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Rechtshänderin Juliane Schenk wurde 2009 und 2010 Deutsche Meisterin © dpa Picture Alliance

Deutschlands Badminton-Ass Juliane Schenk scheitert im Halbfinale von London. Rang drei ist ihr aber nicht mehr zu nehmen.

München - Als der Traum vom historischen Triumph geplatzt war, sackte Juliane Schenk in sich zusammen.

Im Halbfinale der Weltmeisterschaft in London hatte sich die Taiwanesin Shao Chieh Cheng als zu hohe Hürde für die Vize-Europameisterin erwiesen.

Schenk unterlag der Weltranglistensiebten 18:21, 6:21 und muss sich mit der Bronzemedaille trösten. Es ist das erste WM-Edelmetall ihrer Karriere. Noch nie hatten ein deutscher Spieler

oder eine Spielerin das Endspiel einer Weltmeisterschaft erreicht, auch Schenk blieb dies nun verwehrt.

Die Enttäuschung über die deutliche Niederlage hielt jedoch nicht lange an.

"Ich muss stolz darauf sein, was in dieser Woche passiert ist. Unter dem Strich steht die Bronzemedaille", sagte Schenk tapfer und richtete den Blick nach vorne: "Ich habe positive Erfahrungen für die Olympischen Spiele gesammelt. Das ist viel wert."

Schenk fehlt die "Leichtigkeit"

Vor dem Halbfinale war sich Bundestrainer Jakob Híi allerdings noch so sicher gewesen.

"Juliane gewinnt hier Gold", hatte Híi prophezeit. Sie sei besser als Shao, befand er. Davon war in der Wembley Arena jedoch kaum etwas zu sehen.

Zwar führte die Weltranglistenneunte Schenk im ersten Durchgang mit 14:8, produzierte jedoch deutlich mehr Fehler als bei ihrem glänzenden Sieg im Viertelfinale gegen die Dänin Tine Baun und ließ sich das Spiel ihrer Gegnerin aufzwingen.

"Da habe ich gespürt, dass sie das Spiel mehr und mehr an sich gerissen hat. Mir hat dagegen die Leichtigkeit gefehlt und ich habe nur noch mitgespielt", analysierte Schenk.

"Keinen Boden unter den Füßen"

Die gebürtige Krefelderin, die für den deutschen Meister SG EBT Berlin aufschlägt, wirkte nicht so spritzig wie im bisherigen Turnierverlauf und scheiterte mit den Angriffsversuchen immer wieder an der taiwanesischen Gummiwand.

So geriet die Sportsoldatin der Bundeswehr im zweiten Satz schnell in Rückstand und holte diesen auch mit der Unterstützung des Publikums nicht mehr auf.

"Ich bin im Laufe des Spiels immer ungeduldiger geworden und in ihre Konter reingelaufen. Irgendwann hatte ich keinen Boden mehr unter den Füßen. Ich muss den Hut vor ihr ziehen", sagte Schenk.

Vierte WM-Medaille

Nach nur 32 Minuten hatte Shao ihren ersten Matchball und Schenk musste den verdienten Sieg ihrer Kontrahentin anerkennen 434896(DIASHOW: Die Sportstätten in London).

Damit bleibt es für den Deutschen Badminton-Verband (DBV) bei der vierten WM-Medaille der Geschichte. Zuvor hatten Huaiwen Xu (2005/2006) und Petra Overzier (2006) jeweils Bronze gewonnen.

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