vergrößernverkleinern
Nicki Sörensen setzte sich fünf Kilometer vor dem Ziel ab © getty

Ein Däne gewinnt die 12. Etappe der 96. Tour de France als Solist. Milram-Profi Markus Fothen muss sich mit Platz vier begnügen.

Vittel - Ausreißer Nicki Sörensen hat die Sprint-Festspiele von Mark Cavendish beendet und die Hoffnungen von Markus Fothen auf seinen ersten Etappensieg bei der Tour de France zerstört.

Der Däne gewann die 12. Etappe über 211,5 km von Tonnerre nach Vittel als Solist vor dem Franzosen Laurent Lefevre und dem Italiener Franco Pellizotti. 129617(Die Bilder der 12. Etappe)

"Finale ist dumm gelaufen"

Milram-Profi Fothen belegte hinter dem Trio Platz vier.

"Das Finale ist dumm gelaufen. Wir wollten, dass sich Sörensen vorne austobt, aber er ist stark gefahren. Der Schuss ging nach hinten los", sagte der erschöpfte Fothen.

Fothen dennoch zufrieden

"Wir hatten uns heute vorgenommen, in der entscheidenden Gruppe dabei zu sein. Nachdem wir bis dahin auch jedes Mal in den Gruppen waren, hatte ich das Glück, in der richtigen zu sein", ergänzte er.

"Im Finale haben wir zunächst gepokert, als Sörensen angegriffen hatte. Leider ist unsere Rechnung nicht aufgegangen. Aber ich habe heute alles probiert. Es hat zwar nicht mehr mit einem Platz unter den ersten Drei gereicht, ich bin aber sehr zufrieden mit mir."

Sörensen sprengt Spitzengruppe

Sörensen sprengte eine siebenköpfige Spitzengruppe um Fothen knapp 22 Kilometer vor dem Zielstrich durch eine Attacke, der lediglich Calzati folgte.

17 Kilometer später trat der Däne erneut an, schüttelte Calzati ab und sicherte sich überlegen den Tagessieg.

Fothen wieder knapp gescheitert

Fothen, damals noch beim Team Gerolsteiner, hatte einen Etappensieg bei der Tour bereits vor zwei Jahren knapp verpasst.

Am 26. Juli 2007 musste er sich in Castelsarrasin dem italienischen Sprinter Daniele Bennati geschlagen geben und wurde Zweiter.

In Vittel verpasste Fothen die Chance, den von Milram-Chef Gerry van Gerwen geforderten Etappensieg nach mehreren vergeblichen Versuchen endlich zu sichern.

Keine Veränderungen in den Top Ten

In der Gesamtwertung gab es keine Veränderungen auf den vorderen Positionen.

Der Italiener Rinaldo Nocentini (AG2R) verteidigte das Gelbe Trikot zum fünften Mal erfolgreich.

Auf den Plätzen zwei und drei folgt das Astana-Duo Alberto Contador (0:06 Minuten zurück/Spanien) und Lance Armstrong (0:08/USA).

Columbia-Fahrer Tony Martin (1:00) trägt weiterhin das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers und ist Gesamtsiebter. (ÜBERSICHT: Wo liegen die Favoriten?)

AG2R kontrolliert das Feld

Die Spitzengruppe hatte sich nach knapp 60 Kilometern formiert.

Im Feld sorgte das Team AG2R lediglich dafür, dass das Gelbe Trikot von Nocentini nicht in Gefahr geriet und ließ die Ausreißer erst gegen Ende der Etappe mehr als sechs Minuten weg.

Cavendish gewinnt Sprint des Hauptfelds

Cavendishs Columbia-Equipe verzichtete nach den kraftraubenden vergangenen Tagen auf eine Verfolgungsjagd.

Cavendish gewann den Sprint des Hauptfeldes und trägt weiterhin das Grüne Trikot.

Historischen Sieg verpasst

Dabei hätte sich Cavendish mit seinem insgesamt fünften Tagessieg bei der diesjährigen Tour endgültig einen Platz in den Geschichtsbüchern sichern können.

In der ewigen Bestenliste hätte der Brite zu Lance Armstrong aufgeschlossen, der 2004 ebenfalls fünf Etappen gewonnen hatte.

An der Spitze der Rekordliste stehen Charles Pelissier (1930), Eddy Merckx (1970, 1974) und Freddy Maertens (1976), die es auf acht Etappensiege bei einer Tour brachten.

Funkverbot endgültig aufgehoben

Vor dem Start der Etappe hatte sich das leidige Thema Funkverbot endgültig erledigt.

Der Weltverband UCI entschied, dass sich das "Experiment einer Etappe ohne Funk-Kommunikation am Freitag nicht wiederholen" werde.

Damit beendete die UCI die Kontroverse, die in den letzten Tagen für viel Wirbel gesorgt hatte.

Auf der 10. Etappe nach Limoges war das Funkverbot erstmals in Kraft getreten, doch statt einer spannenden Etappe, wurde es eine eher langweilige Fahrt von Limoges nach Issoudun.

Harte Etappe am Freitag

Am Freitag dürfte die große Stunde der Ausreißer schlagen. 124970(Die Höhen-Profile der Tour-Etappen)

Auf der 200 Kilometer langen Etappe von Vittel nach Colmar sind fünf Bergwertungen, davon eine der ersten Kategorie, zu meistern.

Knapp 20 Kilometer vor dem Ziel steht Col du Firstplan auf dem Programm. An dem Anstieg der zweiten Kategorie müssen auch die Anwärter auf den Gesamtsieg sehr aufmerksam fahren.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel