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Roger Federer hat in seiner Karriere knapp 50 Millionen-Dollar eingespielt © getty

Bei den US Open in New York erreicht Roger Federer die dritte Runde. Marat Safin schmiedet steile Pläne abseits des Courts.

New York - Roger Federer hat im US Open-Duell gegen den Deutschen Simon Greul die Oberhand behalten. Allerdings hatte der Schweizer auch brenzlige Situationen zu überstehen.

So musste er im zweiten Satz Satzbälle abwehren und lag im dritten Durchgang zurück.

Derweil träumt der angehende Tennis-Rentner Marat Safin bereits von der Besteigung des Mount Everest.

Der frühere Weltranglistenerste aus Russland nahm nach seinem Erstrunden-Aus in New York Abschied von der großen Tennis-Bühne.

"Es ist das Ende, ich habe genug. Jetzt freue ich mich auf eine neue Phase", sagte der 29-jährige Safin.

Greul verpasste beim 3:6, 5:7, 5:7 im Zweitrunden-Match gegen Titelverteidiger Federer (Schweiz) eine Überraschung.

Zwei Satzbälle vergeben

Der Weltranglisten-65. aus Stuttgart verkaufte sich vor 22.000 Zuschauern immerhin teuer.

Im dritten Durchgang lag Greul bereits mit 4:1 und 5:4 in Führung, nachdem er im zweiten zwei Satzbälle vergeben hatte.

"Am Anfang war ich nervös. Aber mit etwas Glück hätte ich einen Satz gewinnen können", sagte der 28-Jährige: "Natürlich ist Federer sehr gut, aber auch er macht Fehler. Das macht ihn menschlich."

"Auf keinen Fall TV-Experte"

Safin wirkte nach seiner Abschiedsvorstellung auf großer Bühne eher befreit als enttäuscht. "Niederlagen spielen für mich keine Rolle mehr", sagte der Wahl-Monegasse nach dem 6:1, 4:6, 3:6, 4:6 gegen Jürgen Melzer (Österreich).

Noch fünf Turniere will Safin spielen, dann ist endgültig Schluss - der Profizirkus verliert einen weiteren charismatischen Spieler.

Noch ein letztes Mal hatte sich Safin im Louis-Armstrong-Stadium feiern lassen, gedanklich war er nach zwölf Jahren auf der Tour aber bereits in einem neuen Leben. "Ich werde Dinge tun, die absolut nichts mit Schlägern und Bällen zu tun haben. Ich werde auch auf keinen Fall als Experte im Fernsehen über Tennis quatschen", sagte Safin.

Flegel ohne Reue

Dabei scheint es für den US-Open-Sieger von 2000 keine Grenzen nach oben zu geben. "Auf dem Mount Everest muss die Aussicht unglaublich sein", hatte Safin unlängst geschwärmt. Im September 2007 hatte er bereits Teile des Cho Oyu im Himalaya bestiegen.

Seine geschätzte Spontanität will sich Safin aber auch im Tennis-Ruhestand bewahren. Wie einst in Melbourne: Vor seinem Finale bei den Australian Open 2002 tauchten in Safins Box plötzlich zwei Blondinen im Minirock auf.

Safin hatte sie kurz vorher in der Stadt aufgegabelt. "Ich bereue nichts und würde alles wieder so machen", sagte er über sein Flegel-Image, zeigte aber auch Gefühle: "Ich bin stolz auf mich. Ich habe meinen Weg gemacht, auch ohne reiche Eltern."

Clijsters nach drei Sätzen siegreich

Fünf Jahre nach Flushing Meadows hatte Safin 2005 die Australian Open gewonnen, insgesamt holte er 15 ATP-Titel.

Neben dem Rechtshänder, dessen Schwester Dinara derzeit die WTA-Weltrangliste anführt, verabschiedete sich in New York auch Fabrice Santoro von der Grand-Slam-Bühne. Der 36-jährige Franzose verlor gegen Juan Carlos Ferrero (Spanien).

Bei den Frauen gab sich Titelverteidigerin Serena Williams (USA) beim 6:1, 6:1 gegen Melinda Czink (Ungarn) keine Blöße und zog in die dritte Runde ein.

Auch Kim Clijsters blieb bei ihrem Comeback nach zweieinhalbjähriger Grand-Slam-Abstinenz in der Erfolgsspur. Die Belgierin gewann 5:7, 6:1, 6:2 gegen die an 14 gesetzte Marion Bartoli (Frankreich).

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