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Dirk Bauermann ist seit Dezember 2003 Coach der deutschen Nationalmannschaft © getty

Der neue Bayern-Coach setzt sich hohe Ziele und hat einen spanischen Top-Klub als Vorbild. Er sieht eine historische Chance.

München - Bayern München bewegt sich bei seinem Basketball-Projekt auf den Spuren von Real Madrid und träumt von ähnlichen Triumphen.

"Ich habe einen Einjahresvertrag, aber ich werde erst gehen, wenn der Traum erfüllt ist, dass München mit dem FC Bayern eine Basketball-Hochburg ist", sagte Bundestrainer Dirk Bauermann bei der Vorstellung des Projekts in der Allianz-Arena: "Die Vision heißt Balkon."

Erst einmal steht in der kommenden Saison für den Zweitligisten das Pflichtziel Bundesliga-Aufstieg auf dem Plan. Mit Nationalspieler Demond Greene wurde bereits ein Hochkaräter verpflichtet. In Aleksandar Nadjfeji, dem Amerikaner Beckham Wyrick und Bastian Doreth haben drei weitere Topspieler unterschrieben und vier weitere sollen in Kürze folgen. (DATENCENTER: Die ProA)

Etat vervielfacht

Der ursprüngliche Etat von angeblich 350.000 Euro wurde vervielfacht, denn wenn der Fußball-Rekordmeister etwas anpackt, dann macht er es richtig. "Wir haben die Chancen, hier etwas Großes auf die Beine zu stellen", sagt Bayern-Vizepräsident Bernd Rauch. Und Bauermann spricht gar von einer "historischen Chance" für den deutschen Basketball.

Schließlich kann man mit der Marke FC Bayern Sponsoren, TV-Sender und weitere Stars in die Bundesliga locken. Dirk Nowitzki könnte nach seiner Unterschrift bei den Dallas Mavericks allerdings frühestens in vier Jahren ein Thema für den FC Bayern werden.

Rauch: Hoffenheim des Basketballs

In Spanien haben vor allem die Fußball-Topvereine Real Madrid und FC Barcelona Basketball zu einer der wichtigsten Sportarten im Land gemacht. Rekordmeister Real ist mit 14 Europacup-Triumphen auch auf dem Kontinent der Topverein.

Beim FC Bayern will man von solchen Sphären momentan noch nichts hören, aber immerhin hofft Bernd Rauch, dass man das Hoffenheim im deutschen Basketball wird.

Die Begeisterung der Bayern-Mitglieder war jedenfalls riesengroß - 23.000 Briefe gingen ein und über 75 Prozent befürworteten das Vorhaben. "Wenn einer wie Uli Hoeneß hinter dem Projekt steht, dann spricht das für sich. Es gibt keinen stärkeren Verein als den FC Bayern, der hat ein wahnsinniges Potenzial", sagt Bauermann.

Neben dem sportlichen Aufstieg will der Bundestrainer analog zum Fußball auch in der Nachwuchsarbeit neue Maßstäbe setzen und bietet dabei unter anderem einmal pro Monat eine kostenlose Trainer-Weiterbildung an.

Konsequenzen für Bauermann?

Der programmierte Aufstieg in die Beko BBL könnte für den einstigen Bamberger Meistercoach allerdings Konsequenzen haben. Normalerweise ist ein Bundesliga-Job mit seinem Bundestrainer-Posten nach den Regeln nicht zu vereinbaren.

Aber die Basketball-Bundesliga hat bereits Kooperation angeboten - schließlich könnte der FC Bayern das große Zugpferd für den Aufstieg der Sportart in Deutschland werden.

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