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Pedro de la Rosa (l.) und Kamui Kobayashi enthüllen den neuen Sauber-Boliden © getty

Das Schweizer Team versucht ohne BMW einen Neuanfang. Peter Sauber verteidigt die Entscheidung gegen Heidfeld.

Valencia - Sauber startet mit altem Namen in die neue Ära ohne BMW, Renault bringt den ersten Russen in die Formel 1: Im Doppelpack enthüllten die beiden Rennställe als Nummer drei und vier hinter Ferrari und McLaren am Sonntag in Valencia ihre Autos für die Saison 2010 und präsentierten zugleich ihre neuen Fahrerpaarungen.

Während Renault neben dem Polen Robert Kubica auf GP2-Vizemeister Witali Petrow setzt, vertraut Peter Sauber nach der Trennung von BMW und auch von Nick Heidfeld auf den Japaner Kamui Kobayashi und den spanischen Routinier Pedro de la Rosa.

Lediglich im Teamnamen von Sauber taucht BMW noch auf. "Aus regulatorischen Gründen", sagte Peter Sauber, der sein Team im November nach vier Jahren von den Münchnern zurückgekauft hatte. Einer möglichen Namenänderung müssen in der nächsten Zeit erst alle anderen Teams zustimmen.

"Wollte einen Neuanfang"

Schon verändert hat der 66 Jahre alte Schweizer, der die letzten vier Jahre ohne Verantwortung "eigentlich sehr schön" gefunden hatte, dagegen die Fahrerpaarung.

Nach Kubicas Wechsel zu Renault entschied sich Sauber auch gegen eine weitere Zusammenarbeit mit dem Mönchengladbacher Heidfeld, der in zwei Etappen insgesamt sieben Jahre für den Rennstall aus Hinwil gefahren war.

"Wir brauchten frischen Wind für das Team. Ich wollte einen Neuanfang", begründete Sauber die Entscheidung: "Ich habe aber immer noch ein gutes Verhältnis zu Nick."

Heidfeld hatte lange auf den zweiten Platz im neuen Mercedes-Silberpfeil gehofft, den ihm dann aber Rückkehrer Michael Schumacher wegschnappte. Jetzt ist der Gladbacher dort zumindest als Test- und Ersatzfahrer im Gespräch.

Sponsorensuche läuft noch

Eigentlich sollte das BMW-Sauber-Team nach dem im Sommer angekündigten Ausstieg der Münchner an die in der Schweiz ansässige Stiftung Qadbak verkauft werden. Als dieser Deal nach vielen Wochen im Schwebezustand platzte, sprang Sauber selbst ein, um sein Lebenswerk zu retten.

Als Konsequenz daraus fehlen dem Team aber noch potente Geldgeber.

"Die Zeit war zu kurz, um neue Sponsoren zu finden. Wir müssen natürlich noch neue Sponsoren suchen, nicht nur für 2010, sondern auch für 2011 und darüber hinaus", erklärte Sauber: "Die Saison 2010 ist aber finanziell gesichert."

Erfahrung spricht für de la Rosa

Auch wenn, wie Sauber betont, der langjährige McLaren-Testfahrer de la Rosa kein Sponsorengeld mitgebracht hat. Für den 38-Jährigen hatte sich Sauber entschieden, weil er viel Erfahrung aus einem Top-Team mitbringt.

"Ich habe ein gutes Gefühl auch bezüglich seines Tempos", sagte der Schweizer, der de la Rosa "vielen guten Fahrern" wie Heidfeld, Timo Glock oder Heikki Kovalainen (Finnland) vorgezogen hatte.

Schumi als Motivationspunkt

"Ich bin stolz, wieder dabei zu sein", sagte de la Rosa: "Und ich bin vor allem stolz darauf, gegen vier Weltmeister fahren zu dürfen. Das ist das beste Niveau aller Zeiten."

Die vier Weltmeister sind sein Landsmann Fernando Alonso (2005 und 2006), der jetzt bei Ferrari fährt, die beiden Briten Lewis Hamilton (2008) und Jenson Button (2009) bei McLaren und natürlich der siebenmalige Champion Schumacher.

Auf den freut sich auch Kobayashi. "Es ist aufregend, gegen ihn anzutreten. Als ich angefangen habe, war er Weltmeister und ein Superstar", sagte der 23 Jahre alte Japaner, der zuletzt Ersatzfahrer bei Toyota war.

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