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Mark Cavendish entscheidet einmal mehr den Massensprint für sich © getty

Die Ausreißer werden auf der 19. Tour-Etappe rechtzeitig eingefangen - Mark Cavendish entscheidet einmal mehr den Sprint für sich.

Aubenas - Sprint-König Mark Cavendish ist in die Geschichtsbücher der Tour de France gestürmt und hat zu "General" Lance Armstrong aufgeschlossen.

Der Brite holte auf der 19. Etappe über 178 km von Bourgoin-Jallieu nach Aubenas seinen fünften Tagessieg und wiederholte damit in beeindruckender Manier das Kunststück von Armstrong aus dem Jahr 2004.

Milram-Sprinter Gerald Ciolek belegte hinter dem Norweger Thor Hushovd den dritten Platz 132453(DIASHOW: Die Bilder der 19. Etappe).

Er ist eine Klasse für sich. Es ist bewundernswert, wie er sich zu einem kompletten Rennfahrer entwickelt. Diesmal fehlte mir am Ende nicht mehr viel. Ich muss drauf hoffen, dass er vielleicht mal einen Fehler macht. Nichts ist unmöglich", sagte Ciolek, der erstmals im Sprint nah an Cavendish herankam.

Auch Zabels Rekord im Hinterkopf

Unter den Favoriten kam es einen Tag vor dem großen Kräftemessen auf dem berühmt-berüchtigten Mont Ventoux zu einem Stillhalteabkommen.

Alberto Contador, der am Donnerstag auch das Einzelzeitfahren gewonnen hatte (Zum Artikel: Contador brilliert im Zeitfahren), verfügt weiter über einen komfortablen Vorsprung von 4:11 Minuten auf den Luxemburger Andy Schleck.

Der siebenmalige Toursieger Armstrong, der am Donnerstag das Elektronik-Kaufhaus RadioShack als Sponsor seines neuen Teams präsentiert hatte, bleibt Gesamtdritter.

Cavendish feierte seinen insgesamt neunten Tour-Etappensieg und liegt nur noch drei Tageserfolge hinter seinem Lehrmeister Erik Zabel.

Zugleich ist er britischer Rekord-Etappengewinner.

"Es gibt wieder einen richtigen Zug"

Durch seinen fünften Sieg bei der diesjährigen Tour zog der Columbia-Profi in der ewigen Bestenliste mit Armstrong gleich, der 2004 ebenfalls fünf Etappen gewann.

An der Spitze der Rekordliste stehen Charles Pelissier (1930), Eddy Merckx (1970, 1974) und Freddy Maertens (1976), die es auf acht Etappensiege bei einer Tour brachten.

Beim Columbia-Zug griff wieder einmal ein Rädchen perfekt ins andere, das Finale wurde perfekt vorbereitet und der "ManXpress" Cavendish brauchte nur noch zu vollenden.

"Wir sind jetzt in den Sprints wieder da, wo wir vor zehn Jahren waren. Es gibt wieder einen richtigen Zug", sagte Zabel. Vor zwei, drei Jahren sei es ein reines Chaos gewesen.

Krieg am Mont Ventoux

Die Favoriten taten indes gut daran, nicht zu viele Kräfte zu vergeuden.

Schließlich kommt es am Samstag zum erwarteten Schlagabtausch auf dem Mont Ventoux.

"Mein alter Freund Mont Ventoux. Dort wird es Krieg geben", prophezeit Lance Armstrong und redet geradezu ehrfürchtig von dem Schicksalsberg, auf dem 1967 der Brite Tom Simpson auf tragische Weise starb.

Auch der bislang so überragende Kletterkönig Alberto Contador will nicht eher vom Toursieg sprechen, bis er nicht das Observatorium auf dem Gipfel erreicht hat: "Ich darf mir keinen Fehler erlauben."

Kampf ums Podium

Unter normalen Umständen dürfte der Spanier auf dem 21,1 km langen Anstieg den zweiten Toursieg nicht mehr aus den Händen geben.

Dahinter ist das Tour-Podium hart umkämpft. Andy Schleck, Armstrong, Bradley Wiggins, Andreas Klöden und Frank Schleck liegen allesamt innerhalb von 1:48 Minuten.

"Wir werden angreifen und alles riskieren. Wir sind bis in die Haarspitzen motiviert. Ich denke, wir können ein ähnliches Szenario erleben wie auf dem Weg nach Le Grand-Bornand", sagt Andy Schleck und hofft, mit seinem Bruder in Paris auf dem Podium zu stehen.

Armstrong, der bei der Tour fast alles gewann, fehlt noch ein Sieg am Ventoux.

Im Jahr 2000 erreichte der Amerikaner hinter dem inzwischen verstorbenen Marco Pantani als Zweiter das Ziel. Den letzten Sieg am Schicksalsberg feierte vor sieben Jahren der Franzose Richard Virenque.

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