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Juliane Schenks beste Platzierung in der Weltrangliste war im November 2010 auf Platz sechs © getty

Die deutschen Aushängeschilder Juliane Schenk und Marc Zwiebler träumen bei der Badminton-WM in London von einer Medaille.

London - Juliane Schenk kennt sich aus mit übermächtigen Gegnern. Im Training kämpft sie jeden Tag vergeblich gegen männliche Konkurrenz.

Dabei arbeitet, flucht und hechtet sie, als ginge es bereits um Medaillen. Die werden allerdings erst am Montag bei der WM in der Londoner Wembley Arena vergeben. 434896(DIASHOW: Die Sportstätten in London).

Dort ist Schenk gemeinsam mit dem Deutschen Meister Marc Zwiebler die große Hoffnungsträgerin im Kampf gegen die asiatische Badminton-Macht.

Schenk an neun gesetzt

Als Nummer neun der Setzliste gehört Vize-Europameisterin Schenk zum erweiterten Kreis der Medaillenanwärterinnen.

Sie hat alle Tospielerinnen mindestens einmal bezwungen - auch die lange Zeit unantastbaren Chinesinnen. "Doch ist mir dies noch nie zweimal am Stück gelungen", sagt die 28 Jahre alte Bundeswehrsoldatin.

Um in die Phalanx aus dem Reich der Mitte einzudringen, müsse halt alles zusammenpassen, sagt Schenk: "Körper, Seele, Geist - alles muss da sein."

Topfavoriten warten im Achtelfinale auf Schenk

Damit ihr in London endlich der große Wurf gelingt, hat sich die Berlinerin am Olympiastützpunkt in Mülheim und im Training mit dem Bundeskader der Herren auf die Weltmeisterschaften vorbereitet.

"Ich bin jetzt reif für einen weiteren Schritt. Ob der mir schon bei der WM gelingt, muss ich allerdings abwarten", sagt Schenk, die bereits im Achtelfinale auf eine der chinesischen Topfavoritinnen treffen wird.

Dennoch sagt sie selbstbewusst: "Ob die Auslosung für mich oder die Gegner schwer ist, wird man erst noch sehen."

Traum von der WM-Medaille

Es ist ein neues Selbstverständnis, mit dem die deutschen Badmintonspieler in London an den Start gehen. Das bloße Mitspielen und die Hoffnung, den Asiaten nicht zu früh zu begegnen, ist dem Medaillen-Traum gewichen.

Mitverantwortlich für den Aufschwung beim Deutschen Badminton Verband (DBV) ist Nationaltrainer Jakob Hii.

Ausgestattet mit der dänischen Siegermentalität, die trotz der asiatischen Dominanz regelmäßig Weltmeister und Olympiasieger hervorgebracht hat, geht er seine Aufgabe in Deutschland an: "Unser klares Ziel ist es, Medaillen zu gewinnen."

Sieg gegen Vize-Weltmeister

Neben Schenk lasten die DBV-Hoffnungen auf Zwieblers Schultern.

Der fünfmalige Deutsche Meister ist in der Form seines Lebens und hat zuletzt zweimal den amtierenden Vize-Weltmeister und Olympiasieger von 2004, Taufik Hidayat (Indonesien), geschlagen.

Für die WM in London dämpft der BWL-Student allerdings die Erwartungen und spricht von einer "bescheidenen Auslosung".

Olympia hat Vorrang

Auch die WM-Vorbereitung verlief alles andere als optimal. Da Zwiebler, der in London auf Platz 14 gesetzt ist, noch hart um die Olympia-Qualifikation kämpfen muss, reiste er quer um den Globus.

Asien, Afrika und Amerika lauteten die Kontinente, Ergebnisse und Weltranglistenpunkte stimmten, doch quält Zwiebler nun der Jetlag. Dem Ziel Olympische Spiele 2012 ordnet er jedoch auch die WM unter.

Juliane Schenk sieht das ähnlich: "Es ist eine Durchgangsstation, der Blick geht immer in Richtung Olympia." 2012 wird das Badminton-Turnier erneut in der Londoner Wembley-Arena ausgetragen, allein deswegen ist die WM ein wichtiger Test.

Spätestens dann soll es für das Duo Schenk und Zwiebler keine übermächtigen Gegner mehr geben.

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