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Dirk Bauermann spielte zwischen 1975 und 1981 für den Regionalligisten BBC Krefeld © getty

Doppel-Job für den Bundestrainer: Bauermann übernimmt die Münchner. Der Zweitligist geht auch bei der Heimstätte aufs Ganze.

München/Frankfurt - Der Überraschungscoup im deutschen Basketball ist perfekt:

Bundestrainer Dirk Bauermann wird in der kommenden Saison in Personalunion Coach beim ambitionierten Zweitligisten FC Bayern München und kann seinen Dienstantritt im Jahr der WM in der Türkei (28. August bis 12. September) kaum erwarten.

"Ich freue mich auf die reizvolle Aufgabe. Im Moment liegt mein Fokus auf der bevorstehenden Weltmeisterschaft, doch danach gilt mein Engagement dem FC Bayern", sagte Bauermann, der die Münchner Basketballer im Schatten der erfolgreichen Fußballer hoch hinaus führen will.

DBB begrüßt den Doppel-Job

Als letzte Vereinsmannschaft hatte der 52-Jährige Dirk Bauermann die Brose Baskets Bamberg von 2001 bis 2008 betreut - in den letzten fünf Jahren bereits als Bundestrainer.

Der Deutsche Basketball Bund (DBB) begrüßte die Übereinkunft, die in enger Absprache mit den Klubverantwortlichen getroffen wurde.

"Dirk Bauermann hat schon oft bewiesen, dass er ein sehr guter Trainer und ein toller Mensch ist. Er hat der deutschen Nationalmannschaft große Dienste erwiesen und wird das auch weiterhin tun", sagte DBB-Präsident Ingo Weiss.

Weiss fügte an: "Der deutsche Basketball kann von Bauermanns Engagement beim FC Bayern München nur profitieren."

Volle Unterstützung von Hoeneß

Eine überraschend hohe Zustimmung für die Idee des Vereins, ein Spitzen-Basketballteam in München zu etablieren, hatte der FC Bayern auch von seinen Mitgliedern bekommen.

An einer groß angelegten Umfrage beteiligten sich über 23.000 Mitglieder - über 75 Prozent befürworteten das Vorhaben.

Zuletzt hatte besonders Bayern-Präsident Uli Hoeneß aus seinen Sympathien für die FCB-Basketballer keinen Hehl gemacht und offenbar seine volle Unterstützung zugesagt.

Umzug ins Eisstadion

Die Spielortfrage ist bereits geklärt: Ab September wird die Bauermann-Mannschaft im Olympia-Eisstadion auflaufen.

Eine entsprechende Einigung wurde mit der Olympiapark München GmbH erzielt. Beide Verhandlungspartner werten den Umzug in den Münchner Olympiapark als großen Zugewinn für den Sportstandort München.

Hiermit wird die Mindestanforderung der 2. Basketball-Bundesliga ProA von 1500 Zuschauerplätzen deutlich erfüllt.

Wunschkandidat für das Unternehmen Aufstieg

Derzeit dümpeln die Bayern-Korbjäger, die einst in den 50er Jahren sogar zweimal deutscher Meister waren, in der Pro-A-Liga herum. In der vergangenen Saison wurden sie dort nur Achter. (DATENCENTER: Die ProA)

Die Bayern werden nach der Verpflichtung von Bauermann den Etat von derzeit angeblich rund 350.000 Euro merklich erhöhen, um ihre großen Ziele und als Zwischenetappe den Bundesliga-Aufstieg zu realisieren - bevor man möglicherweise analog zu den Korbjägern von Real Madrid oder des FC Barcelona höhere Sphären anstrebt.

Der viermalige Tainer des Jahres Dirk Bauermann war der Wunschkandidat für das Unternehmen Aufstieg.

Er hatte unter anderem zwischen 1989 und 1998 Bayer 04 Leverkusen (sieben Meistertitel/vier Pokalsiege) sowie von 2001 bis 2008 die jetzigen Brose Baskets Bamberg (zwei Meistertitel) gecoacht. Seit 2003 ist er Bundestrainer.

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