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Dirk Bauermann machte Bamberg 2005 und 2007 zum Deutschen Meister © getty

Der Bundestrainer bestätigt Kontakte zum FCB, dessen Korbjäger in Hoeneß' Gunst gestiegen sind. Dirk Bauermann fordert Qualität.

München/Köln - Nun will Bayern München auch mit den Basketballern hoch hinaus - und das mit keinem Geringeren als Bundestrainer Dirk Bauermann.

Noch fristen die Korbjäger ihr Dasein im Schatten der erfolgreichen Fußballer des Rekordmeisters, doch das soll sich bald ändern. Besonders Präsident Uli Hoeneß macht aus seinen Sympathien für die Punktejagd keinen Hehl und hat offenbar seine volle Unterstützung zugesagt.

"Es gab Kontakte auf der informellen Ebene. Denn die Bayern wollen den Basketball ihrer Marke entsprechend puschen, insofern wollte man meinen Rat, doch das hat sich dann verdichtet", berichtet der 52 Jahre alte DBB-Coach Bauermann.

"Dann muss man noch einmal reden"

Er schließt grundsätzlich nicht aus, Verantwortung beim derzeitigen Zweitligisten zu übernehmen, "wenn das Unternehmen mit einer bestimmten Qualität und Ernsthaftigkeit" angegangen wird.

Konkret sei jedoch noch nichts. Es gebe Ideen, aber noch keine Lösungen, sagte Bauermann.

Wenn die struktuellen Voraussetzungen geschaffen seien und die Arbeit vor Ort getan sei, "dann muss man noch einmal reden, ob ich wirklich einsteigen kann".

Nur Achter in der ProA

Geklärt werden muss dann unter anderem die Situation mit dem Deutschen Basketball Bund (DBB), bei dem Bauermann noch einen Vertrag bis 2013 besitzt.

Im Falle eines Falles käme ohnehin nur eine Funktion in Personalunion infrage, "denn die Nationalmannschaft ist mir zu wichtig".

Derzeit dümpeln die Bayern-Korbjäger, die einst in den 50er Jahren sogar zweimal deutscher Meister geworden waren, in der Pro-A-Liga herum. In der vergangenen Saison wurden sie dort nur Achter.

Umzug in die Eishalle?

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, habe eine große Anzahl Bayern-Mitglieder in einer vereinsinternen Umfrage für ein verstärktes Engagement in der Basketball-Abteilung votiert - und Hoeneß damit offensichtlich überzeugt.

Zunächst müssten die Bayern den Etat von derzeit angeblich rund 350.000 Euro für die Basketballer merklich erhöhen, um ihre großen Ziele und als Zwischenetappe den Bundesliga-Aufstieg zu realisieren, bevor man möglicherweise analog zu den Korbjägern von Real Madrid oder des FC Barcelona höhere Sphären anstrebt.

Zuvor jedoch müssen die Bayern ihre Hausaufgaben machen und zum Beispiel eine geeignete Halle zur Verfügung stellen. Im Gespräch ist ein Umzug aus der Halle an der Säbener Straße in die Eishalle im Olympiapark.

EM-Vorbereitungen haben Priorität

"Wenn das Projekt in der kommenden Saison eine Chance haben will, dann müssen schnelle Entscheidungen her", sagt Bauermann, der die tägliche Vereinsarbeit trotz der interessanten Aufgaben beim DBB doch ein wenig vermisst.

Der Nationalcoach will jedoch abwarten, wie sich die Basketball-Pläne in der bayerischen Landeshauptstadt entwickeln. "Unter bestimmten Bedingungen wäre ich interessiert", sagt Bauermann.

Priorität besitzen für ihn derzeit die Vorbereitungen mit dem Nationalteam auf die Weltmeisterschaft Ende August (28. August bis 13. September) in der Türkei.

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