vergrößernverkleinern
Ari Vatanen seit 1999 ein Mitglied des Europäischen Parlaments © getty

FIA-Präsidentschaftskandidat Ari Vatanen attackiert den jetztigen Amtsinhaber Max Mosley und fordert Veränderungen in der FIA.

Von Marc Ellerich

München - Ari Vatanen geht seine FIA-Präsidentschaftskandidatur reichlich offensiv an.

Der Finne, der sich neben dem früheren Ferrari-Teamchef Jean Todt, am 23. Oktober als Nachfolger von Weltverbandschef Max Mosley zur Wahl stellen will, stellte sich öffentlich gegen seinen französischen Konkurrenten. ("Napoleon" Todt will auf den FIA-Thron)

Mosley und Todt seien "enge Freunde, die sehr eng zusammengearbeitet haben", sagte der frühere Rallye-Pilot der Nachrichtenagentur "AP". (Mosley macht sich für Todt stark)

Vatanen kritisiert FIA

Diese Konstellation hält Vatanen offenbar für ungünstig: "Das kann auch ein Handicap sein. Es braucht einen neuen Star, eine unabhängige Person, die für Veränderungen steht."

Dass sich der Finne mit seiner Offenherzigkeit Freunde im Weltverband macht, darf bezweifelt werden, zumal er die FIA auch direkt anging.

Sie sei ein Haus, in dem lange nicht mehr gelüftet wurde.

"Wenn du drin bist, merkst du nichts, aber wenn jemand von außen reinkommt, fällt ihm sofort auf, dass die Fenster aufgemacht werden müssen. Die Leute erwarten dass."

"Brauchen einen Neuanfang"

Vatanen weiter: "Wir brauchen einen Neuanfang. Wir sind alle sehr gefährdet, in die Falle zu laufen und zu glauben, dass sich die Welt um einen selbst dreht. Jeder Anführer dieser Welt, der sehr lange in seiner Machtposition ist, neigt dazu, seine Möglichkeiten zu überschätzen."

Ein eindeutiger Giftpfeil gegen den Amtsinhaber Mosley, der sich durch seine unnachgiebige Haltung den Unmut vor allem der Hersteller-Teams zuzog.

Offener Umgang mit den Teams

Sogar auf die Sex-Affäre des FIA-Bosses kam Vatanen zu sprechen. Er selbst wäre in einer vergleichbaren Situation "sicher zurückgetreten".

Offenbar wirbt Vatanen mit derlei Äußerungen um die Rennställe, zumal er einen offenen Umgang mit den Teams ankündigte: "Ich möchte während meiner gesamten Kampagne konstruktiv sein und nicht mit Schlamm um mich werfen." Er stehe für Kontinuität und lehne einen autoritären Führungsstil ab.

Kuriose Aussagen

Kurios sind die Aussagen des finnischen Anwärters zum Thema Klimawandel.

"Das CO2-Gerede ist der größte Hype, den ich neben dem Stalinismus je gehört habe", sagte er gegenüber der finnischen Zeitung "Hesingin Sanomat": "Die Sonne heizt die Erde auf und nicht die Menschen. Es ist absurd zu vermuten, dass der Mensch wissen könnte, warum die Erderwärmung stattfindet."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel