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Uli Hoeneß (r.) ist fest davon überzeugt, dass Franck Ribery bei Bayern bleibt © getty

Uli Hoeneß zeigt sich davon überzeugt, dass Franck Ribery bei Bayern bleibt und Real auch den Paragraph 17 nicht ziehen wird.

Vom FC Bayern berichtet Martin Volkmar

München - Bevor Uli Hoeneß im Dienstwagen davon rauschte, gab er noch ein endgültiges Statement zu Franck Ribery ab, das keine Fragen mehr offen ließ:

"Ich mache mir gar keine Sorgen", sagte der Manager des FC Bayern im Brustton der Überzeugung.

Das bezog sich nicht nur auf den Fitnesszustand des Franzosen, der auch am Dienstag wegen seiner hartnäckigen Knieprobleme nicht trainieren konnte.

Sondern vor allem auch die anhaltenden Gerüchte über einen Wechsel zu Real Madrid, wo Ribery am liebsten sofort hingehen würde.

Auch nicht für 70 Millionen

"Wir haben damit überhaupt keine Probleme. Wir haben unser klares Statement gemacht", meinte Hoeneß am Rande eines Termins im Münchner Rathaus :

"Wir sind diejenigen, die entscheiden. Und wir sind nicht gesprächsbereit, auch nicht für 70 Millionen oder mehr."

Keine Chance also für die "Königlichen", deren Angebot ohnehin bei "nur" 55 Millionen Euro liegen soll.

Und auch die Möglichkeit, dass der FCB im nächsten Sommer wesentlich weniger Ablöse für Ribery bekommen könnte, macht dem Manager angeblich keine Sorgen.

Keine Angst vor Paragraph 17

Dabei könnte Ribery aufgrund des Paragraphen 17 der FIFA-Tranferregularien die Bayern schon nach 2010 ein Jahr vor Vertragsende verlassen und die dann zu zahlende Entschädigung läge maximal zwischen 20 und 30 Millionen Euro.

"Das stört mich überhaupt nicht. Bisher hat keiner der großen Vereine je den Paragraph 17 gezogen und ich gehe davon aus, dass das auch in Zukunft so sein wird", sagte Hoeneß auf Nachfrage von Sport1.de.

"Wenn irgendeiner der Großen das versucht, dann ist die Hölle los. Das würde ich keinem Verein der Welt raten."

Eine klare Ansage in Richtung Real Madrid und deren Politik der Nadelstiche, die in der Vergangenheit schon bei den Transfers von Cristiano Ronaldo, David Beckham und Zinedine Zidane erfolgreich war. (Reals Politik der Nadelstiche).

Zidane glaubt weiter an Ribery-Transfer

Eben jener Zidane ist nun als Berater von Real-Präsident Florentino Perez tätig sowie mit Ribery befreundet, der zudem in Alain Migliaccio denselben Agenten hat. "Zizous" Mission ist daher klar:

"Ich bin mehr als zuversichtlich, das Ribery nach Madrid kommt", sagte Zidane der Zeitung "Le Parisien". "Das ist mein Wunsch und der des Präsidenten. Dafür werde ich alles tun."

Den Grund nannte der dreimalige Welt-Fußballer in einem Interview mit "ESPN": "Es gibt sehr gute Fußballer auf der Welt wie Cristiano Ronaldo oder Messi, aber für mich ist Ribery der Beste."

In diesem Punkt würde Hoeneß Zidane sicherlich zustimmen, aber das ist dann schon die einzige Gemeinsamkeit. Schließlich nervt den Bayern-Boss auch das ständige mediale Trommelfeuer, das hauptsächlich aus Spanien befeuert wird.

Spielergewerkschaft pocht auf Freigabe 2010

Mit dankbarer Unterstützung der Real-Verantwortlichen, die alle möglichen Kontakte nutzen.

Einer davon war vermutlich die internationale Profi-Gewerkschaft FIFPRO, dessen Präsident jahrelang mit Reals Sportdirektor Miguel Pardeza das Führungsduo der spanischen Spielervereinigung bildete.

Die FIFPRO hatte öffentlich erklärt, Ribery dürfe 2017 dank Paragraph 17 Bayern verlassen und gegen die Absprache auf einen Verzicht des Paragraphen durch die Top-Klubs werde man daher vor der FIFA und der Europäischen Union klagen.

Er sei erstaunt, "dass eine Gewerkschaft jetzt Spieler zum Vertragsbruch animieren soll. Wenn dem so wäre, wäre das für mich pervers", meinte Hoeneß dazu.

Auch wenn es daher vermutlich innerlich brodelt, nach außen hin spielt der 57-Jährige weiter die Gelassenheit in Person. "Wir lassen uns von keinem Menschen der Welt unter Druck setzen, deshalb habe ich die ganze Hektik nie verstanden", meinte Hoeneß.

Hoeneß' Kampf gegen das Stinkstiefel-Image

Stattdessen ging er zur Attacke über: "Auch die Bild-Zeitung sollte aufhören, Ribery ständig als Stinkstiefel zu bezeichnen, sondern werden wir dagegen mal vorgehen."

Der Manager sorgt sich offenbar um das Image von Ribery, der schon jetzt bei vielen Bayern-Fans unten durch ist.

Deshalb wies er auch vehement die Vermutungen zurück, der 26-Jährige täusche seine Verletzungen nur vor, um damit seinen Abschied zu provozieren:

"Es ist von ihm in keinster Weise irgendetwas gemacht worden, was nicht korrekt ist. Wenn er verletzt ist, ist er verletzt."

"Das sind alles Kleinigkeiten"

Selbst die Tatsache, das Ribery bisher die Vorbereitung fast komplett verpasst hat und möglicherweise auch nicht am Donnerstag mit ins Trainingslager nach Donaueschingen reisen kann, ist für ihn kein Problem. (Der Sommerfahrplan des FC Bayern).

"Das sind alles Kleinigkeiten und keine schweren Verletzungen, die grundsätzliche Probleme bereiten. Er ist ja ein Spieler, der relativ schnell wieder fit wird", sagte Hoeneß.

"Deshalb bin ich da im Moment überhaupt noch nicht unruhig."

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