer nicht.

Erst zum dritten Mal in seiner langen Karriere durfte er auf dem berühmtesten Tennisplatz der Welt spielen, während Federer dort bereits allein sechs Endspiele bestritten hat. Von Nervosität war bei Haas aber nichts zu spüren.

Vermeidbare Fehler im Tiebreak

Das Selbstvertrauen aus den fünf vorherigen Siegen (DATENCENTER: Ergebnisse aus Wimbledon) und dem Sieg beim Vorbereitungsturnier in Halle/Westfalen war tatsächlich groß.

Im ersten Satz erlaubte Haas seinem Gegner nicht einen Breakball, das ist gegen Federer eine ganz starke Leistung. Haas servierte unglaublich solide und sicher, so wie er es bereits während des ganzen Turniers getan hatte. Auch Federer ließ bei seinen eigenen Aufschlagspielen nichts zu.

Also musste der Tiebreak die Entscheidung bringen, und da zeigte sich die Extra-Klasse des 14-maligen Grand-Slam-Champions, der in kritischen Situationen eben noch ein Stückchen konzentrierter ist als seine Kontrahenten.

Zwei unerzwungene Vorhandfehler entschieden letztlich den ersten Satz. Eine Vorhand spielte Haas zum 2:3 aus seiner Sicht über die Grundlinie, eine weitere schoss er zum 3:6 links ins Aus. Das wars.

Tennis auf höchstem NIveau

Auch der zweite Durchgang verlief nach dem gleichen Muster. Beide Spieler hielten ihre Aufschläge, servierten extrem gut.

Sie erlaubten sich auch bei ihren Grundschlägen fast keine Fehler. Spektakuläre Ballwechsel gab es nur selten, trotzdem war das Tennis auf allerhöchstem Niveau. Am Ende hatte wieder der wohl beste Spieler der Tennisgeschichte die Nase vorn.

Wieder war es eine Vorhand von Haas, die beim dritten Satzball des Schweizers zum 5:7 einen Tick zu lang geschlagen war.

Rekord von Federer

Wie stark die Moral und der Siegeswille von Haas war, zeigte sich auch im dritten Satz.

Er gab trotz des aussichtslosen Rückstands nicht nach und hielt den Durchgang erneut offen. Erst beim Stand von 4:3 konnte Federer das vorentscheidende Break erspielen und schließlich nach 2:02 Stunden zum siebten Mal in Folge in das Wimbledon-Finale einziehen.

Auch das ist übrigens Rekord.

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