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Michael Schumacher bei Ferrari-Tests in Barcelona im Februar 2008 © getty

Felipe Massas Genesung schreitet voran. Doch wer fährt in vier Wochen in Valencia - Badoer, Gene, Schumacher oder gar Alonso?

Von Julian Meißner

München - Während sich der Gesundheitszustand des verunglückten Felipe Massa offenbar verbessert, schießen die Spekulationen über einen möglichen Ersatzfahrer bei der Scuderia Ferrari ins Kraut.

Der Brasilianer, der im Qualifying zum Großen Preis von Ungarn am Samstag schwer gecrasht war 132835(Die Bilder des Qualifyings), befindet sich unter intensiver Beobachtung in einem Militärkrankenhaus in Budapest (Massa wieder im künstlichen Koma) .

"Er wacht immer häufiger aus dem künstlichen Koma auf und ist in der Lage, sich aktiv zu unterhalten. Er reagiert darauf, wenn man mit ihm redet. Wir sind sehr optimistisch und haben die Hoffnung, dass eine langsame Erholung begonnen hat", sagte Istvan Bocskai, ein Sprecher des ungarischen Verteidigungsministeriums am Montagmorgen.

Weitere Untersuchung

Eine Ultraschall-Untersuchung ist nach Angaben des Sprechers positiv verlaufen, ebenso eine erste Computer-Tomographie am Sonntag. Eine weitere Untersuchung dieser Art ist für Montag angekündigt, die Ärzte erwarten keine bleibenden Schäden am Gehirn (Massas Arzt optimistisch).

Neben den zahlreichen Genesungswünschen seiner Fahrerkollegen ist dem Vize-Weltmeister aus Sao Paolo auch privater Rückhalt gewiss. Seine schwangere Ehefrau Raffaela und seine Eltern sind in Budapest angekommen, am Montag wird Massa zudem Besuch von Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo erhalten.

Bereits am Sonntag hatte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone vorbeigeschaut.

"Wochen oder sogar Monate"

Es scheint eher unwahrscheinlich, dass Massa im ersten Rennen nach der Sommerpause an den Start gehen kann. Am 23. August steht der Europa-Grand-Prix in Valencia im Rennkalender (SERVICE: Rennkalender und Kurse).

Formel-1-Arzt Gary Hartstein sagte der italienischen "Gazzetta dello Sport": "Es wird Wochen oder sogar Monate dauern, bis man wirklich einschätzen kann, inwieweit er sich davon erholen wird".

Badoer und Gene bereit

Als etatmäßige Ersatzfahrer stehen die Ferrari-Testpiloten Marc Gene und Luca Badoer Gewehr bei Fuß.

Der Spanier Gene (35) bestritt zwischen 1999 und 2004 für Minardi und BMW-Williams 36 Formel-1-Rennen. Der 38-jährige Italiener Badoer (38) fuhr zwischen 1993 und 1999 für Lola, Minardi und Forti 49 Grands Prix.

Gerüchte um Schumi-Comeback

Doch es kursieren auch Gerüchte über ein Comeback von Rekordweltmeister und Ferrari-Berater Michael Schumacher.

"Mich würde es freuen", sagte Ex-Rennfahrer und TV-Experte Marc Surer am Sonntag bei "Sky". Und der ehemalige Weltmeister Niki Lauda meinte am Rande des Rennens am Hungaroring: "Es gibt niemanden, der Michaels Leistung nahe kommen kann. Ich habe darüber nachgedacht, und es gibt niemanden."

Die Testfahrer der Scuderia seien "nutzlos". Laudas Fazit: "Wenn ich Di Montezemolo wäre, dann würde ich ihn anrufen."

Weber wiegelt ab

Zum letzten Mal saß Schumacher im April 2008 bei Tests für Ferrari im Auto. Die nötige Superlizenz besitzt er zwar nicht mehr, doch daran sollte sollte ein Comeback wohl nicht scheitern.

Eher am mangelnden Willen des 40-Jährigen. Sein Manager Willi Weber wiegelte bereits am Samstag ab: "Das sind nur Spekulationen. Ich sehe das nicht so."

Alonso oder gar Bourdais?

Die wohl verwegenste Variante: Fernando Alonso, dessen Renault-Team wegen grober Fahrlässigkeit gerade für den Europa-GP gesperrt wurde, wechselt vorzeitig ins Ferrari-Cockpit. Der Transfer des spanischen Doppelweltmeisters zur Scuderia 2010 gilt allgemein als fix.

Ein Ferrari-Sprecher bezeichnete dieses Gedankenspiel laut "Süddeutscher Zeitung" jedoch als "absoluten Quatsch".

Ebenso mutig ist ein Bericht des "Kicker", der dem soeben bei Toro Rosso geschassten Franzosen Sebastien Bourdais "Außenseiterchancen" auf Massas Cockpit einräumt. Bourdais, der mit Jaime Alguersuari durch den jüngsten Fahrer der Geschichte ersetzt wurde, wird von Jean Todts Sohn Nicolas gemanagt.

Dass Ferrari beim Europa-GP nur ein Auto an den Start bringen wird, scheint ausgeschlossen.

Es bleibt die Hoffnung, dass alle Spekulationen müßig sind: Wenn Massas Genesung schnell genug voran schreitet, kann er in Valencia selbst an den Start gehen.

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