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Nach dem Fall Hoyzer 2005 ist Deutschland erneut von einem Wettskandal betroffen © getty

Mittlerweile kursiert eine Liste der angeblich manipulierten Spiele. Zwei Partien aus der Challenge League sind darunter.

München - Der neue Wettskandal erschüttert den europäischen Fußball. Insgesamt stehen mehr als 200 Spiele in neun Ländern unter Manipulationsverdacht.

Die "Süddeutsche Zeitung" hat eine Liste der verdächtigen Spiele auf ihrer Internetseite veröffentlicht.

Offenbar wurden hauptsächlich Wetten darauf abgeschlossen, dass Spiele mit einer bestimmten Tordifferenz zu Ende gehen.

Constantin hört Spieler ab

Für Christian Constantin kommt der Wettbetrugskandal dagegen nicht überraschend.

Denn der Präsident des FC Sion ging schon in der Vergangenheit gegen Manipulationen vor ? auf seine eigene Art und Weise.

Wie Constanin in der "Tagessschau" erklärt, hört er vor gewissen Spielen die Telefone seiner Spieler ab.

"Vor internationalen Spielen, die gefährdet sind, machte ich das. Ich hatte dies jeweils beim Richter beantragt", so Constantin zu seinem persönlichen Frühwarnsystem.

Auch Sion ist ohne eigene Mitschuld in ein verschobenes Spiel verwickelt.

Die Liste im Überblick:

Schweiz:

2. Liga: Yverdon gegen Thun am 26. April 2009: Spieler der Gastmannschaft sollen 15000 Euro dafür erhalten haben, dass sie mit vier Toren Unterschied verlieren. Das Spiel endete 5: 1. Wettgewinn der angeblichen Bande: 60.000 Euro.

2. Liga: Gossau gegen Locarno am 24. Mai 2009: Mehrere Kicker sollen 20.000 Euro dafür bekommen haben, dass die Heimmannschaft mit mindestens zwei Toren Unterschied verliert.

Ergebnis: 0:4. Die mutmaßlichen Täter sollen bei fünf Wettanbietern insgesamt 149.400 Euro gesetzt haben.

Außerdem seien auch sechs Vorbereitungsspiele betroffen, darunter die Partien FC Sion - Travnik und Neuchatel - Travnik.

Deutschland:

2. Bundesliga: Vor allem der VfL Osnabrück soll in den Wettskandal involviert sein. Direkt betroffen seien die Spiele: Nürnberg gegen Osnabrück und Augsburg gegen Osnabrück.

Außerdem stehen in Deutschland drei Spiele in der 3. Liga, 18 Spiele in der Regionalliga, fünf Spiele der Oberliga und zwei Spiele der U 19 unter Manipulations-Verdacht.

Belgien:

2. Liga: Olympique Charleroi gegen UR Namur, 14. März 2009: Über einen Mittelsmann soll Schmiergeld an die Kicker von Namur geflossen sein, damit Namur mit mindestens drei Toren Unterschied verliert.

Ergebnis: 3:0 für die Heimmannschaft. Bei einem Wetteinsatz von 50.000 Euro sollen 17.500 Euro Gewinn herausgesprungen sein.

2. Liga: Namur gegen Leuven am 21. März 2009: Spieler von Namur sollen erneut bestochen worden sein, damit sie mit zwei Toren Unterschied verlieren.

Ergebnis: 0:2. Die mutmaßlichen Täter sollen bei einem Wetteinsatz von 100.000 Euro einen Gewinn von 39..000 Euro erzielt haben.

Bosnien:

Hier sollen acht Spiele in der 1. Liga manipuliert worden sein.

Kroatien:

1. Liga: NK Zadar gegen Hajduk Split am 26. April 2009: Spieler aus Zadar sollen 30.000 Euro dafür erhalten haben, damit sie ihr Heimspiel hoch verlieren.

Ergebnis: 0:3. Wetteinsatz: 70.000 Euro. Da auf dieses Spiel offenbar in einer Kombination mit anderen Begegungen gewettet wurde, die nicht wie gewünscht endeten, seien die Einsätze verloren gegangen.

Insgesamt seien 14 Spiele der 1. Liga betroffen.

Ungarn:

In Ungarn steht besonders die 1. Liga mit besonderen Blick auf den Klub Ujpest Budapest unter Verdacht.

Türkei:

1. Liga:Ankaraspor gegen Bursapor am 4. April 2009: Spieler sollen dafür geschmiert worden sein, dass Ankaraspor mit zwei Toren Unterschied verliert.

Ergebnis: 0:2. Angeblicher Wettgewinn: 18.500 Euro bei 10.000 Euro Einsatz.

Österreich:

Auch in der Alpen-Republik sollen elf Spiele der ersten und zweiten Liga betroffen sein.

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