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Seydou Doumbia erzielte per Elfmeter den Endstand © imago

Dem Schweizer Meister Zürich ist der Start in die neue Saison missglückt. Im Letzigrund verloren die Züricher gegen Bern.

München - Dem Schweizer Meister Zürich ist der Start in die neue Saison missglückt.

Im Letzigrund verloren die Zürcher das Duell der beiden besten Teams der letzten Saison gegen die Young Boys nach einem spektakulären Schlagabtausch 2:3.

Für die Entscheidung sorgte Seydou Doumbia, der Torschützenkönig der letzten Saison, als er eine Viertelstunde vor Schluss mit einem glückhaft verwerteten Foulpenalty zum 3:2 traf.

Doppelschlag der YB

Zuvor hatten Gilles Yapi (19.) und Alberto Regazzoni (24.) die Berner mit einem Doppelschlag 2:0 in Führung gebracht, Hassli mit einem Traumtor aus 30 Metern (35.) und Rochat (63.) sorgten für den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Zürcher.

In der Nachspielzeit des packenden Spitzenkampfs überschlugen sich vor 10.500 Zuschauern beinahe die Ereignisse. Zuerst verhinderte YB-Hüter Marco Wölfli mit einer Glanzparade den Ausgleich der Zürcher, als er einen Fallrückzieher von FCZ-Captain Hannu Tihinen mit den Fingerspitzen in den Corner lenkte (92.).

Im Gegenzug verpasste Doumbia das 4:2. Der Ivorer wurde im letzten Moment vom zurückeilenden FCZ-Torhüter Andrea Guatelli mit einem riskanten Tackling gestoppt. Es war das spektakuläre eines Spiels, das das Prädikat "Spitzenkampf" absolut verdiente. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle Superleague)

Verletzte hüben wie drüben

Trotz diverser Absenzen auf beiden Seiten -- allein FCZ-Trainer Bernard Challandes fehlten zehn Spieler -- schenkten sich die beiden Teams nichts und zeigten in Anbetracht der knappen Vorbereitung auch spielerisch eine niveauvolle Partie.

Ein Fehler von Guatelli in der 75. Minute sorgte dafür, dass letztlich die Gäste aus Bern die drei Punkte mit nach Hause nehmen durften. Der Italiener, aufgrund der Verletzung von Johnny Leoni die vorläufige Nummer 1 im FCZ-Tor, kam nach einem Steilpass des eingewechselten Joetex Frimpong zu spät gegen David Degen und holte diesen von den Beinen.

Den fälligen Penalty verwertete Doumbia zum 3:2; Guatelli war mit den Händen noch dran. Danach verpassten Hassli (77.) und Djuric (79.) den durchaus möglichen Zürcher Ausgleich, ehe Tihinen die finale Chance zum 3:3 verpasste.

Zürcher Zwischentief

Die Partie, die in einem offenen Schlagabtausch endete, hatte bereits auch schon vor der Pause einige Highlights zu bieten. Der Führungstreffer der Young Boys fiel in der 18. Minute aus heiterem Himmel.

Mit dem ersten Schuss auf das Tor von Guatelli brachte Yapi die Gäste in Führung. Nach einem Solo von Doumbia prallte der Ball via FCZ-Verteidiger Philippe Koch vor die Füsse von Yapi, der mit einem satten Schuss aus 20 Metern Guatelli keine Chance liess.

Schock beim FCZ

Der Schock des unverdienten Rückstands sass bei den Zürchern tief. Die meisterliche Stilsicherheit der ersten Viertelstunde war weg. Symptomatisch dafür war die Entstehung des zweiten Treffers nur fünf Minuten später.

Zuerst liessen auf der rechten Seiten Adrian Nikci und Koch Degen ungehindert flanken, danach brachten die beiden Youngsters den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Regazzoni liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Guatelli nach einer schönen Finte mit einem Flachschuss in die nahe Ecke. "Wir haben zwei Fehler zugelassen, das waren zwei Fehler zuviel", analysierte FCZ-Sportchef Fredy Bickel in der Pause im Schweizer Fernsehen.

Dass der Meister einem Rückstand hinterherrennen musste, hatte er sich selbst zuzuschreiben. Die Startphase dominierte das Heimteam klar und setzte nahtlos an das letzte Heimspiel gegen die Berner im April an, als mit dem 3:0-Erfolg die Jagd auf den Meisterpokal so richtig lanciert worden war.

Sowohl Hassli, der eine Direktabnahme aus fünf Metern über das Tor drosch (6.), als auch Nikci (11.) vergaben die Zürcher Führung. Der Ustermer schoss nach einem Steilpass von Almen Abdi alleine vor Wölfli neben das Tor.

Doumbia entschied Duell der Topskorer

Es war eine der wenigen guten Aktionen von Abdi, der möglicherweise sein letztes Heimspiel im Dress der Zürcher absolvierte. Der Nationalspieler, der vor einem Transfer zu Udinese steht, zeigte sich zwar sehr bemüht und agierte aggressiv in den Zweikämpfen, spielerisch gelang dem Zürcher aber wenig.

Das Duell der beiden Topskorer der letzten Saison verlor Abdi gegen Doumbia klar -- nicht nur wegen dessen Siegestreffer. Fast jede Aktion des Ivorers hatte Hand und Fuss, und wenn der 21-Jährige zu seinen Dribblings ansetzte, wurde es jeweils brandgefährlich. Nach einem solchen verpasste Doumbias Landsmann Yapi kurz nach der Pause bereits die mögliche Vorentscheidung, als er aus kurzer Distanz am glänzend reagierenden Guatelli scheiterte (49.). (Si)

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